07.02.2008 09:33
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GEA Group halten (Bankhaus Lampe KG)

Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Gordon Schönell, stuft die Aktie von GEA Group (ISIN DE0006602006/ WKN 660200) weiterhin mit "halten" ein.

In den ersten drei Quartalen 2007 habe GEA Umsatzerlöse in Höhe von 3,66 Mrd. EUR erzielen können, was einem Zuwachs von 24,2% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entsprochen habe. Im dritten Quartal habe sich der Umsatz auf 1,35 Mrd. EUR belaufen, was einer Steigerung von 25,5% entsprochen habe. Das größte der drei Kernsegmente, Process Engineering, sei dabei am stärksten gewachsen. Dieser Bereich habe im dritten Quartal um 37,7% zulegen können, nach neun Monaten habe die Steigerungsrate bei 30,6% gelegen.

Das EBIT der Gesellschaft habe sich nach den ersten drei Quartalen auf 267,7 Mio. EUR belaufen und habe damit um 49,1% über dem Wert des Vorjahreszeitraums gelegen. Im dritten Quartal habe es einen Wert von 107,7 Mio. EUR (+43,4%) erreicht. Die EBIT-Marge der ersten drei Quartale sei damit von 6,1% in 2006 auf 7,3% in 2007 gestiegen. In den drei Kerngeschäftsfeldern habe sie bei 7,8% gelegen nach 6,9% im Zeitraum des vergangenen Geschäftsjahres. Belastend wirke sich hier auf Konzernebene immer die Marge in den sonstige Geschäftsbereichen aus. Nachdem diese in 2006 noch negativ gewesen sei, habe nach neuen Monaten hier aber wenigstens eine positive Marge von 1,3% erzielt werden können.

Das Ergebnis aus nicht fortgeführten Geschäftsbereichen habe sich im dritten Quartal auf 180,7 Mio. EUR belaufen nach -181,4 Mio. EUR im entsprechenden Zeitraum des vergangenen Geschäftsjahres. Positiv habe sich hier vor allem der Ergebnisbeitrag aus dem Verkauf von Lurgi in Höhe von 207,3 Mio. EUR ausgewirkt. Im Neun-Monats-Zeitraum 2007 habe das Ergebnis der nicht fortgeführten Geschäftsbereiche bei 148,9 Mio. EUR gelegen nach -237,1 Mio. EUR in 2006.

Der bei Vorlage der Zahlen zum dritten Quartal präsentierte Auftragseingang habe mit 1,28 Mrd. EUR (+3,3%) unter dem Konsens von 1,37 Mrd. EUR gelegen, was die Aktie unter Druck gesetzt habe. Der Vorstandsvorsitzende Jürg Oleas habe zu diesem Zeitpunkt kein Abreißen der Nachfrage gesehen. Das Unternehmen konzentriere sich seinen Aussagen nach vor allem auf eine Margenverbesserung und könne so aufgrund der guten Auslastung die margenstärkeren Aufträge bevorzugt annehmen. Ende November habe die Gesellschaft dann ungewöhnlicherweise Zahlen zum Auftragseingang nur für den Monat Oktober veröffentlicht. Im Kerngeschäft sei der Auftragseingang um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Zu diesem Anstieg hätten angabegemäß alle Divisionen beigetragen. Weiter heiße es in der entsprechenden Meldung, dass sich für den November eine ebenso gute Entwicklung abgezeichnet habe.

Die Gesellschaft habe für das Geschäftsjahr 2007 ein Umsatzwachstum von über 15% prognostiziert. Die Analysten würden davon ausgehen, dass GEA diese Guidance deutlich übertroffen habe, da das Umsatzwachstum nach neun Monaten bereits bei 24,2% gelegen habe und sie damit rechnen würden, dass das Wachstum der vorherigen Quartale - wenn auch in abgeschwächter Form - auch noch im vierten Quartal Bestand habe. Die Analysten würden eine Steigerung der Umsatzerlöse von ca. 20% erwarten. Die EBIT-Marge in den drei Kernbereichen Customized Systems, Process Equipment und Process Engineering sollte nach Angaben der Gesellschaft, ausgehend von 8,1% im Geschäftsjahr 2006, um 60 Basispunkte verbessert worden sein. Nach neun Monaten habe die EBIT-Marge bei ca. 8% gelegen. Wie auch im Geschäftsjahr 2006 würden die Analysten davon ausgehen, dass im vierten Quartal 2007 eine starke Marge habe erwirtschaftet werden können, so dass das Ziel erreicht werden sollte. Da die sonstigen - nicht zum Kerngeschäft zählenden - Geschäftsbereiche deutlich margenschwächer seien, würden die Analysten eine EBIT-Marge für den Gesamtkonzern von 7,9% erwarten. Für das Geschäftsjahr 2007 könnten die Aktionäre wieder mit einer Dividende rechnen.

Bis zum Jahr 2009 habe sich die Gesellschaft zum Ziel gesetzt, die EBIT-Marge in den drei Kerngeschäftsfeldern auf 10% zu steigern. Die Gesellschaft habe immer in Aussicht gestellt, ihre hohe Finanzposition für Akquisitionen zu reduzieren oder das Geld an die Aktionäre weiterzugeben. Gerade habe die Gesellschaft ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von ca. 100 Mio. EUR beendet. Sollten keine passenden Akquisitionsobjekte gefunden werden, könnten die Analysten sich auch vorstellen, dass die Aktionäre über Sonderauszahlungen profitieren würden.

Die wichtigsten Absatzmärkte der Gesellschaft (Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie, Energiewirtschaft, Chemie/ Petrochemie sowie Pharmaindustrie) würden in den kommenden Jahren im Wesentlichen getrieben vom Wachstum der Weltbevölkerung und steigenden Haushaltseinkommen, die insbesondere in den Schwellenländern den Prognosen nach weiter wachsen würden. Ein steigender Bedarf an verarbeiteten Lebensmitteln, Medikamenten und Energie habe steigende Nachfrage nach Verfahrenstechnik zur Folge, wovon GEA aufgrund ihrer breiten Aufstellung profitieren sollte. Mit Blick auf das KGV von 13,1 für 2008 und 11,9 für 2009 sei die Aktie nach den Modellen der Analysten höher bewertet als die anderer Unternehmen in ihrer Peer-Group. Zwar seien die Zukunftsaussichten der GEA nach Erachten der Analysten besser als die anderer Maschinen- und Anlagenbauer, trotzdem würden sie diese Höherbewertung nur für zum Teil gerechtfertigt halten. Zusammen mit ihrem makroökonomischen Szenario würden die Analysten denken, dass das Aufwärtspotenzial in den Monaten begrenzt sein werde.

Aus diesem Grund stufen die Analysten vom Bankhaus Lampe die Aktie von GEA Group mit dem Anlageurteil "halten" ein. Das Kursziel werde von 26,50 EUR auf 22 EUR reduziert. (Studie "MDAX-Guide Frühjahr 2008" vom 05.02.2008) (06.02.2008/ac/a/d)
Analyse-Datum: 06.02.2008

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