Detmold (aktiencheck.de AG) - Nach Ansicht der Experten von "Frankfurter Börsenbrief" reicht der aktuelle Informationskranz noch nicht ganz für eine Kaufempfehlung für die GILDEMEISTER-Aktie (ISIN DE0005878003/ WKN 587800).
Die Vorgänge rund um GILDEMEISTER würden nach aktiver Beeinflussung von Dritten "riechen". Habe das Wertpapier dieses Werkzeugmaschinen-Spezialisten vor einigen Wochen noch bei etwa 20 Euro notiert, so seien daraus weniger als 10 Euro geworden. Die Experten von "Frankfurter Börsenbrief" hatten bei 17,40 im Gewinn verkauft.
Es liege anscheinend ein Anfangsverdacht gegen den Vorstandschef aufgrund der Untreue, Bestechung, Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung vor. Ob hier etwas dran sei, erscheine offen. Offen erscheint den Experten von "Frankfurter Börsenbrief" auch, inwieweit sich hieraus überhaupt ein direkt belastender Effekt für GILDEMEISTER als Unternehmen ergebe. Wer also könnte Interesse an niedrigen Aktienkursen haben? Von einem Aufsichtsratsmitglied sei die Annahme zu vernehmen gewesen, dass hier eine Intrige vorliege und man in den Fokus von Heuschrecken geraten sei.
Möglich wäre dies schon. Es gebe einige kleinere "Päckchen" im Aktionärskreis, doch der größere Teil des Kapitals liege in Streubesitz. Das könnte erklären, warum ein niedriger Preis der GILDEMEISTER-Aktie so wichtig sei. Schließlich sei das Unternehmen in jüngerer Zeit geschäftlich sehr erfolgreich unterwegs gewesen. Im ersten Dreivierteljahr 2007 habe man den Umsatz um 16% auf 1,07 Mrd. Euro gesteigert, den Auftragseingang um 33% auf 1,4 Mrd. Euro und das Vorsteuerergebnis um 129% auf 48,5 Mio. Euro.
Im ganzen Jahr dürfte man einen Umsatz von mehr als 1,5 Mrd. Euro erwirtschaftet haben. Dies stehe gegen einen Börsenwert des Konzerns von grob 500 Mio. Euro. Es würde also nicht wundern, wenn sich in Kürze einige Adressen "outen" würden, die zu Discount-Preisen Pakete geschnürt hätten.
Für eine Kaufempfehlung für die GILDEMEISTER-Aktie reicht der aktuelle Informationskranz noch nicht ganz, so die Experten von "Frankfurter Börsenbrief". (Ausgabe 4 vom 26.01.2008) (28.01.2008/ac/a/d)
Analyse-Datum: 28.01.2008