Wien (aktiencheck.de AG) - Richard Malzer, Analyst der Raiffeisen Centrobank, stuft die Aktie von General Motors (ISIN US3704421052/ WKN 850000) weiterhin mit "verkaufen" ein.
General Motors (GM) habe im ersten Quartal einen Umsatzrückgang von 47% auf USD 22,4 Mrd. hinnehmen müssen. Die weltweiten Auslieferungen seien im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres um 28% gefallen, die weltweite Produktion sei um 40% gekürzt worden. So habe sich der Nettoverlust auf USD 5,9 Mrd. oder USD 9,66 je Aktie belaufen.
Für Aufsehen sorge das Vorhaben zum Schuldenabbau (und somit zur Vermeidung eines Insolvenzverfahren nach Chapter 11) indem GM 60 Milliarden neue Aktien ausgeben möchte. Demgemäß würde der US-Staat als größter einzelner Gläubiger mindestens 50% der Anteile erhalten, die Autogewerkschaft UAW solle für ihren Forderungsverzicht knappe 40% bekommen. Dieses Vorhaben bedürfe jedoch noch der Zustimmung des US-Finanzministeriums.
Die privaten Gläubiger (GM schulde dieser Gruppe rund USD 27 Mrd.) sollten allerdings nur mit rund zehn Prozent an GM-Aktien abgespeist werden, weshalb die privaten Kreditgeber diesen Plan vorerst noch ablehnen würden. Sollte der Plan gebilligt werden, würden die derzeitigen GM-Aktionäre nur noch etwa ein Prozent an dem neu aufgestellten Konzern halten. Zudem wäre die Aktie aufgrund dieser massiven Verwässerung (derzeit rund 610 Mio. GM-Aktien ausständig) auf Basis des gestrigen Schlusskurses (USD 1,15) in der ersten Phase dieser Restrukturierung nur noch etwa USD 0,01 wert.
Die Analysten würden ihre Verkaufseinschätzung für die GM-Aktie beibehalten. Denn wie auch immer die Sanierung durchgeführt werde (ob im Rahmen eines Chapter 11-Insolvenzverfahrens oder mit freiwilligem Schuldenerlass per Umtausch in Aktien), der Druck auf die GM-Aktie bleibe aufrecht. Darüber hinaus könne von einer GM-Rettung auch mit einem etwaigen 50%-igen Staatsanteil nicht gesprochen werden. Die Umsetzung des geplanten Gesundschrumpfens stehe dem Konzern noch bevor.
Umweltfreundlichere Klein- und Kompaktwagen könne GM nicht von heute auf morgen aus dem Hut zaubern. Mit dem für 2010 angekündigten Elektro-Fahrzeug Chevrolet Volt werde man vorerst kein Geld verdienen. Zudem müssten sich alle Hersteller erst darauf einstellen, dass sich der US-Automarkt statt bisher bei rund 16 Mio. jährlicher Neuwagenverkäufe, kurz- bis mittelfristig auf ein Niveau von rund 10 bis 13 Mio. verkauften Fahrzeugen einpendeln werde.
Die Analysten der Raiffeisen Centrobank bewerten die Aktie von General Motors weiterhin mit dem Rating "verkaufen". (Analyse vom 13.05.2009) (13.05.2009/ac/a/a)
Analyse-Datum: 13.05.2009