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HHLA von Zeichnungsorder Abstand nehmen (Geldanlagebrief)
Lange habe es geheißen "Schiff in Sicht", doch nun sei es tatsächlich so weit: Die Hamburger Hafen und Logistik AG, kurz HHLA, docke am Kapitalmarkt an. An Bord: fast 23 Millionen Aktien, die Anleger bis zum 1. November 2007 zeichnen könnten. Der MDAX-Anwärter - ein Kandidat für Ihr Depot?
4.300 Mitarbeiter, weltweit wichtigster Umschlagplatz für Rohkaffee, zweitgrößter Hafen in Europa. So würden die Eckdaten lauten, mit denen die HHLA den Privatanlegern ein Investment in den Logistikbereich schmackhaft machen möchte. Tatsächlich hätten die Hamburger einen großen Trumpf in der Hand - und der heiße Hinterland: Der Hamburger Hafen liege, als östlichster Hafen der Nordsee, im Binnenland. Das senke die Transportkosten und befördere die Wettbewerbsfähigkeit.
Die HHLA arbeite hoch profitabel und erziele Überschüsse in allen Segmenten. In 2006 seien der Umsatz um 22 Prozent auf gut 1 Mrd. Euro, das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) überdurchschnittlich um 41 Prozent auf 296 Mio. Euro und der Jahresüberschuss gar um fast 69 Prozent auf 117 Mio. Euro gestiegen. Dieses Glanzergebnis mit einer EBITDA-Marge von annähernd etwa 30 Prozent könnten Anleger auch an den Zahlen des laufenden Geschäftsjahres ablesen: Bereits nach sechs Monaten hätten die Hamburger 561 Mio. Euro umgesetzt, auf EBITDA-Basis 193 Mio. Euro verdient - ein Plus zur Vorjahresperiode von 16 beziehungsweise fast 52 Prozent. Der Zuwachs beim Jahresüberschuss: stolze 87 Prozent. Ergebnisse wie diese würden die Hamburger auch brauchen. Sie hätten in den nächsten Jahren viel vor. Um die Umschlagkapazitäten bis 2012 von derzeit 6,7 auf dann 11,7 Millionen Standardcontainer auszubauen, seien Investitionen von gut 1,5 Mrd. Euro erforderlich. Gut zu wissen: Die HHLA wolle dennoch 50 bis 70 Prozent des Nettogewinns als Dividende an Anleger weiterreichen.
Das Grundkapital des Aspiranten bestehe aus zwei Aktiengattungen: A-Aktien, die den Teilkonzern Hafenlogistik repräsentieren würden und S-Aktien, die den Teilbereich Immobilien abbilden würden. Zum Angebot unter Federführung von Citigroup und J.P. Morgan würden indes ausschließlich A-Aktien kommen: bis zu zwanzig Millionen Stücke aus dem Besitz der Hansestadt Hamburg und bis zu 4,8 Millionen Anteile aus einer Kapitalerhöhung. Auf Basis der Preisspanne von 43 bis 53 Euro je Aktie würden der Stadt daher Mittel im Volumen von rund 960 Mio. Euro zufließen, während sich die HHLA für die Modernisierung und die Erweiterung der Hafenanlagen mit kaum 230 Mio. Euro begnügen müsse. Anleger sollten dieses Missverhältnis bitte nicht zu hoch hängen. Der Grund: Die Stadt bleibe auch nach dem IPO Mehrheitseigentümerin. Sie habe überdies zugesichert, ihren Emissionserlös ausschließlich für den Ausbau der hafenbezogenen Infrastruktur zu verwenden.
Mit einem Investment in die HHLA-Aktie würden Anleger sich als Anleger direkt an das Wachstum des Welthandels heften und würden sogar überproportional teilnehmen: Die mit Containern transportierte Gütermenge wachse zwei bis drei Mal so stark wie die Weltwirtschaft. Sie erreiche eine Jahresrate jenseits der Zehn-Prozent-Marke. Die HHLA dürfte von diesem Basistrend auch weiterhin überdurchschnittlich profitieren. Dafür würden schon allein die günstige Lage im Binnenland, die Nähe zur Wachstumsregion Osteuropa sowie die im Unterschied zu anderen Häfen weit gediehene Abdeckung der Wertschöpfungskette sorgen. Allein die Bewertung werfe Fragen auf. Verglichen mit anderen Unternehmen aus dem Infastruktur- und Logistikbereich würden Anleger für die Aktie der Hamburger einen hohen Aufschlag bezahlen. Und wie stehe es um die Zukunft? Sie bleibe im Dunkeln. Der Grund: Die mit dem IPO beauftragten Banken würden ihre Emissionsstudien unter Verschluss halten.
Die Experten würden die HHLA als interessantes, weil hoch profitables Unternehmen sehen. Doch mit Blick auf die zurückgehaltenen Gewinnprojektionen und Szenarioanalysen würden Anleger nichts anderes kaufen, als die sprichwörtliche Katze im Sack.
Solange hier keine Fakten auf dem Tisch liegen, würden die Experten vom "Geldanlage-Brief" von einer Zeichnungsorder der HHLA-Aktie Abstand nehmen. (Ausgabe 21 vom 26.10.2007) (26.10.2007/ac/a/n)
Analyse-Datum: 26.10.2007
| 01.09.2008 | HHLA kaufen | Bankhaus Lampe KG | |
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| 15.08.2008 | HHLA kaufen | Bankhaus Lampe KG |
Aktien in diesem Artikel
| Hamburger Hafen und Logistik | 42,3 | -1,1% |
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