16.06.2008 16:18
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HOCHTIEF halten (Bankhaus Lampe KG)

Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Marc Gabriel, Analyst vom Bankhaus Lampe, bewertet die Aktie von HOCHTIEF (ISIN DE0006070006/ WKN 607000) unverändert mit "halten".

Der HOCHTIEF-Konzern gliedere sich in eine Managementholding und sechs Unternehmensbereiche (HOCHTIEF Americas, HOCHTIEF Asia/Pacific, HOCHTIEF Concessions, HOCHTIEF Europe, HOCHTIEF Real Estate und HOCHTIEF Services), die international positioniert seien und die operativen Einheiten umfassen würden. Das Unternehmen beschäftige insgesamt 52.449 Menschen, davon 10.125 in Deutschland, und sei damit einer der führenden Baukonzerne weltweit.

Die Angebotspalette von HOCHTIEF decke die gesamte Wertschöpfungskette von Projekten ab. Die Module Entwicklung, Bau, Dienstleistungen sowie Konzessionen und Betrieb würden dabei wie Zahnräder ineinandergreifen. Alle Leistungen aus einer Hand anzubieten, das erfordere eine intensive Zusammenarbeit der verschiedenen Unternehmensbereiche. Hiervon profitiere das Wachstumssegment Public-Private-Partnership (PPP) in besonderem Maße.

Das Konzessionsgeschäft bilde einen strategischen Schwerpunkt bei HOCHTIEF und stelle neben dem Geschäft im Raum Asien/Pazifik einen der wichtigsten Werttreiber für die Aktie dar. Im Airportmanagement setze das Unternehmen mit der Gründung der weltweit ersten Investitionspartnerschaft auf weiteres Wachstum in einem aussichtsreichen Markt. Das PPP-Portfolio werde mit Neuaufträgen weiter ausgebaut und dank der Kompetenz der australischen Tochter Leighton im Contract-Mining, dem ober- und unterirdischen Bergbau, könne HOCHTIEF den anhaltenden Rohstoffbedarf, insbesondere in Asien, optimal bedienen.

Gerade in der Golfregion und in Australien profitiere der Konzern von dem Boom in der Region und seiner langjährigen Erfahrung, während der Unternehmensbereich Europe seit Jahren durch Margenschwäche gekennzeichnet sei und weitere Restrukturierungsmaßnahmen folgen dürften. Im amerikanischen Baugeschäft sei HOCHTIEF durch die Projekte im öffentlichen Sektor und bei Infrastrukturbauten nicht von der Immobilienkrise betroffen, wenngleich der Verfall der US-Währung das Ergebnis belaste.

Bei der Bewertung hätten die Analysten auf einen Peer-Group-Vergleich und eine Sum-of-the-parts-Bewertung zurückgegriffen. Angesichts des Marktwertes der australischen Tochter Leighton ergebe sich eine Bewertung der HOCHTIEF-Aktie, die maßgeblich von Leighton beeinflusst werde. Hier stecke nach Erachten der Analysten auch das größte Risiko für die Aktie. Leighton habe zwar auch in diesem Jahr überdurchschnittlich von dem Bauboom in der Golfregion und von den Aufträgen der Minenbetreiber in Australien profitiert. Aber die Leighton-Aktie sei mit einer Marktkapitalisierung von über 9 Mrd. EUR nicht mehr günstig.

Die Auftragsbücher von HOCHTIEF seien voll und würden eine gute Basis für weiteres Umsatzwachstum bieten. Jedoch müsse der Konzern in Europa seine Hausaufgaben machen und in allen Bereichen mehr auf profitable Geschäfte setzen, denn im internationalen Vergleich seien die Margen von HOCHTIEF eher im unteren Bereich angesiedelt.

Angesichts der Marktposition (Nr. 1 bei Umsätzen im Ausland) sei das umso verwunderlicher. Daher dürfte der Konzern als Übernahmeobjekt immer stärker in den Fokus von Finanzinvestoren geraten, die HOCHTIEF filetieren könnten.

Die Analysten vom Bankhaus Lampe kommen im Rahmen ihrer Bewertung auf einen fairen Wert von 74 EUR je Aktie aus der Sum-of-the-parts-Analyse und empfehlen vor diesem Hintergrund die HOCHTIEF-Aktie weiterhin mit dem Anlageurteil "halten". (Analyse vom 16.06.2008) (16.06.2008/ac/a/d)
Analyse-Datum: 16.06.2008

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