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HOCHTIEF verkaufen (Bankhaus Lampe KG)
Der Essener Baukonzern HOCHTIEF habe heute die Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr präsentiert und dabei folgende Ergebnisse erzielt: Umsatz: 16,45 Mrd. EUR (+6,4% ggü. Vorjahr), EBIT: 122,9 Mio. EUR (-31,5% ggü. Vorjahr), Jahresüberschuss: 140,7 Mio. EUR (+57,9% ggü. Vorjahr), Ergebnis je Aktie: 2,07 EUR (Vorjahr: 1,37 EUR) und Dividende: 1,30 EUR (Vorjahr: 1,10 EUR).
HOCHTIEF habe das Geschäftsjahr 2007 gut abgeschlossen. Nachdem der Konzern seinen Aktionären einen Konzerngewinn von mehr als 100 Mio. EUR in Aussicht gestellt habe, habe das Unternehmen mit einem Konzerngewinn von 140,7 Mio. EUR die eigenen Erwartungen deutlich (2006: 89,1 Mio. EUR) übertroffen. Das Ergebnis je Aktie habe sich entsprechend um 51,1% auf 2,07 EUR erhöht.
HOCHTIEF habe im letzten Geschäftsjahr neue Rekordwerte bei der Auftragsentwicklung erreicht. Der Auftragseingang des Konzerns sei auf 23,51 Mrd. EUR gestiegen und habe damit den Vorjahreswert deutlich um 14,3% übertroffen. Die Bauleistung habe sich auf 18,77 Mrd. EUR belaufen, was einem Plus von 12,3% entspreche. Der Auftragsbestand habe sich um 18,9% auf 29,9 Mrd. EUR erhöht, womit der Konzern über eine rechnerische Auftragsreichweite von mehr als eineinhalb Jahren verfüge.
Einmal mehr sei das Beteiligungsergebnis der entscheidende Treiber für die positive Bilanz gewesen. Auf Gewinnanteile aus Gemeinschaftsunternehmen aus dem Bereich Asia Pacific hätten 161,9 Mio. EUR Gewinnanteile verbucht werden können. Dies seien vorrangig Erträge der australischen Tochter Leighton. Darüber hinaus habe das Unternehmen 86,5 Mio. EUR aus dem Unternehmensbereich Airport verbucht.
Mit Ausnahme von HOCHTIEF Construction Services Europe (HTC Europe) hätten fast alle Unternehmensbereiche zum positiven Ergebnis beigetragen. HTC Europe habe 2007 ein negatives Vorsteuerergebnis von 149,4 Mio. EUR verzeichnet. Ursache seien zum Teil unerwartet drastische Preissteigerungen für Baumaterialien und Nachunternehmerleistungen gewesen, die sich nur im geringen Umfang an Auftraggeber hätten weiterreichen lassen. HOCHTIEF gehe davon aus, dass sich dies in 2008 nicht wiederholen werde, da der Konzern angabegemäß nunmehr "Qualität" vor "Quantität" bei der Auftragsannahme setze.
Der Bereich Development habe dank des Verkaufs eines 12,5%-igen Anteils an der Mautstrecke Vespucio Norte Express in Chile an MM Warburg für 81,9 Mio. EUR einen Gewinn ausweisen können. Ohne diesen Verkaufserlös hätte der Bereich auch negativ abgeschlossen. Der Konzern betone jedoch, dass in dem Bereich PPP nicht nur Projekte entwickelt würden, sondern auch Verkäufe stattfinden sollten.
Darüber hinaus hätten im letzten Jahr Investitionen auf der Agenda gestanden. In Deutschland habe HOCHTIEF einen 50%-Anteil an aurelis Real Estate übernommen. Die ehemalige Immobilientochter der Deutschen Bahn verfüge über ein werthaltiges Portfolio, das sich mit den Real-Estate-Leistungen des Konzerns optimal verknüpfe. Ziel sei es, die Gesellschaft zum führenden deutschen Asset-Manager und Entwickler innerstädtischer Quartiere auszubauen.
Der Konzern versuche, seinem deutschen Wettbewerber Bilfinger Berger nachzueifern, indem das Unternehmen die Service-Sparte ausbaue. Die Übernahme der Energy-Contracting-Sparte von Vattenfall und die Property-Management-Aktivitäten der Allianz-Immoblien würden den Bereich ergänzen, der zukünftig als Segment Services geführt werde. Die Flughafenaktivitäten und PPP Solutions würden unter dem Vorstand Dr. ref. pol. Peter Noé zukünftig unter dem Bereich Concessions geführt. Die Projektentwicklung (u. a. aurelis) und das Siedlungsmanagement werde als Real Estate Bereich vom Vorstand Prof. Dr.-Ing. Martin Rohr verantwortet.
Der Konzern habe - wie bereits erwähnt - im vergangenen Jahr viel Geld investiert. Neben der Übernahme des aurelis-Anteils sei in den USA mit Flatiron Construction Corp. eines der Top-Ten US-Tiefbauunternehmen erworben worden, um an den möglichen Infrastrukturinvestitionen in den USA zu partizipieren. Jedoch sei für die Analysten aktuell noch fraglich, ob die beiden USA-Engagements von HOCHTIEF (Flatiron und Turner) nicht doch noch von der Subprime-Krise und der Kreditklemme eingeholt würden. Beide Unternehmensteile seien laut Unternehmensangaben nicht im privaten Sektor engagiert.
Daher gehe HOCHTIEF nicht davon aus, dass es nachhaltig unter der Krise zu leiden habe. Die Auftragseingänge würden diese Meinung aktuell unterstreichen. Die Analysten würden diese optimistische Meinung derzeit nicht teilen. Die ausgewiesene Netto-Cash-Position von 323 Mio. EUR beinhalte mit 558 Mio. EUR Anzahlungen. Berücksichtige man dazu noch die Pensionsverpflichtungen und die verpfändeten Wertpapiere, so seien die liquiden Mittel begrenzt.
HOCHTIEF sei zuversichtlich, im Geschäftsjahr 2008 die Ertragskraft des Konzerns weiter steigern zu können. Der Auftragseingang und der Auftragsbestand sollten demnach knapp unter dem Vorjahresniveau liegen. Beim Umsatz dürfte - dank der guten Auftragsbestände - der Vorjahreswert übertroffen werden.
Überrascht habe die Analysten die Aussage, dass das Unternehmen beim Vorsteuerergebnis das Niveau vom Vorjahr von 501,3 Mio. EUR erreichen wolle. Die Analysten würden von einem Rückgang von 7,6% ausgehen. Beim bereinigten Jahresüberschuss würden die Essener - aufgrund der veränderten Ergebnisbeiträge anderer Gesellschafter (insbesondere Leighton) - ein Ergebnis erwarten, das über den 140,7 Mio. EUR aus dem abgelaufenen Geschäftsjahr liege. Die Analysten würden einen Jahresüberschuss von knapp 165 Mio. EUR erwarten.
Positiv würden die Analysten die Erhöhung der Dividende auf 1,30 EUR bewerten. Bei der Bewertung der Aktie würden sie weiterhin auf eine Sum-of-the-Parts-Analyse zurückgreifen. Dabei würden sie zu einem Wert des Eigenkapitals von 3,7 Mrd. EUR gelangen, wobei die australische Tochter Leighton aktuell alleine mit 3,6 Mrd. EUR bewertet sei. Die Analysten würden anhand des Bewertungsmodells einen fairen Wert für die Aktie von 53,75 EUR ermitteln.
Die aktuelle Anlageempfehlung der Analysten vom Bankhaus Lampe für die HOCHTIEF-Aktie lautet "verkaufen" mit dem Kursziel bei 53,75 EUR (zuvor: 80,00 EUR). (Analyse vom 27.03.2008) (27.03.2008/ac/a/d)
Analyse-Datum: 27.03.2008
| 10.10.2008 | HOCHTIEF kaufen | Independent Research GmbH | |
| 10.10.2008 | HOCHTIEF kaufen | AC Research | |
| 09.10.2008 | HOCHTIEF kaufen | Independent Research GmbH | |
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