Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Marc Gabriel, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von HeidelbergCement (ISIN DE0006047004/ WKN 604700) von "verkaufen" auf "kaufen" hoch.
HeidelbergCement habe sein Veräußerungsprogramm mit dem 14,1% Anteilsverkauf an dem indonesischen Zementherstellers PT Indocement Tunggal Prakarsa fortgesetzt. Der Verkaufspreis von 220 Mio. EUR im Rahmen einer Privatplatzierung bei internationalen institutionellen Investoren ermögliche es dem Unternehmen, seinen Schuldenberg weiter zu reduzieren. Das Unternehmen habe bereits im Mai eine 50%ige Beteiligung an Pioneer Road Service (PRS) und das Unternehmen Specialised Tanker Transport an das australische Bau- und Baustoffunternehmen Fultan Hogan verkauft. Die Gesellschaft habe unter dem enormen Schuldenberg im Zusammenhang mit der Übernahme des britischen Konkurrenten Hanson plc zu leiden und der Druck der Banken habe sich mit der Finanzmarktkrise deutlich verstärkt.
Das Unternehmen habe daraufhin bereits mit internen Sparprogrammen, dem Abbau von Personalkapazitäten reagiert und unternehme alles, um die Schulden zurückzuführen. Dazu sollten innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahren Unternehmensteile verkauft werden. Dabei handle es sich um Geschäfte außerhalb der Kernaktivitäten Zement, Zuschlagstoffe (Sand und Kies) und Beton.
Des Weiteren dürfte innerhalb der nächsten Wochen das neue Finanzierungskonzept, welches das Unternehmen in Zusammenarbeit mit Morgan Stanley seit Januar 2009 erarbeitet habe und mit den betroffenen Banken diskutiert habe, vorgestellt werden. Die Präsentation des neuen Finanzierungskonzepts könnte ein Katalysator für die Aktie des Zementproduzenten sein.
Die Banken würden nicht nur bei HeidelbergCement eine entscheidende Rolle spielen, sondern hätten auch der VEM Holding der Merckle-Gruppe mit umfangreichen Kreditmitteln die Übernahme der HeidelbergCement AG ermöglicht. Die Gläubigerbanken der VEM Vermögensverwaltung hätten inzwischen laut Presseberichten das Stillhalteabkommen bis Ende 2010 verlängert. Bis zu diesem Zeitpunkt würden die Banken demnach ihre Forderungen stunden und hätten zudem den laufenden Überbrückungskredit in einen längerfristigen Kredit umgewandelt.
Im Hinblick auf die in den kommenden Tagen bzw. Wochen zu erwartende Lösung bezüglich der neuen Finanzierungsstruktur dürfte die Aktie für spekulative Käufe interessant sein. Die Analysten würden erwarten, dass die Banken zu einer Streckung der Kreditmittel und einer sinnvollen Lösung für das Unternehmen kommen würden. Sie würden die Anstrengungen, die das Unternehmen in dieser weltweiten Wirtschaftskrise unternommen habe, als positiv bewerten. Jetzt seien die Kreditgeber in der Pflicht, dafür Sorge zu tragen, dass es zu einer langfristig tragbaren Lösung für das Unternehmen komme.
Der spekulative Investor hat nach Erachten der Analysten vom Bankhaus Lampe aktuell ein interessantes Chance-/Risikoprofil zum Kauf der HeidelbergCement-Aktie. Das Kursziel werde unverändert bei 35 EUR gesehen. Die Überbrückung beim Großaktionär VEM signalisiere den Analysten, dass es auch bei HeidelbergCement zu einer kurzfristigen Lösung komme. (Analyse vom 16.06.2009) (16.06.2009/ac/a/d)
Analyse-Datum: 16.06.2009