Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Die Analystin der SEB, Oana Floares, stuft die Aktie von Henkel (ISIN DE0006048432/ WKN 604843, VZ) mit dem Rating "hold" ein.
Die Akquisition von National Starch habe bei Henkel den Umsatz im ersten Quartal 2009 gerettet. Die Steigerung auf Konzernebene habe +3% gg. VJ auf 3.258 Mio. EUR betragen, wenngleich organisch die Einnahmen um 7% zurückgegangen seien. Während vor allem Kosmetik organisch noch gut zugelegt habe (+4%), sei die Klebstoffsparte deutlich um 18% zurückgefallen. Unter Einbeziehung des National Starch-Geschäftes habe der Bereich jedoch ein Wachstum von knapp 8% verzeichnet.
Das Konzern-EBIT sei um 32% auf 218 Mio. EUR eingebrochen, ebenso wie das Nettoergebnis (117 Mio. EUR nach 219 Mio. EUR im VJ). Die schwache Auslastung sowie die gestiegenen Marketingaufwendungen hätten dazu beigetragen. Der Ausblick für 2009 sei indes unverändert geblieben. Das Management habe von "schwierigen Marktbedingungen" sowie einer "nur schwer einschätzbaren Entwicklung" gesprochen. Weiterhin werde ein organisches Umsatzwachstum für 2009 höher als der Gesamtmarkt angestrebt. Dabei scheine auch die gebeutelte Klebstoffsparte den Boden gefunden zu haben: Für das laufende Quartal zeichne sich eine leichte Verbesserung der Nachfrage ab.
Das Wachstum in Lateinamerika scheine vorerst ungebrochen. Die hohe Innovationsrate in allen Unternehmensbereichen stelle eine gute Basis zur Nutzung von Preisgestaltungsspielräumen dar. Die rückläufigen Investitionen dürften jedoch den Erneuerungstrend etwas bremsen. Die Vorteile der Einsparungen aus dem Restrukturierungsprogramm würden wohl erst ab 2010 voll sichtbar. Die rückläufigen Rohstoffkosten würden jedoch bereits jetzt entlasten. Die Umschichtung der Kurz- in Langfrist-Finanzverbindlichkeiten sollte die Zinslast deutlich sinken lassen. Die Finanzverbindlichkeiten seien zudem zu über 70% erst ab 2013 fällig.
Die Nachfrage in Westeuropa, einschließlich Deutschland, bleibe wohl schwach. Auch in Osteuropa verlangsame sich das Wachstum, negative Währungseffekte kämen hier ebenfalls hinzu. Die zunehmende Einführung von Eigenmarken durch die Handelskonzerne verschärfe den Wettbewerb. Trotz der konsequenten Rückführung der Schulden nach dem Ecolab-Verkauf bleibe die Nettoverschuldung mit zuletzt über 4,5 Mrd. EUR nach Erachten der Analysten weiterhin recht hoch.
Das Q1-Geschäft habe sich per Saldo stabiler erwiesen als zunächst von den Analysten erwartet worden sei. Auch würden sie davon ausgehen, dass der Boden des Nachfragerückgangs mittlerweile erreicht sei, wenngleich die nächsten zwei Quartale lediglich konsolidiert würden.
Die Analysten der SEB bewerten die Aktie von Henkel mit dem Rating "hold". Sie hätten ihre Erwartungen etwas nach oben revidiert und das Kursziel von 19 EUR auf 23 EUR erhöht. (Analyse vom 13.05.2009) (13.05.2009/ac/a/d)
Analyse-Datum: 13.05.2009