Der Analyst der Helaba Trust, Erhard Schmitt, stuft die Aktie von Holcim (ISIN CH0012214059/ WKN 869898) mit "verkaufen" ein.
Holcim habe die Mehrheit an der indischen Firma The Associated Cement Companies Ltd. (ACC) erworben. Damit seien alle Voraussetzungen erfüllt, um diese Tochter (per 24. Januar) mit einer Jahreskapazität von 18 Mio. Tonnen Zement (zum Vergleich: Holcim-Konzern: 156 Mio. Tonnen) voll in das Konzern-Zahlenwerk einbeziehen zu können.
Zudem habe Holcim durch Übernahme von Anteilen aus den Händen der Gründerfamilien 14,8% am strategischen Partner Gujarat Ambuja Cements Ltd. (GACL) erstanden, was dazu führe, dass die zurechenbare Jahreskapazität weiter auf 34 Mio. Tonnen Zement ansteige. Trotz Nichterreichens einer Mehrheit bei GACL dürfe Holcim die Gesellschaft ab dem zweiten Quartal 2006 konsolidieren, weil mit den Familiengesellschaftern eine Übereinkunft getroffen worden sei, die Holcim die unternehmerische Führung sichere. Der Einstieg bei GACL dürfte Holcim insgesamt 1 Mrd. USD kosten, was nach Ansicht der Analysten ein stolzer Preis sei.
Gleichwohl der Ankündigung einer Kapitalerhöhung habe der Markt recht gelassen reagiert, was daran liegen dürfte, dass Indien als attraktiver Markt angesehen werde und die Schweizer sehr erfolgreich bei der Integration von Unternehmen aus den Emerging-Markets seien.
Trotz der Wachstumspotenziale für Holcim dürfte es temporär zu einer gewissen Verwässerung bei den Bewertungskennzahlen kommen.
Die Analysten der Helaba Trust halten vorerst an ihrer Verkaufsempfehlung für die Holcim-Aktie fest, obwohl sich der faire Wert unabhängig von Finanzierungsfragen und der Annahmequote beim Übernahmeangebot für GACL erhöht hat.
Analyse-Datum: 30.01.2006