Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von SES Research, Tim Wunderlich, stuft die Hymer-Aktie (ISIN DE0006096704/ WKN 609670) weiterhin mit "kaufen" ein.
Hymers schwache Q1 Zahlen würden die extrem schwierigen Marktbedingungen verdeutlichen, denen das Unternehmen momentan ausgesetzt sei. Die Umsätze in Q1 hätten bei EUR 167,5 Mio. und damit etwa 18% unter dem Vorjahreswert von EUR 203,8 Mio. gelegen. Folgende zwei wesentliche Faktoren hätten zu diesem Rückgang beigetragen:
Endkunden seien von der Finanzkrise verunsichert worden und hätten eine abwartende Haltung eingenommen, obwohl sie im Allgemeinen über ausreichend Barmittel verfügen würden, um Kraftfahrzeuge zu finanzieren und nicht von Krediten abhängig seien. Obwohl Hymers Endkunden also noch über eine starke Kaufkraft verfügen würden, würden diese Barmittel momentan eher gehortet als ausgegeben.
Außerdem würden Händler zurzeit ihren vorhandenen Bestand verkaufen anstatt neue Fahrzeuge von den OEMs zu beziehen. Hinzu komme, dass viele Händler aufgrund von verschärften Kreditbedingungen über keine ausreichende Finanzierung verfügen würden. Obwohl Hymer noch keine Ertragszahlen berichtet habe, dürfte der Jahresüberschuss in Q1 im negativen einstelligen Bereich gelegen haben. Gründe seien Hymers kapitalintensives Geschäftsmodell und der entsprechende operative Leverage.
Die Nachfrage dürfte erst wieder anziehen nachdem Händler einen Großteil ihres vorhandenen Bestandes verkauft hätten. Dies könnte noch 6 bis 9 Monate dauern. Obwohl dies nahe lege, dass 2009 für Hymer nichts als Herausforderungen bereit halte, sei dies ein Trugschluss: Die jüngste Insolvenz des Wettbewerbers Knaus Tabbert beweise, dass der Markt für Wohnmobile wahrscheinlich eine Konsolidierungsphase durchlaufen werde, in der Hymer aufgrund seiner soliden Bilanz eine aktive Rolle spielen dürfte und aus der das Unternehmen als europäischer Marktführer in jedem Fall gestärkt hervorgehen werde.
Der Preisdruck sollte nachlassen, da Knaus Tabbert Gläubigerschutz beantragt habe. Das Unternehmen habe seinen Bestand in 2008 für Nachlässe von bis zu 30% verkauft, um schnell Bargeld zu bekommen. Dieses Nachlassen des Preisdrucks verbunden mit dem Rückgang von Rohstoffpreisen (besonders Stahl) dürfte die Bruttomarge von Hymer in 2009 begünstigen. Die Schätzungen für 2009 seien beträchtlich gesenkt worden und würden jetzt einen Umsatzrückgang von 10% berücksichtigen, während der Jahresüberschuss knapp Breakeven erreichen sollte. Die operative Performance in H2 dürfte sich verbessern, da (a) die Vergleichsbasis viel schwächer sei und (b) Händler früher oder später erneut bestellen würden.
Die Kaufempfehlung der Analysten von SES Research für die Hymer-Aktie wird mit einem von EUR 65 auf EUR 35 gesenkten Kursziel bestätigt. (Analyse vom 20.01.2009) (20.01.2009/ac/a/nw)
Analyse-Datum: 20.01.2009