21.01.2008 09:09
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Hypo Real Estate kein Neueinstieg (DaxVestor)

Gerbrunn (aktiencheck.de AG) - Die Experten vom "DaxVestor" raten bei der Aktie von Hypo Real Estate (ISIN DE0008027707/ WKN 802770) von einem Neueinstieg ab.

Schlag auf Schlag seien die Zahlen aus dem Bankensektor gekommen, wobei der Begriff Schlag bei so manchem Institut wörtlich genommen werden könne. Für Aufregung hätten besonders die Zahlen der Citigroup gesorgt, die zwar nicht die schlimmsten Prognosen hätten wahr werden lassen, aber dennoch sehr schlecht gewesen seien.

Am Mittwoch habe J.P. Morgan für einen kleinen Lichtblick gesorgt. Mit "nur" 1,3 Mrd. USD Abschreibungen im 4. Quartal hätten die Belastungen deutlich unter den Prognosen der Analysten gelegen. Die Freude hierüber habe jedoch nur kurz gehalten. Denn am Donnerstag habe die US-Investmentbank Merrill Lynch erneut Abschreibungen in Höhe von 14,1 Mrd. USD bekannt geben müssen. Dadurch sei im vierten Quartal mit 9,8 Mrd. USD der größte Netto-Verlust in der Firmengeschichte angefallen. Insgesamt müsse Merrill Lynch im Geschäftsjahr 2007 23 Mrd. USD abschreiben.

Diese neuen Horrorzahlen hätten auch an den Märkten ihre Wirkung nicht verfehlt. Am Donnerstag seien die anfänglichen Gewinne am deutschen Aktienmarkt nicht nur dahingeschmolzen, der DAX sei tiefrot geworden. Am Freitag sei es dann zu einer leichten Erholung gekommen.

Geldgeber gesucht - so laute derzeit die Mission bei vielen Banken. Auch Merrill Lynch habe eine Kapitalerhöhung in Höhe von 6,6 Mrd. USD angekündigt, die von Investoren aus Südkorea, Kuwait und Japan gezeichnet werden solle. Erst vor ein paar Wochen habe Merrill Lynch 7,5 Mrd. USD von einem Staatsfonds aus Singapur und einer Fondsgesellschaft eingesammelt. In den USA hätten inzwischen auch die meisten Akteure registriert, wie tief greifend die Veränderungen seien. So seien die ersten Adressen der Wall Street peu à peu in ausländischen Besitz gelungen. Noch vor kurzem sei dies unvorstellbar gewesen.

Die US-Hypothekenkrise habe inzwischen auch voll auf dem deutschen Aktienmarkt eingeschlagen. Die Hypo Real Estate, die bislang immer vermeldet habe, nicht von der US-Immobilienkrise betroffen zu sein, habe Belastungen in Höhe von 390 Mio. Euro bekannt geben müssen. Ebenfalls mehr als ärgerlich für Aktionäre: Die Dividende werde auf 0,50 Euro sinken. Die Aktie sei daraufhin um über 30 Prozent eingebrochen. Die Marktkapitalisierung sei binnen Minuten um 2,5 Mrd. Euro geschrumpft.

Die Reaktion des Marktes scheine angesichts der Höhe der Abschreibungen übertrieben. Neben den finanziellen Belastungen sei es vor allem der Vertrauensbruch, der die Anleger zur Flucht aus Hypo Real Estate-Aktien bewegt habe. Vorstandschef Funke stehe daher auch im Kreuzfeuer der Kritik. Mit einer Kommunikationspolitik, die diesen Namen nicht verdiene, habe er nicht nur Aktionärsvermögen vernichtet, sondern sehe sich auch möglichen Schadensersatzklagen gegenüber.

Nach dem spektakulären Kurssturz stelle sich außerdem die Frage, ob man bereits wieder an einen Neueinstieg denken könne. Dieser erscheint den Experten vom "DaxVestor" angesichts der Volatilität der Märkte gegenwärtig noch zu riskant. Zudem sei unklar, welche Auswirkungen sich für das nächste Geschäftsjahr bei Hypo Real Estate ergeben würden. Die Experten würden die Aktie jedoch auf ihrer Watchliste behalten, da nach dem Kurssturz vor allem Discount-Zertifikate auf Hypo Real Estate interessant seien. So böten Discounter mit Cap 20 Euro und Laufzeit März 2009 ein Renditepotenzial von gut 20 Prozent und einen Risikopuffer von ca. 27 Prozent.

Die Finanzindustrie komme nicht zur Ruhe, folglich auch nicht die weltweiten Aktienmärkte. Bei so mancher Aktie scheine die Korrektur übertrieben.

Für einen Neueinstieg in die Hypo Real Estate-Aktie ist es nach Ansicht der Experten vom "DaxVestor" jedoch noch zu früh. (Analyse vom 18.01.2008) (18.01.2008/ac/a/d)
Analyse-Datum: 18.01.2008

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