Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Gemäß den Experten der "Prior Börse" ist die Aktie von InVision Software (ISIN DE0005859698/ WKN 585969) günstig bewertet.
Vorstandschef Peter Bollenbeck habe mit den Experten gesprochen. Er habe den Herbst 2008 in schlechter Erinnerung. Das Jahresendgeschäft sei ein Desaster gewesen, das in einem Kostensenkungsprogramm und Entlassungen geendet habe. Im Normalfall würden zu Ende des Jahres die ganz großen Umsätze erwirtschaftet, weil die Firmenkunden noch schnell die Budgets ausgeben wollten. Doch im vergangenen Jahr sei das anders gewesen. Vor dem Hintergrund einer massiven Kaufzurückhaltung, die die Lehman-Brothers-Pleite mitverursacht habe, seien bei InVision Software die Umsätze eingebrochen.
Im Vergleich zu 2007 seien die Erlöse um 25% auf etwa 12 Mio. EUR gesunken. 2007 sei auf die Lizenzverkäufe noch ein Umsatzanteil von ordentlichen 60% entfallen. Im letzten Jahr sei der Anteil am Gesamtgeschäft auf 28% gesunken. Das sei insofern schlimm, da das Lizenzgeschäft stetig sprudelnde Erlösquellen (Wartung und Service) eröffnen solle, die nun ausbleiben oder mit Verzögerung anfallen würden. Parallel dazu seien die Forderungsverluste explodiert. Unter dem Strich sei ein Verlust von satten 7,8 Mio. EUR ausgewiesen worden. Im Jahr zuvor seien es noch 2,6 Mio. EUR Gewinn gewesen.
Nach Ansicht der Experten sei InVision Software gleichwohl ein einzigartiges Unternehmen. Es gebe keinen Anbieter, der neben dem Markt für Call-Center auch im Einzelhandel und weiteren Sektoren tätig sei. Das Management verfolge bereits seit etwa zehn Jahren diese Strategie und fühle sich damit pudelwohl. "Wir sind in einer einzigartigen strategischen Position, weil wir alles abdecken", so Bollenbeck.
Ein weiteres schlagkräftiges Argument sei, dass sich die Geschäfte seit dem Jahreswechsel wieder erholen würden. Den Kunden sei offenbar bewusst geworden, dass sie mithilfe der Software ihre Kosten reduzieren könnten. Insofern sehe der Vorstandschef InVision Software als Gewinner der Wirtschaftskrise. Der Erwerb der Software amortisiere sich für die Kunden normalerweise in lediglich sechs bis zwölf Monaten. Und es gebe eine ganze Reihe von Branchen, in denen die so genannten Workforce-Management-Lösungen bislang nur sporadisch zum Einsatz kämen.
Der Börsenwert betrage beim aktuellen Kurs von 6,80 EUR 15 Mio. EUR. Das sei günstig, da das Eigenkapital bereits mit 13,7 Mio. EUR in den Büchern stehe. Die EK-Quote liege bei gesunden 72% und sei ein Zeichen dafür, dass die Firma unternehmerisch unabhängig arbeiten könne. Die Experten würden erwarten, dass 2010 wieder schwarze Zahlen geschrieben würden.
Laut den Experten der "Prior Börse" ist die InVision Software-Aktie günstig bewertet. (Ausgabe 67 vom 09.09.2009) (09.09.2009/ac/a/nw)
Analyse-Datum: 09.09.2009