Hamburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von SES Research, Felix Ellmann, bewertet die Aktie von InVision Software (ISIN DE0005859698/ WKN 585969) nach wie vor mit "kaufen".
Am 07.11.2008 habe die InVision AG die vorläufigen Geschäftszahlen für das dritte Quartal 2008 vorgelegt. Während der Umsatz die Erwartungen nur leicht unterschritten habe, habe das Ergebnis deutlich darunter gelegen. Gründe für die Verfehlung des Umsatzzieles seien ein geringerer Lizenzanteil am Umsatz (schlechterer Umsatzmix) sowie vor allem eine Abschreibung auf eine Forderung in Höhe von EUR 1,2 Mio. gewesen.
Es hätten im Q3 nicht wie erwartet weitere nötige Großaufträge gewonnen werden können. Die Gesellschaft stelle eine abrupte Änderung im Investitionsverhalten vieler Kunden fest. Trotz mehrerer laufender Pilotprojekte habe kaum ein Kundengewinn verzeichnet werden können. Zudem habe sich im Projektbereich die Tendenz verschärft, dass sich Kaufentscheidungen zu verschieben beginnen würden. Diese Tatsachen würden bei InVision, aufgrund ihres sehr lizenzgetriebenen Geschäftsmodells, zu deutlichen Verlusten führen. Ein Ende dieser Entwicklung sei derzeit nicht abzusehen, daher würden die Prognosen reduziert.
Das Q4 sei bei InVision unter normalen Bedingungen das mit Abstand stärkste Quartal. Auch für das laufende Q4 2008 werde wieder mit einem besseren Ergebnis gerechnet. Dennoch zeichne sich für 2008 ein deutlicher Verlust ab. In 2009 werde, sofern der Lizenzabsatz nicht deutlich belebt werde, ebenfalls ein Verlust zu erwarten sein. Jedoch sei damit zu rechnen, dass im Falle des antizipierten Szenarios spätestens 2010 auch die Kostenseite angepasst sei.
Die Prognosen würden insgesamt deutlich reduziert. Insbesondere die Lizenzeinnahmen, welche die wesentlichen Margentreiber seien, würden voraussichtlich geringer ausfallen. Die Gesellschaft selbst gebe derzeit aufgrund akuter Unsicherheiten keine neue Prognose aus.
Auch wenn die vorsichtige Prognose für das nächste Jahr ein negatives Ergebnis vorsehe und die Marktsituation gegebenenfalls strukturelle und personelle Anpassungen erfordere, so scheine dennoch unzweifelhaft, dass das operative Geschäft der Gesellschaft wertvoll sei. Allein der erwartete Wartungsumsatz (aus Bestandskunden) betrage jährlich gut EUR 4 Mio. und stelle einen erheblichen Wertbeitrag dar.
Aus Bewertungssicht sei darauf hinzuweisen, dass die Gesellschaft zum Quartalsende über eine Nettoliquidität in Höhe von EUR 13 Mio. (EUR 5,80 je Aktie) und zusätzlich über offene Forderungen (netto) in Höhe von EUR 5,4 Mio. (EUR 2,40 je Aktie) verfügt habe. Zusammen entspreche dies rund EUR 8,20 je Aktie. Demgegenüber stünden nur unwesentliche Verbindlichkeiten. Das Eigenkapital je Aktie liege bei EUR 9. Das operative Geschäft der InVision werde also auf dem derzeitigen Bewertungsniveau nicht eingepreist.
Das Kursziel werde auf EUR 12 von zuvor EUR 16 zurückgenommen, da die Prognostizierbarkeit des Ergebnisses derzeit nur extrem eingeschränkt möglich sei und somit sehr konservative Erwartungen und eine hohe Risikoadjustierung (DCF-Modell) herangezogen würden. Grund sei die hohe Abhängigkeit InVisions von einzelnen kurzfristigen Kaufentscheidungen von sehr zyklisch entscheidenden Kunden.
Die Analysten von SES Research raten die Aktie von InVision Software weiterhin zu kaufen. (Analyse vom 13.11.2008) (13.11.2008/ac/a/nw)
Analyse-Datum: 13.11.2008