13.05.2008 17:42
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Industriemetalle Korrektur nimmt Gestalt an (Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) )

Stuttgart (aktiencheck.de AG) - Betrachtet man die Entwicklung an LME und Co seit Anfang März scheint die von uns seit längerem erwartete Korrektur der Basismetallpreise nun Gestalt angenommen zu haben, so die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg.

So habe der Basismetallindex LMEX seit dem Jahreshoch am 5. März bereits über 9% an Wert verloren, obwohl die am stärksten gewichteten Metalle Kupfer und Aluminium gegenüber den meisten anderen Metallen noch vergleichsweise moderat korrigiert hätten. Fakt sei, dass sich alle in London gehandelten Basismetalle außer Zinn inzwischen deutlich von ihren Jahreshöchstständen entfernt und zuletzt weiter südwärts tendiert hätten. So auch in der vergangenen Handelswoche als ein überwiegend bearisher Newsflow (Ende des Codelco-Streiks in Chile, Lageraufbau an der LME und relative USD-Stärke) die Notierungen von Kupfer und Co erneut unter Druck gebracht habe.

Wochenverlierer seien Nickel und Blei gewesen, die um 7% bzw. 13% nachgegeben hätten. Gegenüber dem Vormonat sei der Bleipreis damit bereits um rund 25% gefallen. Ursächlich für die starke Korrektur des Schwermetalls sei vor allem der deutliche Aufbau von Lagerbeständen, die zuletzt auf den höchsten Stand seit Herbst 2006 gestiegen seien. Kupfer, das vielfach als Gradmesser für den gesamten Metallsektor gelte, habe sich zur Vorwoche um knapp 2% ermäßigt, nachdem am Freitag eine überdurchschnittlich hohe Tonnage von 11.000 t des roten Metalls in den LME-Lagerhäusern eingetroffen sei.

In den kommenden Tagen könnte der Abwärtstrend der Metallpreise zunächst an Dynamik verlieren. Denn mit dem erneuten Tarifkonflikt in Peru, dem katastrophalen Erdbeben in China und der Chance vermehrter technischer Käufe stünden kurzfristig überwiegend preistreibende Faktoren auf der Agenda. Darüber hinaus halte man eine Fortsetzung der Korrektur jedoch für wahrscheinlich. Als Argumente hierfür diene neben der Entwicklung der Lagerbestände (die überwiegend auf eine leichte Nachfrageabschwächung hindeuten würden) auch der Rückzug der Investoren aus dem Kupfermarkt.

Skeptisch stimmen die Analysten der Landesbank Baden-Württemberg auch die vorläufigen Metallhandelsdaten Chinas für den Monat April. Demnach habe das Reich der Mitte in den ersten vier Monaten des Jahres rund 12% weniger Kupfer und Kupferprodukte als noch im Vorjahreszeitraum importiert. Angesichts des überdurchschnittlich hohen Importniveaus im vergangenen Jahr würden die jüngsten Daten zwar keine fundamentale Eintrübung des Kupfermarktes darstellen. Dennoch erscheine es fraglich, ob die aktuelle Marktsituation ein Preisniveau von deutlich über 8.000 USD je Tonne rechtfertige. (13.05.2008/ac/a/m)
Marktbericht-Datum: 13.05.2008

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