Hamburg (aktiencheck.de AG) - Finn Henning Breiter, Analyst von SES Research, stuft die Aktie von KWS SAAT (ISIN DE0007074007/ WKN 707400) weiterhin mit dem Rating "kaufen" ein.
Der Trend einer steigenden Zuckernachfrage sollte nachhaltig sein, da sich die Konsumlücke zwischen Asien und Europa/Nordamerika verkleinern sollte und Zuckerrohr in Südamerika zunehmend zur Produktion von Bio-Ethanol verwendet werde. Der aktuell stark anziehende Zuckerpreis werde jedoch durch einen negativen Angebotsschock in Indien aufgrund schlechter Ernten getrieben, wodurch das Land zu einem Nettoimporteur werde.
Der höhere Zuckerpreis sollte die Zuckerrübenproduktion für Landwirte außerhalb des subventionierten EU-Marktes attraktiver machen, vor allem unter Berücksichtigung des relativ niedrigen Preisniveaus für Getreide und Mais. Allerdings würden Landwirte in Osteuropa unter der Finanzkrise leiden. Damit könnte die Nachfrage nach hochqualitativem Saatgut kurzfristig belastet werden.
Erhebliches Potenzial für Umsatz und Margen bestehe, wenn der Zuckerpreis nachhaltig auf über EUR 370/t (heute: EUR 320/t) ansteige. In diesem Fall wären Exporte in die EU (Festpreis: EUR 404/t) nicht mehr sinnvoll, sodass EU-Landwirte für die gesamte Inlandsnachfrage produzieren müssten (zusätzliche 0,7 Mio. ha/+45%).
KWS SAAT habe in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 08/09 mit einem Anstieg des EBIT um 12,8% auf EUR 106 Mio. eine beeindruckende operative Entwicklung aufgewiesen. Dies beweise, dass die Auswirkung der Wirtschaftskrise auf das Geschäftsmodell sehr begrenze, aber dennoch vorhanden sei. Einige osteuropäische Landwirte hätten Liquiditätsprobleme, sodass KWS SAAT Wertberichtigungen auf Forderungen habe vornehmen müssen, was trotz des starken Umsatzwachstums zu einem gewissen Margendruck im Geschäftsjahr 2008/09 führe. Zudem seien die Vermehrungskosten für Saatgut äußerst hoch gewesen, da die Verträge Ende 2007 hätten abgeschlossen werden müssen, als sich die Rohstoffpreise auf Höchstständen befunden hätten.
Die Ergebniserwartungen für 09/10ff. würden angehoben. Der erwartete Margenanstieg sollte eine Folge der gesunkenen Preise für Mais und Getreide sein, was zu niedrigeren Vermehrungskosten für Saatgut führe und so positiv auf die Bruttomarge wirke.
Die mittelfristigen Erwartungen würden jetzt wieder Wachstumspotenzial für Zuckerrübensaat aufgrund der steigenden Zuckerpreise reflektieren. Angesichts der Tatsache, dass KWS SAAT mit Zuckerrübensaat die höchsten Margen erziele (mehr als14% EBIT-Marge in normalen Jahren) sollte das zusätzliche Wachstumspotenzial in diesem Bereich dazu beitragen, auf lange Sicht EBIT-Margen von über 11% im Konzern zu generieren.
Angesichts der Tatsache, dass die aktuellen Nachrichten aus der Industrie keine kurzfristige Erholung der Wirtschaft andeuten würden, sollten weniger zyklische Geschäftsmodelle für Investoren weiterhin attraktiv sein. Zudem verbessere der hohe Zuckerpreis das Sentiment für KWS SAAT, den Weltmarktführer für Zuckerrübensaatgut.
Das Kursziel werde auf Basis eines DCF-Modells und dem FCFY 2010/11 von EUR 125 auf EUR 140 angehoben.
Die Analysten von SES Research bestätigen ihre Kaufempfehlung für die KWS SAAT-Aktie. (Analyse vom 02.07.2009) (02.07.2009/ac/a/nw)
Analyse-Datum: 02.07.2009