Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Christoph Schlienkamp, Analyst vom Bankhaus Lampe, bewertet die Aktie von LEIFHEIT (ISIN DE0006464506/ WKN 646450) unverändert mit dem Rating "halten".
LEIFHEIT habe überraschend zur Wochenmitte veröffentlicht, dass CEO Denis Schrey (Verantwortungsbereiche Marketing, Entwicklung, Vertrieb, Technik und Logistik) die Gruppe zum Ablauf des dritten Quartals verlassen werde, um in der Unternehmensgruppe Theo Müller in die Zentrale Geschäftsführung der Gruppe einzutreten. Positiv sehe man, dass die Gesellschaft parallel mit Georg Thaller den Nachfolger vorgestellt habe, der spätestens zum Jahresende 2009 den Vorstandsvorsitz von LEIFHEIT übernehmen werde.
Thaller sei gegenwärtig Sprecher der Geschäftsleitung sowie Geschäftsführer Marketing und Vertrieb beim Kochgerätehersteller Fissler. Zuvor sei er in verschiedenen Funktionen bei Ferrero und als Marketingdirektor bei Melitta tätig gewesen. Man erwarte durch die Veränderungen im Management keine Veränderungen in der Unternehmensstrategie.
Zuletzt habe LEIFHEIT die Zahlen für das erste Halbjahr 2009 vorgelegt: Der Umsatz sei auf 137,2 Mio. Euro gestiegen, nach 136,9 Mio. Euro im Vorjahr. Das EBIT habe 2,8 Mio. Euro betragen, nach 0,9 Mio. Euro im Vorjahr. Der Nettogewinn habe sich auf 0,5 Mio. Euro belaufen, nach -1,7 Mio. Euro im Vorjahr.
Das Ergebnis resultiere aus einem stabilen Umsatzvolumen, das trotz schlechterer Rahmenbedingungen auf dem Vorjahresniveau habe gehalten werden können. Der traditionell umsatzstärkere Unternehmensbereich Haushalt sei nunmehr wieder die ertragsstärkste Säule des Konzerns. Die Marken LEIFHEIT, Dr. Oetker Backgeräte, Soehnle, Birambeau und Herby hätten ihre Umsätze um 4% auf 104 Mio. Euro erhöht. Der Anstieg sei jedoch vor allem konsolidierungsbedingt, da der französische Wäschetrocknerhersteller Herby im Vorjahreszeitraum noch nicht im Zahlenwerk enthalten gewesen sei.
Positiv sei vor allem das Geschäft in Deutschland gewesen. In Osteuropa, in den USA und in Spanien hingegen sei es wie erwartet zu Umsatzeinbußen gekommen. Der Haushaltsbereich habe mit 2,5 Mio. Euro signifikant mehr zum EBIT beigetragen als noch vor einem Jahr (Vorjahr: 0,5 Mio. Euro). Dies geht nach Erachten der Analysten vom Bankhaus Lampe vor allem auf zahlreiche Innovationen und die Produktfamilien Wäscheschirme und Twist-System zurück.
Im Badbereich habe der Konzern im ersten Halbjahr 2009 Umsatzrückgänge von rund 10,8% auf 33 Mio. Euro hinnehmen müssen, wofür die aktuell sehr schwierigen Märkte in Osteuropa und Frankreich den Ausschlag gegeben hätten. Das EBIT im Badgeschäft habe sich vor allem durch die niedrigeren Umsatzvolumina von 2,3 Mio. Euro auf 1,9 Mio. Euro reduziert.
Der Cash-flow aus laufender Geschäftstätigkeit sei im Konzern auf 28,5 Mio. Euro (Vorjahr: -8,5 Mio. Euro) gestiegen. Dies ist nach Erachten der Analysten vom Bankhaus Lampe ein erstes Ergebnis der zum Jahresbeginn eingeleiteten Maßnahmen zur Optimierung des Working Capital. Die Cash-flow-Rechnung zeige, dass sich allein das Working Capital in der ersten Jahreshälfte um 35 Mio. Euro verbessert habe, sodass dies der Haupttreiber für die Verbesserung des operativen Cash-flow dargestellt habe.
Die Gruppe ist nach Erachten der Analysten vom Bankhaus Lampe auf dem Weg der Restrukturierung und Fokussierung ein weites Stück vorangekommen. Es bleibe aber unverändert, dass das zweite Halbjahr 2009 weiter anspruchsvoll und herausfordernd bleiben dürfte.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe stufen die LEIFHEIT-Aktie weiterhin mit "halten" ein. Der Peer Group-Vergleich auf der Basis ihrer Multiples EV/Sales, EV/EBIT, KGV und Kurs-Buchwert zeige nach dem Rollen der Bewertung auf 2011 ein Kursziel von 10,00 Euro (zuvor: 9,00 Euro). (Analyse vom 21.08.2009) (21.08.2009/ac/a/nw)
Analyse-Datum: 21.08.2009