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13.05.2010 11:35

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Loewe spekulativer Kauf

Bad Nauheim (aktiencheck.de AG) - Nach Meinung der Experten von "Aktienservice Research" ist die Aktie von Loewe (ISIN DE0006494107/ WKN 649410) ein spekulativer Kauf.

In knapp fünf Wochen beginne die Fußball-WM in Südafrika. Gehe es nach dem Fernsehgerätehersteller, wäre dies eine gute Gelegenheit zum Kauf eines neuen Bildschirms. So richtig ins Rollen scheine das WM-Geschäft bei Loewe aber noch nicht gekommen zu sein. Die zuletzt vorgelegten Quartalszahlen hätten nur leicht über den Vorjahresniveaus gelegen.

Eigenen Angaben zufolge sei Loewe dennoch gut ins Geschäftsjahr 2010 gestartet. Firmenlenker Frieder C. Löhrer habe betont, dass man mit den leichten Steigerungen in den ersten drei Monaten im Rahmen der Planungen liege. Beim Umsatz habe der Konzern mit 73,4 Mio. Euro etwas mehr als im Vorjahreszeitraum mit 72,8 Mio. Euro verbucht. Die Entwicklung in den einzelnen Märkten sei jedoch uneinheitlich gewesen. In Deutschland, mit einem Umsatzanteil von rund 57,5% nach wie vor Hauptabsatzgebiet, hätten sich die Erlöse um 3% auf 42,2 Mio. Euro verringert. Im Ausland seien die Geschäfte besser gelaufen, hier seien die Einnahmen um 7% auf 31,2 Mio. Euro gestiegen.

Mit Blick auf die einzelnen Produktsparten hätten die Fernsehgeräte einen Umsatzrückgang um 7% auf 58,7 Mio. Euro verzeichnet. Während Loewe eigenen Angaben zufolge aufgrund der konsequenten Positionierung im Premiumsegment und wegen des attraktiven und individuellen Produktportfolios die Verkaufspreise lange Zeit nahezu stabil habe halten können, obwohl die durchschnittlichen Marktpreise in Europa weiter stark nach unten tendiert hätten, habe der Konzern nun die Preise gesenkt, insbesondere im TV-Einstiegsbereich.

Wie es geheißen habe, habe man zusätzliche Kaufanreize für die eigenen hochwertigen Produkte schaffen und sich strategisch sinnvolle Preisprämien sichern wollen. Laut Vorstand ein Schritt, der so in den Planungen für 2010 vorgesehen gewesen sei. Er habe ferner die erfreuliche Entwicklung bei großformatigen LCD-TVs ab 37 Zoll am LCD-Gesamtumsatz von Loewe hervorgehoben, deren Umsatzanteil von 58% auf 63% geklettert sei.

Fernseher seien zwar die größte, aber nicht die alleinige Einnahmequelle. Loewe verstehe sich als Premiummarke im Bereich Home Entertainment-Systeme. Neben Bildschirmen biete der Konzern daher auch Audio- und Videosysteme (Blu-ray- & DVD-Spieler, HiFi-Anlagen, Lautsprecher), die im Segment Audio/DVD zusammengefasst seien. Es habe sich im ersten Quartal mit einem Umsatzplus von 90% auf 9,7 Mio. Euro besonders positiv entwickelt.

Das Unternehmen habe von der erfolgreichen Markteinführung des "Mediacenters" profitiert, das als wahres Multitalent angepriesen werde. Es spiele CDs, DVDs und empfänge Radio-Signale über Antenne, Kabel, Satellit oder aus dem Internet. Ferner könnten digitale Musikdateien von Festplatten oder aus dem Heimnetzwerk ebenso genutzt werden wie iPod oder iPhone.

"Mit der Einführung des Mediacenters sind wir unserem Ziel, Loewe zur bedeutendsten internationalen Premiummarke für Home Entertainment-Systeme zu entwickeln, einen wichtigen Schritt näher gekommen", habe der Vorstand gesagt. Und auch im dritten Segment "Sonstiges", welches das Produktportfolio um Aufstelllösungen für Fernseher und andere Heimkinokomponenten abrunde, hätten die Einnahmen im ersten Quartal um 9% auf 5 Mio. Euro zugelegt.

Neben den insgesamt gestiegenen Umsätzen habe Loewe im ersten Quartal 2010 auch bei den Erträgen zulegen können. Trotz planmäßiger Preisanpassungen im TV-Einstiegsbereich und des etwas niedrigeren Umsatzvolumens in Deutschland habe sich das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 0,7 auf 0,8 Mio. Euro verbessert. Dazu hätten den Angaben zufolge die insgesamt wertorientierte Vermarktung und der weiterhin gute Produktmix beigetragen. Konkret habe beispielsweise der höhere Anteil der großformatigen LCD-TVs gestützt. Unter dem Strich seien 0,2 Mio. Euro Profit übrig geblieben und damit genauso viel wie im Vorjahreszeitraum.

Alles zusammen genommen seien die Zahlen für das erste Quartal somit solide, dürften bei den Investoren aber keine Jubelstimmung auslösen. Vielleicht ändere sich dies im zweiten Quartal. Möglicherweise könne Loewe doch noch von der Fußball-WM profitieren. Wie es bei Vorlage der Quartalszahlen geheißen habe, bereite das Unternehmen aktuell intensiv die wichtigste Markteinführung des Jahres vor. "Pünktlich zur Fußball-WM in Südafrika wird unsere neue Produktlinie "Individual" mit neuester LED-Hintergrundbeleuchtung eingeführt", so der Vorstand. Ob Farben, Materialien, Aufstelllösungen oder technische Ausstattung - Loewe Individual eröffne dem Kunden mehr als eine Million unterschiedlicher Alternativen, sein persönliches TV-System zu konfigurieren, werbe das Unternehmen.

Aber auch über die WM hinaus seien weitere Schritte geplant. Loewe wolle die Produktoffensive mit der Einführung von weiteren großformatigen, hochauflösenden LCD-TVs mit LED-Hintergrundbeleuchtung konsequent fortführen.

Entsprechend vorsichtig optimistisch sei auch der Ausblick auf das Gesamtjahr 2010. Die Gesellschaft rechne mit einem moderaten Umsatzwachstum. Dabei wolle man das hohe Niveau in Deutschland stabil halten und in anderen europäischen Kernmärkten profitable Zuwächse im zweistelligen Prozentbereich realisieren. Dank der Kostendisziplin sowie der konsequenten Fortsetzung der wertorientierten Vermarktung der Premiumprodukte solle zudem beim EBIT das Vorjahresniveau erreicht werden. 2009 habe Loewe 324 Mio. Euro umgesetzt und damit 13,4% weniger als im Vorkrisenjahr 2008. Das EBIT sei sogar um mehr als die Hälfte von 28,5 auf 13,5 Mio. Euro geschrumpft.

Nachdem zu Beginn des neuen Jahrtausends der Wechsel vom Röhrenfernseher hin zu den LCD-Geräten nicht reibungslos geklappt habe und der Konzern knapp an einer Pleite vorbeigeschrammt sei, wirtschafte er seit 2006 wieder profitabel. Daran wolle die Gesellschaft auch 2010 und darüber hinaus anknüpfen und sehe sich mit dem Geschäftsmodell, seiner "sehr soliden Kapitalstruktur" und den weit reichenden Finanzierungsvereinbarungen für die Zukunft bestens aufgestellt. Die Ergebnisziele für 2010 würden jedoch eher zurückhaltend anmuten. Vielleicht berge dies aber die Chance auf eine positive Überraschung.

Zwar scheine das bisherige WM-Geschäft eher schleppend zu verlaufen, dies könnte sich in den nächsten Wochen aber noch ändern. Darüber hinaus habe die Gesellschaft in den vergangenen Jahren als Anbieter von hochpreisigen Premiumprodukten der absatzmengenmäßig deutlich größeren Konkurrenz aus Asien getrotzt. Die Rechnung von Loewe scheine somit aufzugehen. Der Konzern setze auf sinnvolle, ausgeklügelte und hoch entwickelte Technik, die einfach zu bedienen und in edlem hochwertigem Design verpackt sei.

Zwar wird der Wettbewerb künftig sicherlich nicht einfacher, für Investoren, die daran glauben, dass sich die Gesellschaft auch künftig in ihrer Nische behauptet, könnte die Loewe-Aktie jedoch ein spekulativer Kauf sein, so die Experten von "Aktienservice Research". (Aktien Ausgabe 515 vom 12.05.2010) (13.05.2010/ac/a/nw)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.

Zusammenfassung: Loewe spekulativer Kauf
Unternehmen:
Loewe AG
Analyst:
Aktienservice Research
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Abst. Kursziel*:
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Rating vorher:
kaufen
Kurs aktuell:
5,55 EUR
Abst. Kursziel aktuell:
-
Analyst Name:
-
KGV*:
-
Ø Kursziel:
5,15 EUR

*zum Zeitpunkt der Analyse

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