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Microsoft kaufen (Aktienservice Research)
Der weltweit größte Softwarehersteller, Microsoft, habe für das zweite Quartal des aktuellen Geschäftsjahres 2007/08 (bis Ende Juni) neue Rekorde melden können. Und es sehe danach aus, als würde der Konzern trotz eines schwachen US-Marktes in den nächsten Monaten weiter wachsen, denn die Geschäfte außerhalb des Heimatmarktes würden bestens laufen.
In der Szene von PC-Freaks gehöre der Name Microsoft nicht unbedingt zu den beliebtesten Kandidaten. Seit Jahren gebe es viele Diskussionen, welches Betriebssystem besser sei: Windows oder Linux. Tatsache sei, dass Microsoft der weltweit führende Hersteller von Standardsoftware, Services und Lösungen sei. Ob man es als PC-Anwender gut finde, sei dahingestellt und ob die Aussage von Microsoft auf seiner deutschen Homepage "Unsere Produkte helfen Menschen und Unternehmen aller Branchen und Größen, ihr Potenzial voll zu entfalten" ebenfalls zutreffe, auch. Manch einer denke hier an den legendären blauen Bildschirm. Doch dies alles dürfte einen langfristig orientierten Anleger nur sehr wenig interessieren. Er möchte mit dem von Bill Gates 1975 gegründeten Unternehmen Geld verdienen.
Die Produktpalette des Konzerns sei breit gefächert, sie erstrecke sich von Betriebssystemen für PCs, mobile Endgeräte und Netzwerke über Serversoftware, Produktivitätssoftware für Unternehmen und private Nutzer, Multimedia-Anwendungen und Online-Services bis hin zu Entwickler-Tools.
Bei all den schlechten Nachrichten, die regelmäßig in den vergangenen Monaten über Microsoft zu lesen gewesen seien, habe der Konzern es immer geschafft, operativ gut dazustehen. Zuletzt habe man hören können, dass die Wettbewerbsbehörde der Europäischen Union weitere Kartellverfahren gegen den US-Software-Hersteller eingeleitet habe. Einmal mehr gehe es hier um die Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung bezüglich der Kompatibilität verschiedener Softwareprodukte. Dabei handle es sich unter anderem um das von Microsoft vertriebene Office-Paket, eine Reihe von Server-Produkten sowie das so genannte NET Framework. Doch der US-Konzern scheine hier mit einer stoischen Ruhe ausgestattet zu sein - für den Verbraucher sicherlich nicht sehr schön, für einen Microsoft-Aktionär jedoch beruhigend.
Denn der in 103 Ländern rund um den Globus vertretende Konzern habe mit seinen jüngsten Quartalszahlen bewiesen, dass er zu den größten und profitabelsten Hightech-Konzernen der Welt gehöre. Microsoft habe im zweiten Quartal einen überragenden Umsatz- und Gewinnschub verzeichnen können und mit den publizierten Zahlen die Erwartungen des Marktes geschlagen. In den drei Monaten zwischen Oktober und Ende Dezember 2007 sei der Nachsteuergewinn von 2,63 Mrd. US-Dollar auf 4,71 Mrd. US-Dollar gestiegen. Das Ergebnis je Aktie (EPS) habe sich von 0,26 US-Dollar auf den Rekordwert von 0,50 US-Dollar verbessert.
Das Unternehmen habe von der starken Nachfrage nach dem Betriebssystem Windows Vista profitiert. Zudem hätten die guten Verkaufszahlen der Office-Anwendungen zum Anstieg beigetragen. Und auch beim Umsatz habe die Gesellschaft überzeugen und neue Spitzenwerte verbuchen können. Konkret sei es um 30,5% auf nun 16,37 Mrd. US-Dollar nach oben gegangen. Dank der Rekorde im zweiten Quartal sehe auch die Halbjahresbilanz bestens aus. Hier sei der Umsatz um 29% auf 30,13 Mrd. US-Dollar geklettert. Der Überschuss habe von 6,1 Mrd. US-Dollar auf 9 Mrd. US-Dollar zugenommen und das EPS habe sich von 0,61 US-Dollar auf 0,95 US-Dollar verbessert.
Doch damit nicht genug: Den sehr guten Quartalszahlen habe Microsoft einen noch besseren Ausblick folgen lassen. Denn für das laufende dritte Quartal sehe der Konzern den Umsatz bei 14,3 Mrd. US-Dollar bis 14,6 Mrd. US-Dollar - und damit weit über den bisherigen Analystenprognosen. Das EPS dürfte den Angaben zufolge bei 0,43 US-Dollar bis 0,45 US-Dollar liegen und umfasse somit den bisherigen Marktkonsens von 0,44 US-Dollar. Für das Gesamtjahr erwarte der Konzern einen Umsatz von 59,9 Mrd. US-Dollar bis 60,5 Mrd. US-Dollar und ein EPS bei 1,85 US-Dollar bis 1,88 US-Dollar.
Microsoft scheine derzeit einer der wenigen Hightech-Konzerne zu sein, denen die anschleichende US-Rezession nichts ausmachen könnte. Zumal die Konzern-Divisionen Business, Client sowie Entertainment & Devices bisher sehr gute Resultate erzielt hätten. Zwar sähen Analysten das Risiko, dass ein schwächerer PC-Absatz im Jahr 2008 Microsoft negativ beeinflussen könnte. Dem könne man aber das Gegenargument gegenüberstellen, dass Microsoft mit einem Umsatzanteil von 60% im Ausland und einer großen nachhaltigen Umsatzbasis besser als die meisten anderen Softwareunternehmen gegenüber einem anhaltend schwächeren wirtschaftlichen Umfeld abgesichert sein dürfte.
Mit einem KGV von derzeit 18 erscheint die Microsoft-Aktie aus fundamentalen Gesichtspunkten zudem nicht zu teuer, so dass auf dem aktuellen Niveau kleinere Käufe zur Depotbeimischung infrage kommen könnten, so die Experten von "Aktienservice Research". Das Stopp-Loss-Limit sollte bei 29,60 USD platziert werden. (Global Markets Ausgabe 375 vom 29.01.2008) (30.01.2008/ac/a/a) Analyse-Datum: 30.01.2008
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