Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft Aktie [WKN: 843002 / ISIN: DE0008430026]

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12.02.2008 12:22
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Münchener Rück Depotaufnahme (Volksbank Karlsruhe)

Karlsruhe (aktiencheck.de AG) - Die Analysten der Volksbank Karlsruhe haben die Münchener Rück-Aktie (ISIN DE0008430026/ WKN 843002) am 04.02.2008 bei einem Kurs von 118,56 EUR in ihr Musterdepot aufgenommen.

Die Münchener Rück habe 2007 auf Basis vorläufiger Eckdaten ihre bisherigen Gewinnziele klar übertroffen: Mit 3,9 Mrd. EUR (VJ: 3,5 Mrd. EUR) weise sie den vierten Rekordjahresgewinn in Folge aus. Damit dürfte sogar die im August 2007 auf 3,5 Mrd. EUR bis 3,8 Mrd. EUR angehobene Gewinnprognose übertroffen werden.

Aktionäre könnten sich auf eine Anhebung der Dividende auf 5,50 EUR (VJ: 4,50 EUR) je Aktie freuen. Damit würden nach dem derzeitigen Stand der dividendenberechtigten Aktien insgesamt rund 1.124 Mio. EUR (VJ: 988 Mio. EUR) an die Aktionäre ausgezahlt. Der im Mai 2007 gestartete Aktienrückkauf über 2 Mrd. EUR habe bereits abgeschlossen werden können. Es seien über 15 Mio. Aktien zu einem durchschnittlichen Kurs von 131,96 EUR erworben worden. Damit seien in den vergangenen 14 Monaten an die Aktionäre insgesamt 3 Mrd. EUR durch Aktienrückkäufe zurückgegeben worden. Wie im Mai 2007 angekündigt, sollten bis 2010 weitere Aktien im Wert von mindestens 3 Mrd. EUR zurückgekauft werden, davon mindestens 1 Mrd. EUR bis zur Hauptversammlung in 2009.

Die Krise am Markt für zweitklassige US-Hypothekenkredite (Subprime-Krise) und die anschließenden Turbulenzen an den weltweiten Kredit- und Finanzmärkten hätten bei der Münchener Rück in 2007 zu relativ niedrigen Aufwendungen geführt. So sei die Gruppe mit ihren festverzinslichen Kapitalanlagen nur in geringem Ausmaß von den Verwerfungen an den Kreditmärkten betroffen gewesen.

Im 4. Quartal habe es Veräußerungsverluste von weniger als 10 Mio. EUR auf Finanzinstrumente mit Exponierung gegenüber dem US-Markt für Hypothekendarlehen niedriger Bonität gegeben. Das Portfolio an Subprime-exponierten Titeln sei durch Verkäufe auf 0,34 Mrd. EUR (per 30.09.2007: 0,37 Mrd. EUR) abgebaut worden; das seien weniger als 0,2 Prozent der gesamten Kapitalanlagen. Bis zum 30.09.2007 hätten Subprime-bedingte Abschreibungen und Veräußerungsverluste rund 150 Mio. EUR an Aufwendungen verursacht. Die Belastungen seien innerhalb der vom Vorstand zuletzt genannten Erwartungen geblieben.

Relativ gering seien für die Münchener Rück-Gruppe auch die Risiken aus den von US-amerikanischen Anleiheversicherern mit Garantien abgesicherten Anleihen. Von 0,32 Mrd. EUR im Kapitalanlagebestand per 31.12.2007 seien 80 Prozent Kommunalanleihen, 20 Prozent Unternehmensanleihen und strukturierte Finanzierungen. Selbst ohne eine Garantie der Bondversicherer dürften die gehaltenen Wertpapiere kaum in ihrem Wert beeinträchtigt sein, so dass allenfalls ein sehr niedriger zweistelliger Millionenbetrag abzuschreiben wäre. Der Rückversicherer habe das Anleiherückversicherungsgeschäft bereits 2003 eingestellt. Das auslaufende Haftungsportfolio weise wie bisher keinerlei Probleme auf.

Die konservative Anlagepolitik der Münchener Rück spiegle sich auch im Bestand der festverzinslichen Investments, einschließlich der kurzfristigen Anlagemittel, von rund 135 Mrd. EUR wider: Gut 45 Prozent davon seien Staatsanleihen oder ähnlich sichere Instrumente mit Haftungen öffentlicher Institutionen. Etwa 30 Prozent seien erstklassig besicherte Wertpapiere und Forderungen, im Wesentlichen handle es sich um deutsche Pfandbriefe. Knapp 20 Prozent seien Anleihen von Unternehmen oder Banken sowie Einlagen bei Banken, die mit sehr gutem Rating versehen seien. Nur 4 Prozent (5,5 Mrd. EUR) der festverzinslichen Investments würden auf strukturierte Kreditprodukte entfallen, davon wiederum wie beschrieben nur 0,34 Mrd. EUR mit Subprime-Exponierung.

Im Versicherungsgeschäft lägen nur vorläufige, jedoch noch nicht spezifizierte Schadenmeldungen im Zusammenhang mit der Subprime-Krise vor; somit sei es für eine fundierte Einschätzung noch zu früh. Betroffen sein könnte insbesondere die Haftpflichtversicherung aufgrund von möglichen Klagen gegen Finanzinstitute. Hier hätten jedoch die Münchener in ihrem Jahresabschluss 2007 die notwendige Vorsorge getroffen.

Bei der Münchener Rück hätten zum Jahresanfang 2008 rund zwei Drittel des Vertragsgeschäfts (d.h. ohne fakultative Rückversicherung) in der Schaden-/Unfall-Rückversicherung zur Erneuerung angestanden. Dies entspreche einem Prämienvolumen von ca. 8,5 Mrd. EUR. In der Sachversicherung seien das Privatkundengeschäft und das Agro-Geschäft nur geringen Preisschwankungen unterworfen gewesen, während die Preise im Industriegeschäft deutlich gesunken seien. Wo Naturgefahrenereignisse (insbesondere KyrilI) zu Schäden geführt hätten, seien die Preise stabil geblieben, zum Teil sogar angestiegen.

In einigen Erstversicherungsmärkten seien die Preise beim Kraftfahrtgeschäft gestiegen, so zum Beispiel in Großbritannien, was sich auch positiv auf die proportionale Rückversicherung dieses Geschäfts auswirke. Im nicht proportionalen Kraftfahrtgeschäft seien die Raten meist stabil geblieben oder dort angestiegen, wo in der Vergangenheit die Schadeninflation zu hohen Verlusten geführt habe (z.B. in Großbritannien oder Frankreich).

In der Erstversicherung habe es eine positive Neugeschäftsentwicklung in der Lebensversicherung, besonders im deutschen Jahresendgeschäft gegeben. Insgesamt habe das deutsche und internationale Neugeschäft der ERGO um 3,7 Prozent auf 1,9 Mrd. EUR zugelegt. Im Inland habe das Wachstum 5,0 Prozent auf 1,6 Mrd. EUR (VJ: 1,5 Mrd. EUR) betragen. Der seit einiger Zeit marktweit zu beobachtende Trend, dass die Einmalbeiträge stärker wachsen würden, während das Neugeschäft zu laufenden Beiträgen stagniere oder zurückgehe, habe sich auch 2007 gezeigt.

Der Vorjahreswert sei allerdings durch die dritte "Riester-Stufe" 2006 erhöht gewesen; bereinigt um diesen Basiseffekt wäre das Neugeschäft um 9,3 Prozent gestiegen. Anfang 2008 sei die vierte und letzte Riester-Stufe gefolgt; nun könnten Förderberechtigte mit bis zu 4 Prozent ihres Bruttoeinkommens, maximal 2.100 EUR im Jahr, durch die staatlich geförderte Riester-Rente für ihr Alter vorsorgen. Deswegen sei bei der ERGO in diesem Jahr mit einem starken Sondereffekt auf das Neugeschäft zu laufenden Beiträgen zu rechnen.

Besonders erfreulich beim Blick auf das Neugeschäft sei, dass sich die betriebliche Altersversorgung und die fondsgebundene Lebensversicherung sehr gut entwickelt hätten. Die fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherung habe um über 50 Prozent zugelegt. Die betriebliche Altersversorgung - eine der ERGO-Zielsparten in der Lebensversicherung - sei ebenfalls kräftig gewachsen. Das Neugeschäft sei 2007 um 26,6 Prozent höher gewesen als im Vorjahr.

Im internationalen Bereich sei das Neugeschäft auf 277 Mio. EUR (VJ: 287 Mio. EUR) um 3,7 Prozent leicht zurückgegangen. Grund sei, dass ERGO das Einmalbeitragsgeschäft in Italien bewusst reduziert habe. Die laufenden Beiträge seien dagegen um 24,8 Prozent sehr stark gewachsen. Herauszuheben sei die Neugeschäftsentwicklung bei den ERGO-Gesellschaften in Polen und den baltischen Staaten. Stark gewachsen sei auch das Neugeschäft der Vorsorge Luxemburg, eines auf fondsgebundene Lebensversicherung spezialisierten Unternehmens.

Die Analysten der Volksbank Karlsruhe haben die Münchener Rück-Aktie in ihr Musterdepot integriert. (Ausgabe vom 11.02.2008) (12.02.2008/ac/a/d)
Analyse-Datum: 12.02.2008

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