Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der SEB, Manfred Jakob, stuft die Aktie der Münchener Rück (ISIN DE0008430026/ WKN 843002) mit "buy" ein.
Die Münchener Rück habe einen Gewinnrückgang von 46% auf 420 Mio. EUR hinnehmen müssen. Vor allem das Kapitalanlageergebnis habe die Bilanz verhagelt; es sei um 18,5% auf 1,4 Mrd. EUR zurückgegangen. Das Haus habe erneut Wertberichtigungen auf Kapitalanlagen (wegen des Zinsanstiegs) und Goodwill-Abschreibungen vorgenommen. Die Beitragseinnahmen seien um 5,3% auf 10,37 Mrd. EUR gestiegen. Der operative Gewinn sei "nur" um 37,5% auf 746 Mio. EUR zurückgegangen. Dazu hätten das versicherungstechnische Ergebnis 551 (n. 603) Mio. EUR und das nichtversicherungstechnische Ergebnis 195 (590) Mio. EUR beigetragen.
Die risikoadjustierte Eigenkapitalrendite (RoRaC) habe bei 9,8% gelegen. Hier bleibe das Ziel bestehen, einen RoRaC von 15% für 2009 zu erreichen. Aufgrund der Unwägbarkeiten aus der Wirtschaftskrise und den Kapitalmarktturbulenzen sei eine seriöse Prognose des Jahresgewinns nach wie vor nicht möglich. Die Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio, CR) in der Schaden/Unfall Rückversicherung sei von 103,7 auf 97,3% zurückgegangen.
Das Aktienrückkaufprogramm 2008/09 im Volumen von 1 Mrd. EUR sei planmäßig Ende Q1 abgeschlossen worden. Ferner habe die Münchener Rück nachrangige Verbindlichkeiten von 207 Mio. EUR zurückgekauft.
Ende Q1 sei auch die Übernahme der amerikanischen Hartford Steam Boiler Group (HSB) vollzogen worden. Dies sei eine der größten Versicherungs- und Inspektionsgesellschaften für technische Risiken in den USA. Die HSB gehöre zu den Marktführern bei Versicherungen gegen den Ausfall von Maschinen oder technische Anlagen.
Trotz der schwierigen Bedingungen habe die Münchener Rück ein zufrieden stellendes erstes Quartal hingelegt. Operativ sei sie auf gutem Wege: Im Rückversicherungsbereich habe die Münchener Rück ihre Chancen im Markt genutzt, was sich u.a. auch in den gestiegenen Beitragseinnahmen gezeigt habe. Die jüngsten Erneuerungsrunden (1.1./1.4.) seien erfolgreich gewesen. So hätten teils beachtliche Preiserhöhungen bei bestehenden Verträgen durchgesetzt werden können. Ferner habe das Neugeschäft attraktive Konditionen gezeigt. Nicht profitables Geschäft sei in der Regel nicht verlängert worden.
Die ausgezeichnete Risikoexpertise und die gute Kapitalbasis sowie die guten Kundenbeziehungen seien weiter Garanten für ein gutes Geschäft. Daher habe die Münchener Rück ihr langfristiges Renditeziel (auf das risikogewichtete Kapital = RoRaC) auch bekräftigt. Es gebe interessante Zukäufe in Nischenmärkten (z.B. HSB), um das Erstversicherungs-Geschäft international gezielt auszubauen.
Im ersten Quartal sei das Nettoergebnis von 171 auf -72 Mio. EUR zurückgegangen, das operative Ergebnis sei von 314 auf 77 Mio. EUR gesunken. Die CR sei von 87,8% auf 96,3% gestiegen. Weitere Restrukturierungen seien notwendig (schon eingeleitet). Wegen der Rezession sei mit moderateren Beiträgen zu rechnen. Eine größere Goodwill-Abschreibung sei auf die jüngste Akquisition der österreichischen BACAV (Bank Austria Creditanstalt Versicherung) angefallen. Dieser Zukauf sei allerdings strategisch richtig ("Brückenkopf für die Zukunftsmärkte in Osteuropa").
Die Münchener Rück nutze ihre Chancen in der Rezession, sei gut aufgestellt und dürfte von einer Erholung der Branche stark profitieren. Nur eine weitere Verschärfung der Wirtschaftslage (Depression) würde die Gewinne noch stärker einbrechen lassen.
Die Analysten der SEB votieren mit "buy" für die Aktie der Münchener Rück. Das Kursziel werde von 108 auf 111 EUR angehoben. (Analyse vom 09.06.2009) (09.06.2009/ac/a/d)
Analyse-Datum: 09.06.2009