München (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "SdK AktionärsNews" raten die Aktie von PUMA (ISIN DE0006969603/ WKN 696960) zu halten.
Im Geschäftsjahr 2008 sei die Rekordserie der PUMA AG gebrochen. Zwar sei der Umsatz währungsbereinigt nochmals um 3% auf 2,8 Mrd. Euro gestiegen. Das Ergebnis habe sich aber rückläufig entwickelt und 2009 sei mit nochmals niedrigeren Werten zu rechnen. Dennoch sei das bekannte Sportlifestyle-Unternehmen unverändert gut aufgestellt und die Hauptversammlung am 13. Mai 2009 sei in gewohnt harmonischem Rahmen verlaufen.
Die Rohertragsmarge habe 2008 mit 51,8 (52,3)% auf einem sehr hohen Niveau verharrt. Die operativen Kosten seien wegen erhöhter Marketingaufwendungen und Investitionen jedoch um 9% gestiegen, was das operative Ergebnis um 6% auf 350 Mio. Euro gedrückt habe. 46 Mio. Euro koste allein die neue Firmenzentrale "PUMA Plaza" in Herzogenaurach. Und natürlich sei PUMA wieder bei großen Sportereignissen wie der Fußball-EM und den Olympischen Spielen vertreten gewesen, um die Position als eine der führenden Sportlifestyle-Marken zu sichern und die Markenbegehrtheit auszubauen. Im vierten Quartal seien aufgrund des anhaltend schlechten Marktumfelds außerdem strukturelle Anpassungen vorgenommen worden, die zu einer Sonderbelastung von 25 Mio. Euro geführt hätten. Der Konzerngewinn habe sich deshalb um 14% auf 233 Mio. Euro und das Ergebnis je Aktie auf 15,15 (16,80) Euro verringert.
An dem rückläufigen Ergebnis hätten die etwa 300 Aktionäre keine Kritik geübt - aber an der Dividende, die der Hauptversammlung unverändert mit 2,75 Euro vorgeschlagen worden sei. Der seit 16 Jahren amtierende Vorstandsvorsitzende Jochen Zeitz habe zwar dargelegt, dass die Ausschüttungsquote damit in den letzten Jahren auf 18% verdreifacht worden sei - niedrig sei sie aber damit immer noch.
Außerdem habe PUMA wieder stolze 181 Mio. Euro für den Rückkauf von 825.000 eigenen Aktien ausgegeben, die im April 2009 eingezogen worden seien, womit sich das Grundkapital auf 38,6 Mio. Euro, eingeteilt in 15.082.464 Aktien, verringert habe. Dennoch verfüge PUMA mit 268 Mio. Euro noch über einen üppigen Cashbestand und habe darüber hinaus freie Kreditlinien von 180 Mio. Euro. Das bedeute, wie es Zeitz formuliert habe, den nötigen Puffer, um sich auf das Geschäft konzentrieren zu können und nicht mit Banken über Konditionen diskutieren zu müssen.
2009 wolle der Vorstand nach 14 Jahren ununterbrochenen Wachstums den Fokus auf Konsolidierung und die Anpassung der Kostenbasis an das gegenwärtige Marktumfeld legen. Dafür habe er weitere Maßnahmen ergriffen, die bis 2011 Einsparungen von bis zu 150 Mio. Euro ermöglichen sollten. Zunächst würden diese jedoch Einmalkosten von 110 Mio. Euro verursachen, die im ersten Quartal verarbeitet worden seien. Während die Erlöse nochmals um 4% auf 697 Mio. Euro zugelegt hätten, habe sich das Ergebnis so von 126 auf nur noch 4 Mio. Euro reduziert; bereinigt um den Sonderaufwand hätte der Rückgang nur 9% betragen. Weitere Sonderbelastungen seien nun nicht mehr zu erwarten. Im Gesamtjahr sollte deshalb ein schöner Gewinn erzielt werden.
Die guten Wachstumsperspektiven, die der Aktie immer eine vergleichsweise hohe Bewertung beschert hätten, hätten sich jedoch eingetrübt. Das Papier habe deshalb kräftig an Wert verloren und notiere mit 165 Euro nur noch bei der Hälfte des Betrags, den der französische Großaktionär PPR vor zwei Jahren im Rahmen seines Übernahmeangebots gezahlt habe. Weiter ausbauen wolle PPR seine Beteiligung offenbar nicht; mit einem Anteil von 69,4% verfüge er bereits über eine komfortable Mehrheit.
Nichtsdestotrotz ist die PUMA AG solide aufgestellt und verfügt über eine starke und begehrte Marke, so dass die PUMA-Aktie zumindest eine gute Halteposition darstellt, so die Experten von "SdK AktionärsNews". (Ausgabe 189 vom 08.06.2009) (09.06.2009/ac/a/d)
Analyse-Datum: 09.06.2009