Westerburg (aktiencheck.de AG) - Der Analyst Henning Wagener von AC Research empfiehlt weiterhin, die Aktien von Pfleiderer (ISIN DE0006764749/ WKN 676474) zu halten.
Die Pfleiderer AG gehöre zu den weltweit führenden Herstellern von Holzwerkstoffen, Oberflächenveredelungen und Laminatfußböden. An 22 Standorten in Nordamerika sowie West- und Osteuropa produziere der Konzern für die Möbelindustrie, den Fach- und Heimwerkerhandel und den Innenausbau. Mit seinem umfassenden Sortiment beliefere das Unternehmen Kunden in mehr als 80 Ländern.
Der Konzern habe nach den zuletzt angefallenen hohen Verlusten nun wieder die Rückkehr in die Gewinnzone und die Ausschüttung einer Dividende in Aussicht gestellt. So habe der Vorstandsvorsitzende Hans Overdiek gegenüber der "Wirtschaftswoche" verlauten lassen, dass man nun wieder eine Belebung an den Märkten des Unternehmens spüre. In diesem Zusammenhang habe die Gesellschaft Preiserhöhungen durchgesetzt, wobei noch weitere Preiserhöhungen folgen sollten.
Im Jahr 2011 solle nach Angaben des Konzernvorstandes wieder "echtes Geld" verdient werden. In diesem Zusammenhang könne es, sofern sich die Märkte wieder normalisieren würden, im Jahr 2012 wieder zu der Ausschüttung einer Dividende kommen. Im laufenden Geschäftsjahr 2010 rechne die Konzernleitung allerdings erneut mit Verlusten, wenngleich das Geschäft wieder anziehe.
Im abgelaufenen ersten Quartal 2010 habe das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Umsatzrückgang um 0,7% auf 355,6 Millionen Euro hinnehmen müssen. Das EBITDA habe sich gleichzeitig von 52,7 Millionen Euro auf nunmehr 22,2 Millionen Euro mehr als halbiert. Beim EBIT sei ein Rückgang um 29,1 Millionen Euro auf -6,1 Millionen Euro zu verzeichnen gewesen. Der Verlust der fortzuführenden Aktivitäten habe bei 16,4 Millionen Euro gelegen. Für die Aktionäre des Unternehmens sei ein Ergebnisanteil in Höhe von -19,9 Millionen Euro angefallen.
Die veröffentlichten Zahlen seien erwartungsgemäß schwach ausgefallen. Zwar habe das Unternehmen auf der einen Seite im Vergleich zum vierten Quartal 2009 von anziehenden Volumina und Preisen profitiert. Auf der anderen Seite sei die Ertragsseite aber deutlich von überproportional gestiegenen Rohstoffkosten belastet worden.
Die weiteren Ertragsaussichten der Gesellschaft würden sich vor dem Hintergrund der wieder anziehenden Konjunktur nunmehr positiver gestalten. Dabei werde das Unternehmen wahrscheinlich neben der anziehenden Nachfrage auch von weiteren Preiserhöhungen profitieren können. Gleichzeitig werde sich der eingeschlagene Sparkurs voraussichtlich ebenfalls positiv auswirken. So wolle der Konzern im laufenden Jahr vor allen in der Verwaltung die Kosten um 30 Millionen Euro senken.
Ein Problemfeld von Pfleiderer sei allerdings die weiterhin hohe Nettoverschuldung. So habe sich diese zum Quartalsende auf annähernd 900 Millionen Euro belaufen. Daher werde der Konzern in den kommenden Jahren seinen Fokus auch auf die Schuldenreduzierung richten müssen.
Leicht negativ werte man es, dass die Aktie der Gesellschaft zum 21. Juni aus dem Auswahlindex MDAX absteigen werde. Dann werde das Papier im Auswahlindex SDAX gelistet. Grundsätzlich könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich dieser Abstieg leicht negativ auf das zukünftige Investoreninteresse an der Aktie auswirken werde.
Beim gestrigen Schlusskurs von 4,36 Euro erscheine das Unternehmen nach Ansicht der Analysten von AC Research weiterhin angemessen bewertet. Insgesamt gehe man davon aus, dass sich das Geschäftsumfeld und auch die operative Ertragskraft der Gesellschaft vor allem im zweiten Halbjahr 2010 weiter verbessern würden. Auch die für 2011 anvisierte Rückkehr in die Gewinnzone scheine gut erreichbar.
Die Analysten von AC Research empfehlen weiterhin, die Aktien von Pfleiderer zu halten. (Analyse vom 18.06.2010) (18.06.2010/ac/a/d)