Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Marc Gabriel, stuft die Pfleiderer-Aktie (ISIN DE0006764749/ WKN 676474) von "verkaufen" auf "halten" hoch.
Ernst Pelzer sei vom Aufsichtsrat in den Konzernvorstand bestellt worden und werde das neu geschaffene Ressort Restrukturierung übernehmen und die Neuordnung des Konzerns begleiten.
Der wirtschaftliche Aufschwung gehe an der Holzindustrie weitestgehend vorbei. Der Grund seien hausgemachte Probleme der Branche und Subventionen.
Zunächst habe die notwendige Konsolidierung der Branche nur eingeschränkt stattgefunden und der Markt für Rohspanplatten in Europa sei von Überkapazitäten geprägt worden, die auf eine schwächere Nachfrage gestoßen seien. Zugleich seien die Rohstoffkosten für Leim (ölpreisbedingt) und Holz angestiegen. Der Preisanstieg bei Holz sei wesentlich auf die steigende Nachfrage nach Holzpellets zum Heizen zurückzuführen. Die politische Subventionierung der Biomasseheizkraftwerke und privater Holzöfen habe somit zu steigenden Holzkosten geführt, während die Nachfrage nach Möbeln schwächer gewesen sei, da die Europäer ihr Geld lieber in durch Abwrackprämien subventionierte Neuwagenkäufe gesteckt hätten. Für Pfleiderer und die Wettbewerber habe dies zu deutlich schwächeren Ergebnissen im laufenden Jahr geführt.
Neben diesen externen Faktoren habe jedoch auch die angespannte Finanzierungssituation von Pfleiderer dazu geführt, dass das Unternehmen die Marktchancen nicht entsprechend habe nutzen können.
Neben der endgültigen Werksschließung des Standorts Gschwend (300k m³) im Oktober würden mit der Schließung der Standorte Ebersdorf (550k m³) Dezember 2010) und Nidda (Ende Juni 2011) weitere Kapazitäten reduziert. Auch die Wettbewerber hätten zuletzt weitere Kapazitäten (rund 920k m³) in Deutschland reduziert, sodass aktuell rund 6,7 Mio. m³ Produktionskapazität (-21% von 8,5 Mio. m³ yoy, davon Pfleiderer rund die Hälfte) auf eine Nachfrage von etwa 6,5 Mio. m³ treffen würden. Ab 2011 könnte der Markt ausgeglichen sein. Trotz der ebenfalls enttäuschenden Entwicklung in Nordamerika dürfte das Jahr 2010 den Tiefpunkt markieren.
Für die Werksschließungen rechne Pfleiderer mit 42 Mio. EUR Einmalbelastungen, von denen rund 25 Mio. EUR cash-relevant sein dürften. Dieser Betrag solle durch den Verkauf von Anlagen und Grundstücken refinanziert werden.
Die Pfleiderer-Aktie habe seit der Vorlage der Dreivierteljahreszahlen rund ein Drittel verloren (-60% seit Jahresanfang). Damit dürften die Restrukturierungsaufwendungen, die zu einer erneuten Anpassung der Erwartungen der Analysten führen würden, inzwischen eingepreist sein.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe stufen die Pfleiderer-Aktie von "verkaufen" auf "halten" herauf. Das Kursziel von 2,50 EUR werde bestätigt. (Analyse vom 21.12.2010) (21.12.2010/ac/a/nw)
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