Hamburg (aktiencheck.de AG) - Ingo Schmidt, Analyst der Hamburger Sparkasse, stuft die Vorzugsaktie von Porsche (ISIN DE000PAH0038/ WKN PAH003) unverändert mit "halten" ein.
Porsche biete zurzeit drei Modelle an: Der klassische Porsche 911 sowie die Baureihe Boxster/Cayman würden das Sportwagensegment bilden. Mit dem Cayenne biete Porsche einen sehr erfolgreichen Geländewagen an (Produktion in Leipzig). Als vierte Baureihe werde derzeit mit dem Porsche Panamera ein viertüriges Coupé neu in den Markt eingeführt.
Zurzeit verfüge der Stuttgarter Autobauer offiziell über einen Anteil an Volkswagen in Höhe von 50,76%. Porsche sei in eine "Societas Europaea" (SE) umgewandelt worden. Damit sei eine Holdingstruktur installiert worden, die sowohl die altbekannte Porsche AG sowie die Beteiligung am Volkswagen-Konzern verwalte. Wichtigster Absatzmarkt für Porsche seien die USA, während China, Russland und der Mittlere Osten sich zunehmend zu attraktiven Märkten entwickeln würden.
Aufgrund der hohen Intransparenz des vorgelegten Zahlenwerks bleibe nur der Versuch, aus der unübersichtlichen Nachrichtenlage (Verhandlungen mit Katar, Kreditantrag bei der KfW, Kapitalerhöhung der Eignerfamilien) zum Thema Kapitalbeschaffung Schlüsse zu ziehen. Keine Rede mehr sei davon, die Verhandlungen über eine Fusion von Volkswagen und Porsche im ursprünglich avisierten Zeitrahmen von vier Wochen abzuschließen.
Sollte es Porsche gelingen, die Suche nach weiteren Fremd- und Eigenkapitalgebern erfolgreich abzuschließen und so gestärkt aus der aktuellen Krise hervorzugehen, könnte dies der Aktie Auftrieb verleihen. Die Wahrscheinlichkeit dieses Erfolges sei allerdings auf Basis der vorliegenden gesicherten Informationen nicht seriös abschätzbar. Mindestens ebenso gut möglich erscheine ein Fehlschlag der Verhandlungen mit einem deutlichen Abwärtsrisiko für die Aktie.
Investoren, die sich bereits dafür entschieden haben, die Risiken der hohen Intransparenz mitzutragen, sollten sich die Chancen auf einen Kursanstieg bei Vorlage weiterer Details offen halten und nach Meinung der Analysten der Hamburger Sparkasse die Vorzugsaktie von Porsche halten. Von Neuengagements rate man zum gegenwärtigen Zeitpunkt ab, da eine abgesicherte Aussage auf der aktuellen Informationsbasis nicht möglich sei. (Analyse vom 01.07.2009) (01.07.2009/ac/a/nw)
Analyse-Datum: 01.07.2009