Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Frank Neumann, empfiehlt die Premiere-Aktie (ISIN DE000PREM111/ WKN PREM11) nach wie vor zu halten.
Heute habe Premiere die Zahlen für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres bekannt gegeben. Diese seien wie folgt ausgefallen: Der Umsatz habe 251,5 Mio. Euro (Vj.: 224,3 Mio. Euro, BHL-Erwartung: 271,5 Mio. Euro), das EBIT -21,7 Mio. Euro (Vj.: 15,3 Mio. Euro, BHL-Erwartung: 0,2 Mio. Euro) betragen. Das Ergebnis je Aktie habe bei -0,25 Euro (Vj.: 0,05 Euro, BHL-Erwartung: -0,04 Euro) gelegen. Direkte Kunden habe es 3,62 Mio. gegeben (Q4/2007: 3,65 Mio., BHL-Erwartung: 3,61 Mio.).
Von der Umsatzentwicklung waren die Analysten vom Bankhaus Lampe enttäuscht. Sie hätten mit einem durchschnittlichen Umsatz je Kunde (APRU) von 280 Euro gerechnet, es hätten aber nur 258 Euro generiert werden können. Dieser Wert liege damit drei Euro unter dem Vorjahreswert. Bei den Kosten hätten die Analysten dagegen mit höheren Programm- sowie Vertriebsaufwendungen gerechnet. Vor allem beim Marketing habe die Gesellschaft gespart. Somit sollte das Unternehmen ihres Erachtens einen höheren Spielraum für Marketingmaßnahmen im 2. Halbjahr 2008 haben, zu einem Zeitpunkt wenn das Problem der Piraterie gelöst sein sollte.
Nicht direkt zum operativen Geschäft zählend, hätten der schwache USD das Ergebnis mit 11,3 Mio. Euro auf EBIT-Ebene sowie Zinssicherungsgeschäfte in Höhe von 1,8 Mio. Euro auf Ebene des Vorsteuerergebnisses belastet. Mit Blick auf das Gesamtjahr nehmen die Analysten vom Bankhaus Lampe nach den Zahlen für das erste Quartal ihre Schätzungen etwas zurück. Beim aktuellen Kursniveau würden sie die Aktie als moderat bewertet ansehen. Vor allem auf folgende Punkte möchten sie verweisen: Die Einführung einer neuen Preisstruktur ab dem 2. Halbjahr sollte positiv auf die APRU einwirken.
Zudem sollte die Implementierung neuer Sicherheitssysteme ab dem 3. Quartal greifen und die Zahl der "Schwarzseher" sinken. Das Management rechne mit bis zu 100.000 potenziellen Kunden, die jetzt noch mit illegal entschlüsselten Decodern Premiere empfangen würden. Zudem habe Premiere die Programmqualität durch verschiedene Verträge steigern können (z. B.: DFB-Pokal Übertragung). Auch der größere Marketingaufwand im zweiten Halbjahr 2008 sollte sich positiv auf das Kundenwachstum auswirken.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe sehen auf dem jetzigen Kursniveau etwas Potenzial nach oben für diese Aktie. Nicht zuletzt würden sie davon ausgehen, dass beim aktuellen Kursniveau wieder vermehrt Gerüchte über die Aufstockung der von der News Corp. gehaltenen Anteile an Premiere auftreten würden.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe behalten ihr Kursziel von 14,50 Euro bei und stufen die Premiere-Aktie weiter mit "halten" ein. (Analyse vom 15.05.2008) (15.05.2008/ac/a/d)
Analyse-Datum: 15.05.2008