Detmold (aktiencheck.de AG) - Die Experten vom "Frankfurter Tagesdienst" raten von einem Kauf der Vorzugsaktie von ProSiebenSat.1 Media (ISIN DE0007771172/ WKN 777117) nach wie vor ab.
Das Unternehmen wolle frisches Kapital von den Anteilseignern. Auf der gestrigen Generalversammlung sollten die Aktionäre ihr Placet für zwei mögliche Optionen einer Kapitalerhöhung erteilen. Einerseits solle man das Management zur Platzierung einer Wandelanleihe mit einem Volumen von bis zu einer Mrd. EUR ermächtigen. Dazu könnten bis zu 109,4 Mio. neue Aktien aus dem bedingten Kapital geschaffen werden. Außerdem solle jedoch auch das genehmigte Kapital erhöht werden. Falls dies planmäßig erfolgen werde, könnte die Gesellschaft innerhalb der kommenden fünf Jahre noch einmal 109,4 Mio. neue Aktien ausgeben.
Zwar seien die Probleme bei dem Medienkonzern nicht neu. Doch seitdem die beiden Beteiligungsgesellschaften KKR und Permira die Kontrolle übernommen hätten, habe sich die Lage zusätzlich zugespitzt. Sie hätten die Fusion mit dem europäischen TV-Konzern SBS vorangetrieben. Seitdem leide ProSiebenSat.1 Media unter einer Schuldenlast von 3,5 Mrd. EUR. Da zusätzliches Fremdkapital wohl kaum mehr aufzutreiben sei, müsse es nun intensivere Versuche geben, die Eigenkapitalbasis zu stärken. Dennoch: Abgesehen von den Finanzierungsproblemen müsse man auch dem Gegenwind aus dem operativen Geschäft die Stirn bieten. In 2009 werde in Deutschland von einem Rückgang des TV-Werbemarktes um 10% ausgegangen.
Von der ProSiebenSat.1 Media-Aktie raten die Experten vom "Frankfurter Tagesdienst" seit geraumer Zeit ab und dabei bleibt es auch weiterhin. Erst wenn der Wert die Widerstandsmarke von 4,75 EUR übersteigen könnte, bestünde aus Sicht der Charttechnik Aufwärtspotenzial. (Ausgabe 83 vom 05.06.2009) (05.06.2009/ac/a/d)
Analyse-Datum: 05.06.2009