Zürich (aktiencheck.de AG) - Oskar Schenker, Analyst von Sarasin Research, bestätigt sein "buy"-Rating für die Aktie von SAP (ISIN DE0007164600/ WKN 716460).
Die am 13. Januar 2012 veröffentlichten Eckzahlen zum 4Q 11 bzw. GJ 2011 lägen deutlich über den Erwartungen des Marktes und über den Schätzungen von Analysten. Die 4Q-Software Umsätze seien im Jahresvergleich um 16% auf EUR 1,74 Mrd. angestiegen. Leicht unterproportional mit +14% hätten sich die Software & Support Umsätze entwickelt. SAP habe im Geschäftsjahr 2011 einen Gesamtumsatz von EUR 14,23 Mrd. (+14% ggü. VJ) erzielt. Davon seien EUR 3,97 Mrd. auf Software-Lizenzen entfallen. Der Umsatz für Software & Support (SSRS) sei um 16% auf EUR 11,32 Mrd. angestiegen. Der operative Profit der Gruppe sei auf vergleichbarer Basis (non IFRS: Vergleich durch Rechtssprechung im TomorrowNow Rechtsfall nicht aussagekräftig) um 18% auf EUR 4,71 Mrd. gewachsen.
Erfreulich sei, dass SAP die Anfang Jahres geäußerte Zielsetzung einer Umsatzsteigerung zwischen 10% und 14% am oberen Ende erreicht und die anvisierte operative Marge in einem Band von 32,4% bis 32,9% habe klar übertreffen können. SAP habe im Umsatz in allen Marktregionen zweistellig wachsen können. SAP habe somit im Vergleich zur Konkurrenz weiter Marktanteile gewonnen. Es resultierte das beste Geschäftsjahr seit der Gründung des Unternehmens vor vierzig Jahren, so die Analysten von Sarasin Research.
Ein Ziel der Akquisition von Sybase sei die uneingeschränkte mobile Nutzung der SAP-Werkzeuge für Unternehmenssoftware und Business Intelligence Anwendungen gewesen. SAP wolle es heutigen und zukünftigen Kunden ermöglichen, Geschäftsanwendungen auch mobil nutzen zu können. Die vor Kurzem angekündigte Übernahme von SuccessFactors sei aus dem Blickwinkel eines international funktionierenden Cloud Modells zu sehen.
SAP wolle bis 2015 mit neuen Produkten und Dienstleistungen sowie mit den traditionellen betriebswirtschaftlichen SW-Lösungen für Großkonzerne einen Umsatz von mindestens EUR 20 Mrd. und eine operative Marge von 35% erreichen. Die heutige Kundenbasis von rund 180.000 Firmenkunden solle auf eine Milliarde Benutzer steigen. Um diese Ziele erreichen zu können, müsse das Unternehmen ein durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum von 10% aufweisen.
Per Ende 2011 dürfte die Nettoliquidität bei über EUR 2 Mrd. stehen. Der Kauf von SuccessFactors zu einem Preis von USD 3,3 Mrd. werde vermutlich erst im 1Q 12 verbucht. Mit einem durchschnittlich erwirtschafteten operativen Geldfluss von EUR 3,0 Mrd. pro Jahr dürfte die erneute Nettoverschuldung per Ende 1Q12 aber innert Jahresfrist wieder abgebaut sein. Für den Investor bleibe SAP trotz tiefer Dividendenrendite (1,7%) und unter Berücksichtigung der temporären Sistierung des Aktienrückkaufprogramms interessant.
Die Analysten würden davon ausgehen, dass SAP in der Dividendenpolitik wenig ändern werde und weiterhin rund 30% des Nettogewinns als Dividendensumme einsetzen werde. Die Bewertung der SAP Aktie liege am oberen Ende der Vergleichsgruppe. Ziehe man das Gewinnwachstum für den Vergleich herbei, so liege SAP historisch gesehen deutlich über der Konkurrenz. Dies dürfte sich auch in den nächsten Jahren nicht ändern.
Die Analysten von Sarasin Research bestätigen ihre "buy"-Einstufung für die SAP-Aktie. (Analyse vom 19.01.2012) (20.01.2012/ac/a/d)