S&P 500 Höhenflug gebremst (Erste Bank AG)
So sei der Preis für die amerikanische Benchmark-Sorte WTI erstmals über die Marke von USD 120 geklettert und ein Alltime-High bei USD 124 markiert, der Benzinpreis sei auf USD 3,65/Gallone geklettert. Steigende Benzin- und fallende Immobilienpreise könnten sich für die US-Konjunktur als fatale Kombination herausstellen und würden den US-Konsumenten à la longue wohl zu mehr Sparsamkeit zwingen.
Positive Signale seien vom Arbeitsmarkt gekommen: Zwar sei zum vierten Mal in Folge ein Stellenabbau gemeldet worden, die Beschäftigungszahl sei allerdings nur um 20.000 (Prognose: - 80.000) gesunken, die Arbeitslosenzahl habe mit 5% unter der Schätzung von 5,2% gelegen. Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe seien auf 365.000 gesunken, der Konsens habe 375.000 erwartet.
Besorgniserregend entwickle sich die Verschuldung der US-Konsumenten: Die Verbraucherkredite seien im März um 7% bzw. USD 15,3 Mrd. auf nunmehr USD 2,56 Billionen gestiegen. Im Februar seien sie um lediglich 3,1%, im Januar um 5,8% gewachsen.
Angesichts der weiterhin hohen US-Dollar-Libor-Sätze weite die US-Notenbank die Liquiditätsversorgung aus. Die FED stelle den Märkten ab Montag für insgesamt zwei Wochen Sonderfinanzierungsgeschäfte in Höhe von USD 75 Mrd. (zuvor USD 50 Mrd.) zur Verfügung. Die FED habe zudem erklärt, das Sicherheitenspektrum für Repos auszuweiten.
Immobilienfinanzierer Countrywide knicke 15% ein. Die Übernahme durch die Bank of America drohe nun zu scheitern, nachdem Abschreibungen von bis zu USD 30 Mrd. schlagend werden könnten. Analysten zufolge werde die Bank of America den Kaufpreis nun neu verhandeln und nicht mehr als USD 2 je Countrywide-Aktie zahlen. Fannie Mae habe meldete eine Kapitalerhöhung über USD 6 Mrd. und einen Quartalsverlust von USD 2,2 Mrd. sowie die Kürzung der Dividende gemeldet. Der weltgrößte Versicherungskonzern AIG habe mit einem Verlust von USD 7,8 Mrd. das größte Minus der 90-jährigen Firmengeschichte präsentiert. Nun wolle man sich frisches Kapital in Höhe von USD 12,5 Mrd. besorgen, die Aktie tendiere knapp 10% schwächer.
Der weltgrößte Börsenbetreiber NYSE Euronext steige 6%, nachdem man Umsatz und Gewinne aufgrund der deutlich gestiegenen Handelsaktivitäten habe steigern können. Gute Quartalszahlen seien aus der Medienindustrie gekommen: News Corp. habe den Gewinn mehr als verdreifacht. Walt Disney habe sowohl Gewinn- als auch Umsatzerwartungen klar übertreffen können, die Aktie steige 3,5%.
Einzelhandelstitel hätten Umsatzzahlen für April gemeldet. Wal-Mart habe die vergleichbaren Umsätze um 3,2% steigern können und den Konsens und die eigene Guidance übertroffen. Discount-Händler Target habe die Erlöse um 3,1% erhöht, der Markt habe sich jedoch enttäuscht gezeigt, ähnliches gelte für die Zahlen der Kaufhauskette JC Penney.
Sun Microsystems seien nach Quartalszahlen 20,6% eingeknickt. Der Server-Hersteller habe einen leicht rückläufigen Umsatz gemeldet, aufgrund von Einmaleffekten habe ein Verlust von USD 34 Mio. ausgewiesen werden müssen. Als Konsequenz wolle man nun weitere 2.500 Stellen streichen. Anteilsscheine von Yahoo! seien nach der geplatzten Übernahme durch Microsoft um 8% gefallen. Microsoft habe zuletzt USD 33 geboten, Yahoo! habe USD 37 verlangt. Microsoft habe von der geplatzten Transaktion profitiert, so seien die Übernahmepläne oft als viel zu teurer Verzweiflungsakt interpretiert worden. Lachender Dritter könnte nun Google sein. Zudem habe Google die Beteiligung am landesweiten Wimax-Netz von Sprint Nextel gemeldet.
Neben den Kabelnetzbetreibern Comcast und Time Warner Cable hätten sich nun auch Google und Intel an dem knapp USD 15 Mrd. schweren Gemeinschaftsunternehmen beteiligt. Bei der Wimax-Technologie handle es sich um einen Funkstandard für drahtlose Breitbandverbindungen von bis zu 70MBit/s bei einer Reichweite von bis zu 50km. Zudem habe Sprint von Medienberichten profitiert, wonach die Deutsche Telekom eine Übernahme des drittgrößten US-Mobilfunkbetreibers plane.
Nachdem die Berichtssaison im S&P 500 de facto vorbei sei (484 Unternehmen hätten berichtet) lasse sich ein ambivalentes Resümee ziehen. Am positivsten hätten Konsumtitel sowie der Rohstoffsektor überrascht. Die größten Negativüberraschungen seien aus dem Finanzsektor gekommen, die Gewinne seien zudem um mehr als 86% eingebrochen. Alles in allem habe das EPS-Wachstum im S&P bei -17,8% gelegen. (09.05.2008/ac/a/m)
Marktbericht-Datum: 09.05.2008
| 16.05.08 | Infineon underperform | |
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| 16.05.08 | RWE outperform | |
| 16.05.08 | Deutsche Post buy | |
| 16.05.08 | TUI halten | |
| 16.05.08 | E.ON neues Kursziel | |
| 16.05.08 | Deutsche Postbank neues Kursziel | |
| 16.05.08 | RWE Downgrade | |
| 16.05.08 | Commerzbank strong buy |
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