Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst von GSC Research, Klaus Kränzle, stuft die Aktie von Silicon Sensor (ISIN DE0007201907/ WKN 720190) von "kaufen" auf "halten" zurück.
Ende August habe die Silicon Sensor AG die Zahlen für das erste Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres 2009 gemeldet. Diese hätten noch unter dem Einfluss der tiefgreifenden weltweiten Rezession gestanden. Gegenüber dem ersten Quartal hätten sich keine nennenswerten Änderungen im Geschäftsverlauf ergeben, so dass die Analysten an dieser Stelle auf eine gesonderte Kommentierung des zweiten Quartals verzichten würden.
Im Einzelnen habe sich der Konzernumsatz in der Silicon Sensor-Gruppe um über ein Drittel auf 13,1 (Vj. 20,6) Mio. Euro zurückgebildet. Das EBITDA sei deutlich um 83 Prozent auf 0,9 (5,4) Mio. Euro eingebrochen. Die in Angriff genommenen Kostensenkungsmaßnahmen hätten aufgrund zeitverzögerter Effekte noch nicht ihre volle Wirkung entfalten können. Das EBIT habe mit minus 0,8 (+4,0) Mio. Euro in negatives Terrain gedreht. Der Halbjahresüberschuss sei mit minus 1,1 (+2,6) Mio. Euro ebenfalls negativ ausgefallen, was mit einem Ergebnis je Aktie von minus 0,23 (+0,68) Euro einher gegangen sei. Hierbei sei die gegenüber dem Vergleichszeitraum auf circa 4,4 (3,9) Mio. Stück erhöhte Aktienzahl zu beachten.
Die Silicon Sensor AG gehe für das Gesamtjahr 2009 erst gegen Ende des dritten Quartals von einer Verbesserung des Geschäftsverlaufes aus. Ob diese Erholung ausreiche, um zumindest auf operativer Ebene (EBIT) ein positives Ergebnis auszuweisen, vermöge das Management aktuell nicht vorherzusagen. Dies hänge von der Wiederaufnahme einer normalen Abruftätigkeit bei den Kunden ab, führe das Unternehmen im Halbjahresbericht aus.
In Anlehnung an die Ausführungen im Halbjahresbericht der Silicon Sensor AG hätten die Analysten ihre Schätzungen überarbeitetet. Sie hätten diese sowohl an die schleppende Wirtschaftserholung als auch an die zusätzlichen Aufwendungen durch die antizyklisch geplanten Forschungs- und Entwicklungskosten angepasst. Zudem dürfte der gerade in Krisenzeiten von kapitalstarken Konkurrenten initiierte Preisdruck auf die Margen schlagen.
Im Einzelnen rechnen die Analysten von GSC Research jetzt für 2009 mit einem Umsatz von 28,0 (bisher 29,2) Mio. Euro. Gegenüber dem abgelaufenen Geschäftsjahr würde dies einen Rückgang von über einem Viertel bedeuten. Sie würden jetzt erst von einer Aufhellung der Branchenkonjunktur im vierten Quartal 2009 ausgehen.
Die Analysten würden beim operativen Ergebnis (EBIT) deshalb jetzt nicht mehr mit einem positiven Wert rechnen und ihre Schätzung auf minus 0,2 (+0,4) Mio. Euro reduzieren. Das Unternehmen nenne hier keine konkrete Zahl und stelle das Erreichen eines operativen Gewinns unter den starken Vorbehalt der Wiederaufnahme der Abruftätigkeit wichtiger Kunden. Die Analysten würden deshalb ihre vorsichtige Schätzung für plausibel halten.
Den Jahresüberschuss nach Steuern und Anteilen Dritter sähen die Analysten im Zuge der Schätzungsrevisionen jetzt bei minus 1,0 (-0,4) Mio. Euro, was ein Ergebnis je Aktie von minus 0,21 (-0,12) bedeuten würde. Hier verwässere die nach den durchgeführten Kapitalmaßnahmen neue Aktienzahl von circa 4,6 (3,9) Mio. Stück das Ergebnis zusätzlich.
Der Anleger sollte Schwächephasen der Silicon Sensor-Aktien im Bereich knapp über der Marke von 5 Euro zu Nachkäufen nutzen. Trotz des revidierten Anlageurteils seien die Analysten unverändert von der Wachstumsstory Silicon Sensor überzeugt und würden davon ausgehen, dass diese nur temporär rezessionsbedingt unterbrochen sei.
Die Analysten von GSC Research stufen die Silicon Sensor-Aktie auf "halten" zurück und passen das Kursziel von 6,50 auf 6,30 Euro an. (Analyse vom 23.10.2009) (23.10.2009/ac/a/nw)
Analyse-Datum: 23.10.2009