Hamburg (aktiencheck.de AG) - Finn Henning Breiter, Analyst von SES Research, stuft die SoftM-Aktie (ISIN DE0007249104/ WKN 724910) weiterhin mit "halten" ein.
Die von SoftM am 20.11.2007 vorgelegten Zahlen zum Q3 hätten unter den bereits gesenkten Erwartungen gelegen. Trotz Verfehlen der EBIT-Schätzung habe das Nettoergebnis die Prognosen übertroffen. Dies sei darauf zurückzuführen, dass im Q3 ein steuerfreier Sonderertrag aus der Veräußerung einer Beteiligung erzielt worden sei. Dies habe zu einer deutlich negativen Steuerquote geführt. Maßgeblich für das Verfehlen der Umsatzprognose sei ein starker Umsatzrückgang im Segment Systemintegration. Hier habe, bedingt durch Personalabgänge sowie ein schwaches Marktumfeld für die hauptsächlich adressierte Plattform IBM iSeries, ein Umsatzrückgang auf EUR 4,0 Mio. (Q3 2006: EUR 10,6 Mio.) hingenommen werden müssen.
Im Rahmen der Erwartungen habe sich hingegen das Segment Beratung entwickelt, mit einem konsolidierungsbedingten Umsatzrückgang auf EUR 3,3 Mio. (Q3 2006: EUR 4,4 Mio.). Leicht über den Erwartungen habe das Software-Segment abgeschlossen. Das erfreuliche Umsatzwachstum auf EUR 4,8 Mio. (Q3 2006: EUR 4,1 Mio.) könne die Probleme im Segment Systemintegration jedoch trotz attraktiver Rohmargen noch nicht kompensieren. SoftM implementiere derzeit eine neue Strategie im Segment Systemintegration, die der schwindenden Bedeutung der IBM Plattform iSeries Rechnung trage. Zunehmend sollten integrierte Lösungsangebote vertrieben werden. Die Restrukturierung in diesem Segment dürfte die Unternehmensentwicklung noch über mehrere Quartale belasten, weshalb die Prognosen bis 2009 deutlich gesenkt worden seien. Für das Geschäftsjahr 2007 habe das Management die Guidance gesenkt und erwarte ein EBT auf dem Vorjahresniveau von EUR 0,1 Mio. (alt: deutliche Steigerung des EBT).
Kurzfristig dürfte der Newsflow von der Restrukturierung des Geschäftsfeldes Systemintegration dominiert werden. Mittelfristig sollten jedoch Impulse aus dem Softwaregeschäft in den Vordergrund treten. Insbesondere der bereits erfolgreich begonnene Aufbau eines indirekten Vertriebskanals biete erhebliches Potenzial. Durch die von SoftM angebotene Möglichkeit, dass Vertriebspartner die Softwarelösungen an den spezifischen Bedürfnissen bislang nicht adressierter Branchen weiterentwickeln könnten, biete sich ein erheblicher Hebel zum Leverage der Entwicklungsaufwendungen. Dieser Ansatz sollte einen erheblichen Vorteil gegenüber proprietärer Software bieten und massiv skalierbare Lizenzerlöse ermöglichen. Mit Blick auf die kurzfristig dominierenden Probleme des Geschäftsfelds Systemintegration und die reduzierten Prognosen werde das auf einem DCF Modell basierende Kursziel auf EUR 4,20 (alt: EUR 4,70) gesenkt.
Das Rating der Analysten von SES Research für die SoftM-Aktie bleibt unverändert bei "halten". (Analyse vom 21.11.07). (21.11.2007/ac/a/nw)
Analyse-Datum: 21.11.2007