Harthausen (aktiencheck.de AG) - Die Experten vom "Geldanlage-Brief" halten die Swedish-Match-Aktie (ISIN SE0000310336/ WKN 900439) für ein interessantes Investment.
Krisle die Wirtschaft, würden konjunkturresistente Unternehmen in den Fokus der Investoren rücken: Versorger, Telekommunikationsunternehmen, Pharma- oder auch Tabakwerte. Wenn man abseits von Altria und Philipp Morris ein konservatives Tabak-Investment suche, sollte man einen Blick nach Skandinavien werfen: Dort liefere das hierzulande wenig bekannte Unternehmen Swedish Match Jahr für Jahr stabile Geschäftszahlen ab.
Von Wachstum erkenne man bei Swedish Match auf den ersten Blick recht wenig. Beim Umsatz würden die Skandinavier nämlich auf der Stelle treten, wie man am Umsatzvergleich 2004 zu 2007 sehe: Seien vor fünf Jahren 13 Mrd. Schwedische Kronen durch die Bücher gegangen, seien es 2007 nur noch 12,5 Mrd. Kronen gewesen. Zugleich hätten die operativen Gewinne stagniert. Diese stecke das Management allerdings konsequent in kleinere Zukäufe, in Dividenden und in eigene Aktien. Der Erfolg: Seit dem Börsengang sei die Zahl ausstehender Aktien um stolze 46 Prozent gesunken, der Gewinn pro Aktie sei so automatisch gestiegen.
Wichtigstes Standbein sei mit Margen nahe 50 Prozent das Schnupftabak- und Snus-Geschäft. Auf diese rauchfreien Produkte entfalle inzwischen ein Drittel des Umsatzes und die Hälfte der operativen Gewinne - Tendenz steigend. Im einheimischen Snus-Markt seien die Schweden unangefochtener Marktführer, jenseits des Atlantiks dritte Kraft: Hinter UST und Conwood komme Swedish Match in den USA auf zwölf Prozent Marktanteil. Während die Geschäfte der US-Zigarettenhersteller stagnieren würden, wachse der weltgrößte Schnupftabak-Markt seit über 15 Jahren. Branchenbeobachter würden für 2008 Wachstumsraten um sieben Prozent nennen.
In den USA feiere Swedish Match mit Discountmarken Erfolge. Die sinkenden US-Einkommen würden zu stärkerer Preissensitivität der US-Verbraucher führen - positiv für die Discountstrategie der Schweden. Premiumanbieter UST verliere hingegen an Boden: Sein Marktanteil sei seit 2002 von 74 Prozent auf 58 Prozent zurückgegangen. Das habe den Marlboro-Hersteller Altria aber nicht von einer Übernahme abgehalten. Auch Swedish Match gelte in der Branche als Kaufkandidat. Eine Unsicherheit seien die von Obama angekündigten höheren Verbrauchssteuern auf Tabak: Die Schweden würden rund vierzig Prozent ihres Gewinns in den USA erzielen. Zugleich beschere aber der im Vergleich zur Krone starke US-Dollar positive Währungseffekte.
Mit Swedish Match setze man auf einen vergleichsweise robusten Titel. Das stabile Geschäftsmodell und die satte Dividendenrendite (4%) sollten den Kurs nach unten absichern. Analysten zufolge dürften 2009 etwa 8,30 Schwedische Kronen (0,78 Euro) pro Aktie in der Konzernkasse hängen bleiben. Das KGV erreiche somit bei Kursen um 110 Kronen (10,35 Euro) moderate 13. Der Blue Chip sei damit im Branchenvergleich nicht billig, bringe aber ein solides Geschäftsmodell für stürmische Zeiten mit.
Die Experten vom "Geldanlage-Brief" halten die Swedish-Match-Aktie für ein interessantes Investment. (Ausgabe 01 vom 30.01.2009) (30.01.2009/ac/a/a)
Analyse-Datum: 30.01.2009