Zürich (www.aktiencheck.de) - Michael Romer, Analyst von Sarasin Research, stuft die Aktie von Total (ISIN FR0000120271/ WKN 850727) nach wie vor mit "neutral" ein.
Gemessen an den Öl- und Gasreserven zähle Total zu den größten integrierten börsenkotierten Öl- und Gasgesellschaften der Welt. Der Konzern erwirtschafte rund 85% des operativen Gewinns im «Upstream»- Segment. Mit dem letzten Strategieausblick im September 2012 sei das mittelfristige Produktionswachstumsziel von 2,5% p.a. (2010 bis 2014) für den Zeitraum 2011 bis 2015 auf 3% p.a. erhöht worden (bei unveränderter Annahme eines Ölpreises von USD 100 pro Fass). Über die nächsten zwei bis drei Jahre peile Total erhöhte Bohraktivitäten in 23 Länder an. Schwerpunkte würden dabei Französisch- Guyana, Angola und Mosambique bilden. Strategisch wolle sich Total mehr auf größere und vor allem selber bewirtschaftete Projekte als auf eine Vielzahl von kleineren Bohraktivitäten konzentrieren. Damit solle eine höhere Wertschöpfung erzielt und das Risiko des Gesamtportfolios reduziert werden.
Total warte in einem finanziell ohnehin soliden Energiesektor mit besonders beeindruckenden Bilanzkennzahlen auf. Die Eigenkapitalquote sei mit über 40% attraktiv und das Verhältnis von Nettoschulden zu Eigenkapital liege per Mitte 2012 bei industrieweit geringen 21%, womit sich die Kennzahl am unteren Rand der anvisierten Bandbreite von 20% bis 30% befinde. Das Unternehmen habe beinahe EUR 15 Mrd. flüssige Mittel und besitze zudem eine zum Verkauf stehende Beteiligung von knapp 3% am Pharmaunternehmen Sanofi-Aventis (Wert rund EUR 2,6 Mrd.).
Seit dem Vorfall in der Nordsee im Frühjahr 2012 würden die Aktien für 2013 noch mit einem EV/EBITDA von 3x und einem P/E von 7,5x sowie einem P/B von 1.2x unterhalb des Gesamtmarkts und etwa auf dem absoluten Mehrjahrestief des Niveaus der Finanzkrise von Oktober 2008 bewertet. Im Vergleich zum Durchschnitt der größten europäischen und amerikanischen Konkurrenten würden die Papiere mit einem hohen Bewertungsabschlag von 20% handeln. Dies sei angesichts der noch unsicheren Erholung im Produktionswachstum sowie des erst frühestens in zwei Jahren erwarteten Wendepunkts in der Cashflow-Entwicklung zumindest teilweise gerechtfertigt. Das kurzfristig für 2013 vom Markt erwartete Wachstum des Gewinns pro Aktie von lediglich 2% erscheine dabei nicht als übertrieben hoch. Die starken Bilanzverhältnissen und die gegenüber der Vergleichsgruppe hohe Dividenden-Rendite von rund 6% würden gegen unten absichern.
Die Analysten von Sarasin Research stufen die Aktie von Total weiterhin mit "neutral" ein. (Analyse vom 19.10.2012) (19.10.2012/ac/a/a)
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