Essen (aktiencheck.de AG) - Steffen Manske, Analyst der National-Bank AG, stuft die Aktie von ThyssenKrupp (ISIN DE0007500001/ WKN 750000) unverändert mit dem Rating "halten" ein.
Am vergangenen Freitag habe der Stahl- und Technologiekonzern seine jährliche Hauptversammlung veranstaltet. Dabei habe das Unternehmen erneut keine Prognose für den Geschäftsgang des laufenden Jahres abgegeben. Für das erste Quartal (Bericht am 14.02.12) werde jedoch aufgrund von Mengen- und Preisrückgängen in den Sparten "Stahl Europa" und "Material Services" sowie weiteren Anlaufverlusten bei "Stahl Amerika" ein deutlicher bereinigter EBIT-Rückgang erwartet.
Die Technologiesparten würden gleichzeitig jedoch robuste Ergebnisbeiträge liefern. Im Jahresverlauf solle die Trennung vom Edelstahlgeschäft (Jahresumsatz 6,7 Mrd. EUR, 11.500 Mitarbeiter) gelingen, wozu Gespräche mit dem Stahlkonzern Outokumpo (ISIN FI0009002422/ WKN 885421) laufen würden.
Dank Kapazitätsanpassungen der Industrie im zweiten HJ/2011, habe der Stahlpreisverfall Ende des Jahres gestoppt werden können. Eine Preiserholung wie in Amerika sei für Europa jedoch noch nicht zu erkennen. In den letzten vier Wochen seien die Konsensprognosen für ThyssenKrupp dabei deutlich gesunken. So werde für das Q1 nach einem Nettogewinn von 101 Mio. EUR im Vorjahr nur noch eine schwarze Null erwartet. Das Unternehmensziel eines Schuldenabbaus scheine den Analysten im aktuellen Jahr entsprechend nur noch bedingt möglich.
Gerüchte, die den Aktienkurs zu stützen scheinen, über einen Verkauf des in der Anlaufphase befindlichen Stahlwerks in Brasilien würden den kurzfristigen Kapitalbedarf, die Ergebnisbelastung sowie die Nettoschulden erfreulicherweise schnell reduzieren, so die Analysten der National-Bank AG. Da sie ThyssenKrupp im Stahlgeschäft beheimatet sehen würden und das Amerikageschäft langfristig gute Wachstums- und Gewinnperspektiven biete, würden sie einen solchen Verkauf aber als wenig sinnvoll erachten. Die Trennung vom wettbewerbsintensiven Edelstahlgeschäft mache aufgrund der mehrjährig schwachen Ergebnisse hingegen Sinn.
Die Analysten der National-Bank AG bestätigen ihr "halten"-Votum für die ThyssenKrupp-Aktie bei einem von 17 EUR auf 21 EUR angepasstem Kursziel. (Analyse vom 31.01.2012) (31.01.2012/ac/a/d)
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