Wien (aktiencheck.de AG) - Johannes Mattner, Analyst der Raiffeisen Centrobank, stuft die Aktie von ThyssenKrupp (ISIN DE0007500001/ WKN 750000) unverändert mit "halten" ein.
Der Konzernumsatz habe im Geschäftsjahr 2010/2011 von EUR 42,6 Mrd. auf EUR 49,1 Mrd. gesteigert werden können. Damit hätten die Markterwartungen von EUR 48,7 Mrd. übertroffen werden können. Die Nettoverschuldung habe dank der heuer getätigten Kapitalerhöhung in den Griff bekommen werden können.
Beim Portfolioumbau sei ThyssenKrupp zwar vorangekommen, allerdings sei mit Inoxum (vorher Stainless Global) der größte Brocken noch aus dem Weg zu räumen. Dies dürfte im aktuellen Umfeld gar nicht so einfach sein, da einerseits aufgrund des hohen Marktanteils in Europa kartellrechtliche Probleme auftreten könnten und andererseits scheine ein Börsengang der Edelstahleinheit derzeit eher schwierig.
Aufgrund des vorherrschenden konjunkturellen Umfelds habe sich das Management beim Ausblick eher bedeckt gehalten. Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2011/2012 gehe man aber davon aus, dass Steel Americas weiterhin Verluste schreiben werde. Im abgelaufenen Geschäftsjahr habe ThyssenKrupp Wertberichtigungen bei Steel Americas von EUR 2,1 Mrd. und bei Inoxum von EUR 800 Mio. vornehmen müssen. Durch diese Belastungen stehe ein EBIT von EUR -988 Mio. für das Geschäftsjahr zu Buche.
Das Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahres sei vor allem von den Wertberichtigungen bei Steel Americas geprägt gewesen. Damit seien die Probleme in diesem Bereich aber weiterhin nicht gelöst. Fraglich bleibe, wann das Problemwerk in Brasilien nun endlich seine volle Leistung werde entfalten können und die Geschäftseinheit zum Konzernertrag etwas beisteuere.
Zudem solle die Volumensteigerung in einem zunehmend schwieriger werdenden Stahlumfeld vonstatten gehen. Ein kleineres Fragezeichen stehe auch hinter dem Technologiebereich. Hier stelle sich die Frage, ob dieser Bereich, der zuletzt den Großteil des Konzern-EBIT erwirtschaftet habe, sein robustes Profitabilitätsniveau aufrechterhalten könne. Die Bewertung der Aktie spiegle sicherlich schon gesunkene Gewinnerwartungen des Marktes wider.
Angesichts der im Raum stehenden Unsicherheiten behalten die Analysten der Raiffeisen Centrobank ihre "halten"-Einschätzung für die ThyssenKrupp-Aktie aber bei. (Analyse vom 13.12.2011) (14.12.2011/ac/a/d)
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