Düsseldorf (www.aktiencheck.de) - Marc Gabriel, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von ThyssenKrupp (ISIN DE0007500001/ WKN 750000) von "kaufen" auf "verkaufen" herab.
Bei der Bilanzvorlage 2011/12 am 11.12.2012 würden die Analysten erneut hohe Abschreibungen auf das Vermögen der Division Steel Americas erwarten. Dessen Buchwert habe zuletzt bei 7,9 Mrd. EUR gelegen und sie würden mit einer Abwertung von mindestens 2,5 Mrd. EUR im abgelaufenen Geschäftsjahr rechnen.
Die Analysten würden damit rechnen, dass ThyssenKrupp für den Verlustbringer einen Käufer finden werde und würden Steel Americas ab 2012/13 als nicht fortgeführtes Geschäft berücksichtigen.
Damit ergäben sich deutliche Veränderungen in der Aktien-Bewertung: Bei einem von uns unterstellten Verkaufserlös von 5,4 Mrd. EUR für Steel Americas zzgl. des Cash-Zuflusses aus dem Inoxum Deal, den die Analysten ebenfalls in 2012/13 einfließen hätten lassen, würden die Analysten einen fairen Wert der Aktie von rund 15,40 EUR in der Summe der Einzelteile errechnen. Das Cash-flow Yield Modell bestätige mit 15,20 EUR diesen Wert auf Basis der deutlich reduzierten 2013/14 Gewinnerwartung.
Wie sähe das Ganze bei einem Verbleib von Steel Americas aus? Auch 2012/13 werde Steel Americas einen Verlust ausweisen. Bei von den Analysten erwarteten -800 Mio. EUR beim EBIT, würden sie in der Summe der Einzelteile einen fairen Wert des EK von 3,20 EUR ermitteln, während das CF-Yield Modell sogar negative Werte ausweise. Wenn ThyssenKrupp es nicht schaffe, den Bereich in die Gewinnzone zu bringen, sei ein Verkauf von Steel Americas damit alternativlos.
Da die Analysten für den Stahlsektor analog zur Peer-Group keine nachhaltige Belebung des Geschäfts in 2012/13ff erwarten würden und die hohen Rohstoffkosten die Gewinnspanne weiter erheblich drücken sollten, hätten sie ihre Gewinnerwartung für den Konzern deutlich reduziert.
Auch in dem bislang starken Industriegütergeschäft sollte 2013 ein Ergebnisrückgang realistisch sein, was die Analysten insbesondere für den zyklischeren Bereich Components, mit den Abnehmern aus der Automobil- und Maschinenbauindustrie, erwarten würden. Dennoch bleibe der Industriegüterbereich mit 1,4 Mrd. EUR EBIT auch in 2012/13 der stabilisierende Faktor für den ThyssenKrupp-Konzern.
Die Analysten würden somit zur Bilanzvorlage am 11.12.2012 keine positiven Überraschungen erwarten und mit der Reduzierung ihrer Gewinnerwartungen auch ihr Kursziel von 20,00 EUR auf 15,00 EUR zurücknehmen und kurzfristig von einem Engagement abraten. Kurzfristig könne der Verkauf von Steel Americas die Aktie zwar beflügeln, aber rosig sei die Gewinnsituation auch ohne Steel Americas nicht.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe stufen die ThyssenKrupp-Aktie von "kaufen" auf "verkaufen" zurück. (Analyse vom 03.12.2012) (03.12.2012/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten: Das Wertpapierdienstleistungsunternehmen oder ein mit ihm verbundenes Unternehmen handeln regelmäßig in Aktien des analysierten Unternehmens. Weitere möglichen Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.