Frankfurt (www.aktiencheck.de) - Sven Diermeier, Analyst von Independent Research, rät weiterhin, die Aktie von ThyssenKrupp (ISIN DE0007500001/ WKN 750000) zu verkaufen.
Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender des Stahlkonzerns, habe erstmals die Preisvorstellung für den zum Verkauf stehenden Bereich Steel Americas bekannt gegeben. Für das stark defizitäre Asset wolle man mindestens den Buchwert von rund
7 Mrd. EUR erlösen. Dieser Wert liege deutlich über dem von den Analysten ermittelten Betrag von 4 Mrd. EUR.
Es werde für wahrscheinlich gehalten, dass der Verkauf an zwei Käufer erfolge, da das industrielle Konzept von Steel Americas nicht aufgegangen sei. Wenngleich sich die auf mehr als zehn eingeschätzte Zahl der Interessenten tendenziell positiv auf den Verkaufspreis auswirken sollte, würden die Analysten die Preisvorstellung als viel zu optimistisch ansehen. Sollte ein Verkauf tatsächlich zum Buchwert gelingen, würde dies wohl das optimistischste Szenario des Marktes übertreffen.
Nach Einschätzung der Analysten stehe der Konzern vor dem Problem, dass ein Steel Americas-Verkauf mit hohen Buchverlusten zu entsprechend negativen Implikationen für die Bilanzkennzahlen führen könnte. Auf der anderen Seite binde der Bereich liquide Mittel, die für den Ausbau des Segments Technologie benötigt würden.
Die Analysten von Independent Research bleiben vorerst bei ihrer skeptischen Einstellung zur ThyssenKrupp-Aktie und votieren bei einem unveränderten Kursziel von 14,00 EUR weiterhin mit "verkaufen". (Analyse vom 28.08.2012) (28.08.2012/ac/a/d)