Hannover (www.aktiencheck.de) - Der Analyst der Nord LB, Holger Fechner, rät nach wie vor zum Verkauf der ThyssenKrupp-Aktie (ISIN DE0007500001/ WKN 750000).
Aufgrund erneuter Wertberichtigungen auf die Werke von Steel Americas in Höhe von 3,6 Mrd. Euro habe ThyssenKrupp für das abgelaufene Geschäftsjahr 2011/12 einen Rekordverlust von 5,0 Mrd. Euro ausgewiesen. Nach Angaben der Geschäftsführung würden die Verkaufshandlungen planmäßig verlaufen und in 2013 abgeschlossen werden. Beide Werke seien jetzt mit 3,9 Mrd. Euro in der Bilanz bewertet. Wegen des hohen Verlustes habe sich das Eigenkapital von ThyssenKrupp um 56,4% auf 4,5 Mrd. Euro halbiert und eine Dividende werde es nicht geben.
Die Geschäftsführung stelle für das neu angelaufene Fiskaljahr 2012/13 einen Umsatz für die fortgeführten Aktivitäten "von etwa 40 Mrd. Euro" in Aussicht. Das bereinigte EBIT solle bei "rund 1 Mrd. Euro liegen". Mit einer durchgreifenden Belebung der Weltwirtschaft werde nicht gerechnet. Unterstellt werde eine stagnierende Entwicklung des Werkstoff- und Komponentengeschäftes sowie ein Ausbleiben von Verwerfungen auf den Rohstoffmärkten.
Es bleibe fraglich, ob ThyssenKrupp in der aktuellen Lage einen Verkaufserlös in Höhe des Buchwertes von 3,9 Mrd. Euro erzielen könne. Insofern könnten weitere Belastungen nicht ausgeschlossen werden. Zwar sei der ausgerufene Neuanfang mit der Entlassung von drei der sechs Vorständen durchaus positiv zu bewerten, doch würden tief greifende Änderungen in einem Konzern durchaus Zeit benötigen und vom Tagesgeschäft ablenken. Zudem müsse sich der Aufsichtsrat auf kritische Fragen auf der HV am 18.01.2013 einstellen. Vor diesem Hintergrund sei der Kursanstieg in den letzten Tagen nach Ansicht der Analysten auch angesichts der ungewissen konjunkturellen Lage zu überschwänglich ausgefallen.
Die Analysten der Nord LB raten unverändert zum Verkauf der Aktie von ThyssenKrupp. Das Kursziel bleibe bei 12,50 Euro. (Analyse vom 12.12.2012) (13.12.2012/ac/a/d)