Wien (aktiencheck.de AG) - Der Analyst der Ersten Bank, Richard Malzer, stuft die Aktie von Toyota Motor (ISIN JP3633400001/ WKN 853510) mit "kaufen" ein.
Toyota Motor habe General Motors die Krone des weltweit absatzstärksten Automobilherstellers abgenommen. Benzinbetriebene Modelle seien zwar für den Großteil des Umsatzes verantwortlich, Toyota gelte aber als weltweiter Vorreiter in Sachen Hybridfahrzeuge, die alternativ mit Benzin oder Strom betrieben werden könnten. Der Konzern produziere darüber hinaus Gabelstapler sowie Fertighäuser und biete Finanzdienstleistungen an. Toyota betreibe rund um den Erdball verteilt Produktionsstätten und forciere eine ungebremste Internationalisierung.
Es gebe eine Entspannung bei den Rohstoffkosten. Der Absatzrückgang der Automobilbranche sollte nach Meinung der Analysten mit dem Drehen der Vorlaufindikatoren bald einen Boden finden. Kaufanreizprogramme und milliardenschwere Investitionen in umweltfreundlichere Antriebstechnologien würden für Belastungen und zusätzlichen Kapitalbedarf sorgen.
Der weltweite Fahrzeugabsatz des Konzerns sei im vierten Geschäftsquartal im Vergleich zur Vorjahresperiode um 37% auf 1,48 Mio. Einheiten gefallen. Der Umsatz sei im vierten Geschäftsquartal verglichen zum Vorjahr um 46% auf EUR 27 Mrd., der operative Gewinn von EUR 3 Mrd. auf EUR -5,2 Mrd. und der Nettogewinn von EUR 2,4 Mrd. auf EUR -5,8 Mrd. gefallen. Der Ausblick für das seit April laufende Geschäftsjahr 2009/10 falle äußerst konservativ aus. Verglichen mit dem Vorjahresgeschäftsjahr rechne man mit einem Rückgang des weltweiten Fahrzeugabsatzes um 14% auf 6,5 Mio. Fahrzeuge. Der Umsatz solle im Vergleichszeitraum um 20% auf EUR 126 Mrd. fallen, der operative Verlust EUR 6,5 Mrd. und der Nettoverlust EUR 4,2 Mrd. betragen.
In Toyotas wichtigsten Absatzmärkten USA und Japan (gemeinsam 55% des weltweiten Konzern-Absatzes) werde die Einführung von "Abwrackprämien" diskutiert. Präsident Obama sehe für die USA striktere Abgasvorschriften vor (in Abstimmung mit den US-Autobauern!), davon würde Toyota nach Meinung der Analysten überproportional profitieren. Man erwarte für den JPY ggü. USD und EUR eine Abwertung bis März 2010. Aufgrund des Gesundschrumpfens der US-Hersteller werde Toyota in den USA spürbar Marktanteile ausbauen.
Toyota habe ein miserables Geschäftsjahr hinter sich und das nun laufende Geschäftsjahr werde nicht besser. Dennoch habe Toyota aufgrund seines überragenden Entwicklungsvorsprungs bei Hybrid-Fahrzeugen (der Toyota Prius sei nun bereits in der dritten Generation im Handel!) mittelfristig großes Potenzial, sich im drastisch verändernden Branchenumfeld weiter zu profilieren.
Die Analysten der Ersten Bank stufen in Anbetracht der Schwäche der US-Rivalen, der immer strenger werdenden Umweltauflagen und einem sich abzeichnenden Ende der konjunkturellen Abwärtsbewegung die Aktie von Toyota Motor jetzt mit "kaufen" ein. (Analyse vom 28.05.2009)
(28.05.2009/ac/a/a)
Analyse-Datum: 28.05.2009