US-Inflationsdynamik bleibt recht bedrohlich (Norddeutsche Landesbank (Nord/LB))
Mit Veränderungsraten von 1,8% M/M und 15,4% Y/Y bleibe die Inflationsdynamik auch im Berichtsmonat April recht bedrohlich. Damit sei allerdings zumindest in der Tendenz zu rechnen gewesen. Hohe Rohstoffpreise und Energiekosten, ein schwacher US-Dollar und eine inzwischen ziemlich expansiv ausgerichtete FED-Geldpolitik würden damit zunehmend unübersehbare Spuren in der Zeitreihe zu den US-Importpreisen hinterlassen.
Exklusive Treibstoffe habe der Preisauftrieb bei 1,0% M/M und 5,8% Y/Y gelegen. Der Anstieg der Preise für Nahrungsmittel und Getränke habe bei 0,4% M/M und 12,6% Y/Y gelegen. Kapitalgüter hätten um 0,8% M/M und 2,1% Y/Y angezogen. Vorprodukte für die Industrie hätten im Preis um 3,9% M/M und 37,3% Y/Y zugelegt.
Die Preistransmission sei bekanntlich durch sehr komplexe Wirkungszusammenhänge gekennzeichnet. Sicherlich würden die US-Importpreise eine extrem volatile Zeitreihe darstellen; folglich sollten einzelne größere Ausschläge in ihrer Bedeutung zunächst nicht überschätzt werden. Allerdings führe ein nachhaltiger Anstieg der Importpreise längerfristig - also auch mit Zeitverzögerungen - über höhere Produzentenpreise zu anziehenden Konsumentenpreisen. Insofern würden die heutigen abermals unfreundlichen Zahlen eindrucksvoll ein sich noch weiter verschärfendes Bedrohungsszenario an der US-Inflationsfront illustrieren.
Auch für die US-Notenbank würden Inflationsgefahren zunehmend zum kritischen Thema. Zuletzt hätten sich mit Thomas Hoenig und Jeffrey Lacker zwei Präsidenten von regionalen US-Zentralbanken mit recht "hawkischen" Aussagen zu Wort gemeldet. Beide seien allerdings aktuell im FOMC nicht stimmberechtigt. Andere US-Notenbanker scheinen sich auch weiterhin größere Sorgen um negative Effekte der US-Hypothekenkrise zu machen, so die Analysten der Nord LB. Damit dürfte es innerhalb der FED aktuell durchaus Konflikte bezüglich der in der nähren Zukunft anzustrebenden geldpolitischen Ausrichtung geben.
Die US-Importpreise würden sich auch im April unfreundlich präsentieren. Die Lage an der Preisfront habe sich folglich nicht entspannt. Innerhalb der US-Notenbank scheine man sich inzwischen zunehmend Gedanken bezüglich der Inflationsentwicklung zu machen. Aktuelle Aussagen von wichtigen FED-Offiziellen würden diese Sorgen ebenso unmissverständlich wie die heutigen Angaben zu den Importpreisen unterstreichen. Gleichzeitig bleibe die US-Hypothekenkrise ein entscheidendes Thema. Folglich gebe es innerhalb der FED durchaus auch weiterhin Stimmen für eine sinkende FED Funds Target Rate.
Allen US-Notenbankern dürfte allerdings schon klar sein, dass sie durch eine zu expansive Geldpolitik keinesfalls zu weiter steigenden Inflationserwartungen beitragen dürften: Verlöre man den Ruf als auch auf die Erhaltung der Preisniveaustabilität fokussierende Notenbank, käme es zu einem nachhaltigen Reputationsschaden, der die Kapitalkosten der Unternehmen nicht nur temporär ansteigen lassen würde. Damit ergäbe sich zwangsläufig auch eine Belastung für die langfristigen Wachstumsaussichten der US-Volkswirtschaft. (13.05.2008/ac/a/m)
Marktbericht-Datum: 13.05.2008
| 25.07.08 | Merck overweight | |
| 25.07.08 | Fresenius Medical Care overweight | |
| 25.07.08 | Software AG overweight | |
| 25.07.08 | Volkswagen interessant | |
| 25.07.08 | adidas neutral | |
| 24.07.08 | Software AG per Kauflimit einsteigen | |
| 24.07.08 | Deutsche Post Selected List | |
| 24.07.08 | Volkswagen Halteposition | |
| 24.07.08 | Allianz neues Kursziel |
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