Wien (aktiencheck.de AG) - Christine Nowak, Analystin der Raiffeisen Centrobank, stuft die Aktie von Unilever (ISIN NL0000009355/ WKN A0JMZB) mit dem Rating "kaufen" ein.
Der niederländisch-britische Konsumgüterkonzern Unilever produziere abgepackte Lebensmittel und Getränke sowie Artikel für den täglichen Bedarf. Zu den wichtigsten Produkten würden Lipton-Tee, Knorr-Suppen, Iglo-Tiefkühlkost, Omo Waschmittel sowie Slim Fast Diätprodukte zählen. 32% der Gesamtumsätze würden in Europa, 18% in Nordamerika und 50% in Afrika, dem Nahen Osten, Asien und Lateinamerika erlöst.
Im ersten Quartal habe gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum ein organisches Umsatzwachstum von 4,8% erzielt werden können. Mit 1,8% sei das Mengenwachstum neuerlich rückläufig gewesen. Die Preiserhöhungsdynamik habe sich gegenüber dem Vorquartal (neun Prozentpunkte) verlangsamt, es habe aber immerhin noch einen hohen Beitrag von 6,8 Prozentpunkten gegeben. Die Präsenz in Russland sei durch Erwerb eines Ketchupherstellers und eines Eiscremeerzeugers verstärkt worden. Es sei zur massiven Änderung der Organisationsstruktur gekommen (Zusammenlegung von Geschäftsbereichen, Schließung von Produktionsstätten, Personalabbau).
Ein Problemkind bleibe weiterhin die Region Westeuropa: Zu geringe Preiserhöhungen (ein Prozentpunkt) hätten den negativen Mengenabsatz (-3,8%) nicht kompensieren können. Die Entwicklung in den USA sei überraschend positiv. Die Regionen Asien und Afrika hätten erstmals keine zweistelligen Zuwachsraten erzielen können.
Die Einsparungen beim Werbeetat und der Verwaltung hätten nicht ausgereicht, um die nach wie vor hohe Rohstoffkostenbelastung zu kompensieren. Die operative Marge sei neuerlich um 30 BP zurückgegangen. Eine Verbesserung dieser werde erst für die zweite Jahreshälfte erwartet. Der Rückgang des Nettogewinnes um 43% sei im Wesentlichen auf Sondereffekte (z. B. Steuerbelastungen, Zins- und Pensionszahlungen, geringere Einnahmen von Joint Ventures) zurückzuführen gewesen. Auch für den restlichen Jahresverlauf dürfte die Ergebnisentwicklung deutlich hinter jener der Konkurrenz hinterherhinken.
Für das Geschäftsjahr 2009 werde die Verbesserung des Absatzvolumens und der Margen im Fokus stehen. Zwar werde das zweite Quartal noch belastet bleiben, aber dann sollte es wieder aufwärts gehen. Die Verbilligung der Rohstoffe (Auslaufen der Lieferverträge) werde sich dann positiv niederschlagen und einen positiven Margenbeitrag liefern, wenngleich ein Großteil der Einsparungen für Produkt stützende Maßnahmen - sprich höhere Werbeaufwendungen - verwendet werde.
Die Analysten der Raiffeisen Centrobank ändern daher auf Jahressicht ihre Einschätzung für die Unilever-Aktie auf "kaufen". (Analyse vom 13.05.2009) (13.05.2009/ac/a/a)
Analyse-Datum: 13.05.2009