Essen (aktiencheck.de AG) - Andrea Lötte, Analystin der National-Bank AG, stuft die Vivendi-Aktie (ISIN FR0000127771/ WKN 591068) unverändert mit "kaufen" ein.
Der französische Medienriese habe im Auftaktquartal insbesondere von der Übernahme von Neuf Cegetel, der hohen Nachfrage bei der Spiele-Tochter Activision Blizzard sowie der soliden Erlösentwicklung bei Maroc Telecom profitiert. Der Umsatz sei binnen Jahresfrist um 23,7% (wechselkursbereinigt 22,1%) auf 6,53 Mrd. EUR geklettert, womit die Konsensschätzungen (6,52 Mrd. EUR) leicht übertroffen worden seien. Das operative Ergebnis habe um 15,8% (13,8%) und damit etwas deutlicher als erwartet auf 1,39 Mrd. EUR zugelegt (Konsens: 1,36 Mrd. EUR).
Dabei hätten sich akquisitionsbedingte Synergien bei Canal+, deutliche Ergebnissteigerungen bei Acitivision Blizzard sowie die Margenverbesserungen bei Maroc Telecom positiv ausgewirkt. Zudem hätten Einsparungen realisiert werden können. Unter dem Strich habe Vivendi einen bereinigten Gewinn von 649 Mio. EUR erzielt. Der 6,9%ige Rückgang gegenüber dem Vorjahr sei auf ein rückläufiges Beteiligungsergebnis sowie auf höhere Finanzierungsaufwendungen zurückzuführen.
Der Nettoschuldenstand habe mit 8,3 Mrd. EUR auf dem Niveau von Ende 2008 verharrt. Der Konzern verfüge eigenen Aussagen zufolge über ungenutzte Kreditlinien von 7,0 Mrd. EUR. Dem Vernehmen nach würden erst 2012 Anleihen im nennenswerten Umfang fällig, so dass Vivendi die Auswirkungen der Finanzkrise kaum zu spüren bekommen dürfte. Die Anleihen des Konzerns würden mit einem Rating von BBB (S&P) bzw. Baa2 (Moody's) Investment-Grade-Status genießen. Vivendi sei angesichts des hohen Erlösanteils wiederkehrender Einnahmen (ca. 70%) zuversichtlich, die Phase der Wirtschaftsabschwächung gut zu meistern, und habe den bisherigen Ausblick für 2009 bestätigt.
Die Vivendi-Aktie zähle angesichts des hohen Anteils wiederkehrender Einnahmen, die ca. 70% des Konzernumsatzes ausmachen würden sowie der geringen Abhängigkeit vom konjunktursensiblen Werbegeschäft, zu den defensivsten Titeln im Mediensektor. Vor dem Hintergrund des widerstandsfähigen Geschäftsmodells dürfte der Konzern die aktuelle Wirtschaftsphase gut überstehen, was durch den zuversichtlichen Ausblick bestätigt werde.
Die Analysten der National-Bank AG stufen den Vivendi-Titel angesichts der moderaten Bewertung und der attraktiven Dividendenrendite unverändert mit "kaufen" ein. Das Kursziel werde bei 28 EUR gesehen. (Analyse vom 15.05.2009) (15.05.2009/ac/a/a)
Analyse-Datum: 15.05.2009