Hamburg (aktiencheck.de AG) - Bernd Schimmer und Tina Hecking-Veltman, Analysten der Hamburger Sparkasse stufen die Vorzugsaktie von Volkswagen (ISIN DE0007664039/ WKN 766403) weiterhin mit "halten" ein.
Während in Westeuropa fast jeder fünfte neue Pkw von VW stamme, liege der Marktanteil weltweit bei rund 10%. Die sieben Pkw-Marken VW Pkw, Audi, Škoda, Seat, Bentley, Bugatti und Lamborghini stünden gleichberechtigt nebeneinander. Im Nutzfahrzeug-Bereich agiere VW unter den Marken VW Nutzfahrzeuge sowie Scania. Bei diesem schwedischen LKW-Hersteller sei VW über eine Beteiligung in Höhe von 49% des Kapitals und 72% der Stimmrechte engagiert. An der im gleichen Sektor tätigen MAN würden die Wolfsburger eine Beteiligung von 29,9% halten. Die VW-Vorzugsaktien würden eine um 6 Cent höhere Dividende erhalten, würden aber nicht über ein Stimmrecht verfügen.
Von sehr viel größerem Einfluss auf den Aktienkurs dürfte die Anfang Mai bekannt gegebene Entscheidung sein, Porsche und Volkswagen zu fusionieren. Damit könne der Übernahmeversuch des Sportwagenherstellers als gescheitert gekennzeichnet werden. Porsche habe im Zuge des VW-Aktienerwerbs einen hohen Schuldenberg aufgebaut, zu dessen Reduktion die Stuttgarter auf das Vermögen von VW zurückgreifen müssten. Da der geplante Übernahme- und Beherrschungsvertrag aufgrund der Sperrminorität des Landes Niedersachsen nicht zustande komme, werde nun eine Fusion angestrebt. Der ursprünglich avisierte Zeitrahmen von vier Wochen sei inzwischen verstrichen, ohne dass konkrete Informationen über die Art und Weise einer möglichen Fusion vorliegen würden.
Mit dem deutlichen Kursrückgang im letzten Herbst habe die Vorzugsaktie bereits die fundamental begründete Entwicklung vollzogen. Gleichwohl erscheine den Analysten die aktuelle Bewertungsdifferenz zwischen den VW-Stämmen und den VW-Vorzügen aus fundamentaler Sicht nicht gerechtfertigt. Über die Behandlung der Vorzugsaktien im Fusionsprozess könne zum gegenwärtigen Zeitpunkt nur spekuliert werden. Während die Analysten zum Verkauf der Stämme raten würden, würden sie bei den Vorzügen durchaus Kurspotenzial im Rahmen der Fusionsverhandlungen sehen.
Die Analysten der Hamburger Sparkasse bleiben daher bei ihrer "halten"-Empfehlung für die Vorzugsaktie von Volkswagen. (Analyse vom 23.06.2009) (23.06.2009/ac/a/nw)
Analyse-Datum: 23.06.2009