07.07.2008 14:50
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Wienerberger für langfristig orientierte Anleger (Geldanlagebrief)

Harthausen (aktiencheck.de AG) - Nach Ansicht der Experten vom "Geldanlage-Brief" ist die Wienerberger-Aktie (ISIN AT0000831706/ WKN 852894) für langfristig orientierte Value-Anleger interessant.

Wienerberger wachse beständig - organisch und durch Zukäufe. Seit 1998 habe die Gruppe ihren Umsatz verdoppelt. Im selben Zeitraum habe der Nettogewinn um 153 Prozent zugelegt. 2007 sei der Umsatz um 11 Prozent, das Betriebsergebnis überproportional um 18 Prozent geklettert. Umsatz-Rückgänge in Nordamerika (-5 Prozent) und Zentral-Westeuropa (-6 Prozent) habe das boomende Osteuropa-Geschäft mit einem Plus von 32 Prozent auf 850,1 Mio. Euro kompensiert.

Welche Rolle Europas Osten für Wienerberger spiele, sehe man auf der Habenseite der jüngsten Quartalsbilanz. Hätten die Märkte im Osten in 2007 schon 49 Prozent zum EBITDA beigesteuert, seien es im Erstquartal 2008 schon 66 Prozent gewesen. Das restliche Jahr 2008 würden aber steigende Energiekosten prägen, die nicht unmittelbar an die Kunden weitergegeben werden könnten.

Ungeachtet der schwachen Häusermärkte in den USA, Großbritannien und Deutschland habe das Management im Frühjahr für 2008 noch ein EBITDA-Plus von rund 10 Prozent in Aussicht gestellt. Analysten würden aber vor allem im zweiten Halbjahr ein schwieriges Umfeld erwarten (ihre Prognose: plus 5 Prozent).

Wienerberger biete stetiges Wachstum und solide Perspektiven. Insbesondere das Management überzeugt die Experten vom "Geldanlage-Brief": Die Konzernlenker kämpfen erfolgreich an zwei Fronten und investieren mutig in die Zukunft. Mangelnder Nachfrage in westlichen Märkten begegne man konsequent mit temporären Werksstilllegungen. In Osteuropa würden die Werke hingegen an der Kapazitätsgrenze arbeiten. Bis 2012 baue man deshalb 25 neue Ziegel- und sechs Betonsteinwerke - davon acht in Russland. Allein 2008 würden 400 Mio. Euro in Erweiterungsprojekte fließen, weitere 100 Mio. Euro seien für Akquisitionen veranschlagt. Die Konzernlenker sähen das Unternehmen längerfristig auch in Asien und Afrika vertreten. Seit 2007 entstehe im Süden Indiens ein erstes Werk.

Die finanziellen Voraussetzungen für die Expansion seien vorhanden: Im Herbst habe eine Kapitalerhöhung 424 Mio. Euro eingebracht. Im ersten Quartal habe der Konzern bereits 123 Mio. Euro im Wesentlichen in Werksneubauten und Kapazitätserweiterungen in Polen, Rumänien, Russland und Serbien investiert. Zusätzlich hätten die Österreicher den letzten großen unabhängigen Dachziegelproduzenten Sandtoft in Großbritannien geschluckt.

Das österreichische Traditionsunternehmen verfüge über eine starke Marktstellung und - für Anleger wichtig - nach wie vor ausreichend Wachstumsfantasie. Doch mit Blick auf die Immobilienkrise und die von Analysten erwartete Wachstumsdelle hätten Investoren die Aktie zuletzt massiv abgestraft. Bleibe die Trendwende in den kommenden Handelstagen aus, seien weitere Abgaben bis in den Bereich um 20 Euro zu befürchten.

Für langfristig orientierte Value-Anleger wird das Papier von Wienerberger dann aber interessant, so die Experten vom "Geldanlage-Brief". Schon jetzt liege die Dividendenrendite über fünf Prozent - und das KGV im einstelligen Bereich. Mittelfristig sollte das Downside-Risiko daher begrenzt sein. Dennoch: Interessierte würden erst nach erfolgter Bodenbildung zugreifen. (Ausgabe 9 vom 04.07.2008) (04.07.2008/ac/a/a)
Analyse-Datum: 04.07.2008

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