München (aktiencheck.de AG) - Die Experten von "SdK AktionärsNews" empfehlen, die Aktie von Zapf Creation (ISIN DE0007806002/ WKN 780600) besser zu meiden.
Beinahe wäre der Zapf Creation AG die unsichere Finanzierung zum Verhängnis geworden. Als Ende April 2007 keine Anschlussfinanzierung für den auslaufenden Konsortialkredit über 90 Mio. Euro habe vorgelegt werden können, habe der Puppenhersteller kurz vor der Insolvenz gestanden. Erst nach langem Hin und Her habe der Hauptversammlung am 20. November 2007 nun das neue Finanzierungskonzept präsentiert werden können. Die Banken würden sich demnach bereit erklären, 65 Mio. Euro als Kredit zur Verfügung zu stellen unter der Voraussetzung, dass zugleich 30 Mio. Euro an Eigenkapital zufließen würden. Ein Teil dieser Forderung sei mit der jüngsten Kapitalerhöhung, über die durch die Ausgabe von 3,2 Mio. Aktien zu 3,16 Euro rund 10 Mio. Euro eingesammelt worden seien, erfüllt. Die restlichen 20 Mio. Euro würden vorübergehend die Großaktionäre MGA Entertainment und Nicolas Mathys als Nachrangdarlehen zur Verfügung stellen, allerdings zu einem saftigen Zinssatz von 22%.
Um diese Kosten zu sparen, sollten die Darlehen nun möglichst schnell in Eigenkapital gewandelt werden, was auch vor dem Hintergrund der fast völlig aufgezehrten Eigenmittel dringend geboten scheine. Unter Ausnutzung eines neu geschaffenen genehmigten Kapitals werde das Grundkapital nun zeitnah um weitere 50% auf dann 18 Mio. Euro erhöht und die Großaktionäre könnten ihre Beteiligungsquote weiter ausbauen. Nachdem MGA zuletzt einen Anteil von 30,1% und Nicolas Mathys 10,5% gemeldet hätten, würden sie zusammen wohl bald über die Mehrheit verfügen. Angeblich bestünden aber keine Verbindungen zwischen den beiden Hauptaktionären.
Im Übrigen würde eine weitere Erhöhung der Beteiligung von MGA nicht viel ändern. Auch mit einem Anteil von 20% hatte der Investor bereits das Sagen (siehe Schwarzbuch 2006) und durch den Abschluss umfassender und langfristiger Kooperationen habe sich die Abhängigkeit noch verstärkt. MGA übernehme jetzt in Nord-, Mittel- und Südamerika exklusiv den Vertrieb der Zapf-Produkte und im Gegenzug werde Zapf für MGA in Europa tätig. Darüber hinaus werde der Einkauf gebündelt und es sollten Lizenzen an MGA vergeben werden. Grundsätzlich würden diese Vereinbarungen durchaus sinnvoll klingen, habe Zapf damit doch endlich seine seit Jahren hochdefizitäre US-Niederlassung schließen können, die die ganzen Probleme ja erst eingebrockt habe. Aus der Zusammenarbeit werde ab 2008 ein positiver Beitrag im hohen einstelligen Millionenbereich erwartet. Es lasse sich aber schwer beurteilen, ob alle Verträge tatsächlich zu fairen Konditionen abgeschlossen worden seien.
Der Hauptversammlung sei auch der Jahresabschluss 2006 vorgelegt worden, der bereinigt um das US-Geschäft einen Umsatzrückgang von 4% auf 116 Mio. Euro aufweise. Das Ergebnis sei rein operativ ins Plus gedreht, nach Restrukturierungskosten und Einrechnung des Verlusts in den USA stehe jedoch unter dem Strich erneut ein Fehlbetrag von -12,7 Mio. Euro.
In den ersten neun Monaten 2007 sei das Geschäft ebenfalls verhalten verlaufen. Bedingt durch die Neuordnung des Vertriebs sei der Umsatz nochmals um 18% auf 57,6 Mio. Euro geschrumpft und das EBIT sei leicht negativ. Hoffnung mache jedoch das dritte Quartal, in dem eine deutliche Ergebnisverbesserung erreicht und die Nettoverschuldung kräftig habe abgebaut werden können. Positiv sei auch der Auftragsbestand zu werten, der zum 30. September mit 43,5 Mio. Euro um 29% über dem Vorjahreswert liege.
Für 2008 erwarte der Vorstand dann auch wieder Umsatzzuwächse und ein positives Konzernergebnis. Ob sich dies auch positiv auf den Aktienkurs auswirken würde, sei indes unsicher. Erstens müssten künftige Gewinne auf weitaus mehr Aktien verteilt werden und zudem sei offen, wie MGA mit seinem Engagement weiter vorzugehen gedenke.
Auch auf dem nochmals deutlich ermäßigten Niveau sollte die Zapf Creation-Aktie besser gemieden werden, raten die Experten von "SdK AktionärsNews". (Ausgabe 155 vom 23.11.2007) (26.11.2007/ac/a/nw)
Analyse-Datum: 26.11.2007