München (www.aktiencheck.de) - Die Experten von "EURO am Sonntag" sind der Meinung, dass sich die Aktie von adidas (ISIN DE000A1EWWW0/ WKN A1EWWW) besser als der Gesamtmarkt entwickeln wird.
Fußball gehöre zum Kerngeschäft des fränkischen Weltkonzerns. Als im Jahr 2008 Nike (ISIN US6541061031/ WKN 866993) Umbro, das britische Gegenstück zu adidas, gekauft habe, sei dies einem Frontalangriff auf die Vormachtstellung von adidas im Fußball gleichgekommen. Überraschend sei jetzt, dass Nike Umbro öffentlich zum Verkauf anbiete. Damit würden Überlegungen befördert, dass adidas die Gelegenheit einer deutsch-britischen Allianz nutzen könnte, was vonseiten des deutschen Konzerns nicht kommentiert worden sei.
Unter Berücksichtigung der Vergangenheit sei ein solches Ansinnen aus Sicht der Aktionäre eine Überraschung der unangenehmen Art. Denn mit großen Übernahmen habe der Konzern allenfalls durchwachsene Erfolge gehabt. So sei die Allianz mit Salomon gescheitert und bei Reebok seien massive Umstrukturierungen erforderlich gewesen, um die Marke auf Kurs zu bringen. In jüngster Vergangenheit habe adidas nur noch kleinere Zukäufe getätigt, um das eigene Portfolio zu arrondieren. So zuletzt die Golfmarke Adams für 70 Mio. USD. Da komme ein Umbro-Kauf ungleich teurer. Nike habe seinerzeit 570 Mio. USD auf den Tisch gelegt, müsse aber wohl bei einem Verkauf einen Abschlag akzeptieren. Denn Umbro habe an Glanz verloren, nachdem nur noch die englische Nationalmannschaft als international attraktiver Lizenzpartner verbleibe. Der englische Fußballmeister Manchester City habe seinen Wechsel zu Nike angekündigt, was vom Investmenthaus Susquehanna Financial als keine Glanzleistung von Nike angesehen werde.
Nach Einschätzung der Experten könnte adidas eine größere Übernahme finanzieren, doch sei davon auszugehen, dass der Konzern an seiner Strategie der kleinen Zukäufe festhalte und auf Umbro verzichte. Die Marke werde dem Konzern keine neuen Wachstumsimpulse liefern. Hingegen sollte adidas mit dem Aufbau des eigenen Ladennetzes seine Profitabilität verbessern und die Schwellenländer böten weiteren Raum für Wachstum. Die Experten sähen den Konzern in der aktuellen Struktur gut aufgestellt und als attraktives Investment an. Die Aktie notiere aktuell bei 57,66 EUR und der Börsenwert liege bei 12,4 Mrd. EUR. Das 2012er KGV belaufe sich auf 15,2. Das Management habe zu Jahresbeginn seine Gewinnprognose angehoben, wonach mit einer Steigerung von 12% bis 17% gerechnet werde.
Dieses Ziel ist nach Einschätzung der Experten von "EURO am Sonntag" absolut realistisch und die Aktie von adidas bleibt eine ihrer Topempfehlungen - allerdings ohne Umbro. Das Kurziel werde bei 70 EUR gesehen und der Stopp-Kurs zur Absicherung sollte bei 53,40 EUR gesetzt werden. (Ausgabe 22) (05.06.2012/ac/a/d)
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