bwin Interactive Entertainment Aktie [WKN: 936172 / ISIN: AT0000767553]

Sende E-Mail
Drucken
06.06.2008 16:07
Drucken |
Schrift:

bwin eine heiße Wette (Geldanlagebrief)

Harthausen (aktiencheck.de AG) - Für die Experten vom "Geldanlage-Brief" ist die bwin-Aktie (ISIN AT0000767553/ WKN 936172) eine heiße Wette.

Hinter dem weltgrößten Sportwettenanbieter liege eine schmerzhafte Neuausrichtung. Ein komplettes Online-Wettverbot habe das Unternehmen Ende 2006 aus dem US-Markt gedrängt. Der Rückzug habe bwin rund ein Fünftel seiner Umsätze gekostet und Ende 2006 Wertabschreibungen von 515,1 Mio. Euro verursacht. Im März 2007 habe man notgedrungen auch dem wichtigen türkischen Markt den Rücken gekehrt. Wenngleich noch nicht einheitlich geregelt, stehe seither der europäische Glücksspielmarkt im Fokus der Gruppe. Hier würden rund 95 Prozent aller Brutto-Gaming-Erträge generiert.

bwin expandiere, kämpfe aber in vielen Ländern mit unklarem rechtlichen Rahmen und Werbeverboten. Auch in Deutschland herrsche noch immer ein staatliches Wettmonopol, obwohl dies nach gängiger Meinung nicht mit EU-Recht vereinbar sei. bwin suche daher sein Heil auch in Asien und Südamerika.

2007 habe der Gesamtumsatz gegenüber dem Fußball-WM-Jahr 2006 stagniert, die Zahl der aktiven Kunden sei um sieben Prozent auf 1,6 Millionen zurückgegangen. Auf EBITDA-Basis habe bwin 43,4 Mio. Euro verdient (Vorjahr: -7 Mio. Euro). Die EBITDA-Marge: im Vergleich zur Konkurrenz bescheidene 11,1 Prozent. Das Nettoergebnis habe 2007 mit 50,4 Mio. Euro ebenfalls deutlich ins Plus gedreht, allerdings sei dies nur durch einen Nachlass in Höhe von 58,9 Mio. Euro im Zusammenhang mit einer früheren Übernahme möglich gewesen.

bwin sei eine heiße Wette, biete dem Anleger aber hohe regulatorische Risiken. Operativ habe bwin bislang nur bedingt überzeugen können, wenngleich der Auftakt des Sportjahres 2008 viel versprechend ausgefallen sei: Im ersten Quartal habe bwin 19,5 Prozent mehr aktive Kunden als vor Jahresfrist gezählt. Die Brutto-Gaming-Erträge seien deutlich auf 104,6 Mio. Euro gestiegen - ein Plus zum Vorjahr von knapp 17 Prozent. Auch seien die Aufwendungen pro Neukunde gegenüber dem Schlussquartal 2007 von 183 auf 149 Euro deutlich zurückgegangen.

Bleibe die Frage, ob bwin 2008 organisch und durch Zukäufe weiter wachsen könne. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor sei das Heimspiel zur EM: Hier dürften die Werbeausgaben in die Höhe schnellen und auf die Margen drücken. Bereits bei der Fußball-WM 2006 sei der erhoffte Gewinn für bwin ausgeblieben. Ungeachtet 430.000 neuer WM-Kunden hätten die Österreicher damals einen Rendite-Rückgang beklagt. Auf Grund zahlreicher WM-Favoritensiege habe man im Wettgeschäft sogar Verluste geschrieben.

Die jüngsten Quartalszahlen, die zum Teil über den Erwartungen des Marktes gelegen hätten, sowie die anrollenden Sportgroßereignisse würden erneut Hoffnungen schüren. Anleger sollten dennoch Vorsicht walten lassen: bwin wachse zwar, kämpfe aber weiterhin mit der Profitabilität. Nach Analystenprognosen seien im laufenden Jahr nur 20 Cents je Anteilsschein drin. Das KGV erreiche dann dreistellige Dimensionen.

Kein gutes Argument für ein Investment in die bwin-Aktie, so die Experten vom "Geldanlage-Brief". Erst mit verbesserten Margen und einer durchgreifenden Liberalisierung der EU-Wettmärkte schlage die Stunde der Österreicher. Für Anleger, die marktbreiter am Sportwetten-Geschäft mitverdienen möchten, könnte auch das Index-Zertifikat (ISIN DE000DB1BKX0/ WKN DB1BKX) der S-Box-Sportwetten-Index der Stuttgarter Börse interessant sein. Der Index werde regelmäßig überprüft und neu zusammengesetzt. (Ausgabe 09 vom 06.06.2008)
(06.06.2008/ac/a/a)
Analyse-Datum: 06.06.2008

 0 Bewertungen dieses Artikels: 

Kommentare zu diesem Artikel

Geben Sie jetzt einen Kommentar zu diesem Artikel ab.
06.06.2008bwin eine heiße WetteGeldanlagebriefneutal
30.08.2007bwin holdRaiffeisen Centrobankneutal
23.08.2007bwin neutralMinerva Investmentsneutal
24.05.2007bwin holdRaiffeisen Centrobankneutal
20.04.2007bwin um 33 Euro erste Positionen aufbauenDer Aktionärsbriefplus

Aktien in diesem Artikel

Was hilft der Automobilindustrie jetzt am besten?
Direkte Finanzspritze an die Hersteller
Senken der KfZ-Steuer
Verschrottungsprämie
Klare gesetzliche Regeln über die künftige Besteuerung
Neue sparsame Modelle auf den Markt bringen
Nichts




Wie bewerten Sie diese Seite?   sehr gut        schlecht
 

Anzeige

Anzeige