Wien (www.aktiencheck.de) - Franz Hörl, Analyst der Erste Bank, stuft die Aktie von voestalpine (ISIN AT0000937503/ WKN 897200) weiterhin mit "kaufen" ein.
Die voestalpine-Zahlen für das Jahr 2011/12 seien etwas besser ausgefallen als erwartet. Die Stahldivision sei im Schlussquartal zur Vollauslastung zurückgekehrt und habe auch den Absatz kräftig steigern können. Aber besonders die Verbesserung der Divisionen Spezialstahl und Profilform sei etwas stärker als erwartet ausgefallen - hier sollten teils auch Jahresendeffekte eine Rolle gespielt haben. Im Vergleich zum Vorquartal habe der Gruppenumsatz in 4Q11/12 um 10% auf EUR 3.181 Mio. zugelegt und das um Einmaleffekte bereinigte EBIT sei um 58% auf EUR 246,4 Mio. gestiegen.
Nach einmaligen Aufwendungen von EUR 205 Mio. im Zusammenhang mit dem Schienen-Kartellverfahren in Deutschland und der geplanten Stilllegung der Standard-Schienen Produktion in Duisburg, sowie EUR 13,6 Mio. Kaufpreisallokation sei ein berichtetes EBIT im Schlussquartal von EUR 27,9 Mio. geblieben (die Analysten hätten mit einem geringen Verlust gerechnet). Sehr positiv habe sich in den letzten drei Monaten auch der Cash Flow entwickelt, wodurch die Nettofinanzverschuldung um fast EUR 400 Mio. auf knapp EUR 2,6 Mrd. zurückgegangen sei. Die Dividende sei wie erwartet bei EUR 0,80 pro Aktie stabil gehalten worden.
Der Ausblick des voestalpine-Managements sei vorsichtiger ausgefallen, als noch zuletzt. Die Wahrscheinlichkeit eines nachhaltigen Aufschwungs im späteren Jahresverlauf habe sich verschlechtert. Das Management rechne aus heutiger Sicht für 2012/13 mit einem stabilen Betriebsergebnis gegenüber dem abgelaufenen Jahr vor Sondereffekten (rund EUR 910 Mio.).
Aus Sicht der Analysten komme dieser pessimistischere Ausblick alles andere als überraschend, mit Blick auf zuletzt deutlich rückläufigen Stahlpreise am Kassamarkt und schwächere Konjunkturdaten, vor allem (aber nicht nur) aus Europa. Die Analysten würden sogar mit einem noch niedrigeren EBIT 2012/13 von EUR 845 Mio. rechnen.
Trotzdem haben die Analysten der Erste Bank die voestalpine-Aktie kürzlich auf "kaufen" hochgestuft. Sie würden an der voestalpine gerade im derzeitig volatilen Umfeld, mit einem schwierigen wirtschaftlichen Ausblick und deutlichen Überkapazitäten innerhalb der Branche, ihre starken Positionen im Vergleich zur Konkurrenz schätzen. Das Kursziel werde bei EUR 32,00 gesehen. (Analyse vom 01.06.2012) (01.06.2012/ac/a/a)
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