Bayerische Motoren Werke Ausblick auf 2008 aus dem Geschäftsbericht

Hinweis: dies ist ein Auszug aus dem Geschäftsbericht des Unternehmens. finanzen.net übernimmt keine Gewährleistung für die Richtigkeit des Inhalts.

Vor dem Hintergrund der genannten Rahmenbedingungen geht die BMW Group davon aus, auch im Geschäftsjahr 2008 ihre erfolgreiche Geschäftsentwicklung fortzusetzen. Dabei wird die strategische Neuausrichtung des Unternehmens bereits zu ersten positiven Ergebnissen führen. Mit der Strategie Number ONE legt die BMW Group im Geschäftsjahr 2008 die Grundlage für eine Trendwende in der Profitabilität. Dies umfasst sowohl Maßnahmen auf der Leistungs- wie auch auf der Kostenseite. Insgesamt strebt das Unternehmen bis 2012 Verbesserungen im Umfang von 6 Mrd. Euro im Vergleich zu den ursprünglichen Planungen an. Das größte Potenzial sieht die BMW Group dabei in den Materialkosten, die den größten Kostenblock im Unternehmen darstellen. Zur Sicherung der erfolgreichen Geschäftsbasis strebt die BMW Group auch im Jahr 2008 Höchstwerte beim Automobilabsatz aller drei Marken an und geht zudem davon aus, auch weiterhin die Position als weltweit führender Premiumhersteller zu behaupten. Der weitere Ausbau der Produktpalette sowie die gezielte Erschließung neuer Märkte werden dazu beitragen, diese Ziele zu erreichen. Das Wachstum wird dabei in der ersten Hälfte des Jahres 2008 voraussichtlich dynamischer ausfallen, in der zweiten Jahreshälfte jedoch einen moderateren Verlauf nehmen. Um die angestrebten Profitabilitätsziele zu erreichen, arbeitet die BMW Group auch verstärkt an der Kosteneffizienz. Dabei beginnt die Kostenorientierung bereits frühzeitig in der Entwicklungsphase und umfasst u. a. die Vermeidung unnötiger Komplexität, eine konsequente Ausrichtung am Kundennutzen sowie Synergien durch die verstärkte Anwendung des Baukastenprinzips. Ziel ist eine kosteneffiziente Reduzierung des Forschungs- und Entwicklungsaufwands für neue Produkte und Technologien, die sich am Grundsatz „Mehr Output bei weniger Input" orientiert. Dies versetzt die BMW Group in die Lage, trotz weiterhin hoher Anforderungen künftig mit einer F & E-Quote auf dem Niveau von etwa 5% bis 5,5% des Umsatzes zu arbeiten. In diesem Zusammenhang definiert die BMW Group auch das Verhältnis von Eigen- und Fremdleistung in strategisch relevanten Technologiefeldern neu. Darüber hinaus ergeben sich weitere Chancen aus der effizienteren Gestaltung der Schnittstellen in das Lieferantennetzwerk. So werden Lieferanten bei allen Produkt- und Technologieprojekten künftig noch früher in Entscheidungsprozesse einbezogen. In Zukunft wird die BMW Group darüber hinaus auch verstärkt Kooperationen eingehen, wo sie betriebswirtschaftlich sinnvoll sind und sich entsprechende Skaleneffekte realisieren lassen. Die BMW Group geht davon aus, in den kommenden Jahren die Investitionsquote gegenüber dem Niveau der vergangenen Jahre zu vermindern und zugleich angemessen auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet zu sein. Dazu ist beabsichtigt, die Investitionsquote auf ein Niveau von unter 7,0% des Umsatzes zurückzuführen. In einem wettbewerbsintensiven Umfeld nimmt die Steuerung des Personalaufwands eine zunehmend größere Bedeutung ein. Umfangreiche Effizienzsteigerungen insbesondere im Produktionsbereich erlauben eine Reduzierung der Personalkapazitäten und damit auch eine Senkung des Personalaufwands. Dazu nutzt das Unternehmen in enger Abstimmung mit der Arbeitnehmervertretung alle Möglichkeiten zur Flexibilisierung. Dazu gehören auch die Verminderung von Zeitarbeitskräften, die Nutzung von Altersaustrittsmodellen oder der Fluktuation im Unternehmen. Zur langfristigen Steigerung des Unternehmenswerts wird neben den beschriebenen Ergebniskomponenten auch die Kapitaleffizienz – der Return on Capital Employed – weiter konsequent verbessert. Dazu setzt die BMW Group zukünftig verstärkt auf Messgrößen, die eine zielgerichtete Steuerung des eingesetzten Kapitals erlauben.

Die BMW Group wird auch in den kommenden Jahren ihre Chancen auf profitables Wachstum in allen Segmenten nutzen. Die weiter bestehenden exogenen Belastungsfaktoren aus Währungseffekten und anhaltend hohen Rohstoffpreisen werden auch im Geschäftsjahr 2008 die Ergebnisentwicklung des Automobilgeschäfts beeinflussen. Dennoch strebt die BMW Group an, im Vorjahresvergleich eine weitere Ergebnisverbesserung im Segment Automobile zu erreichen, da die weiterhin positive Absatzentwicklung und die beschriebenen Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Effizienz unterstützend wirken. Beim ROCE soll ebenfalls eine Verbesserung erreicht werden. Auch im Jahr 2008 setzt die BMW Group im Segment Motorräder die Modelloffensive fort. Das Unternehmen geht davon aus, dass der Motorradabsatz in allen Regionen gesteigert werden kann. In Deutschland und den USA wird damit gerechnet, dass die negativen Entwicklungen umgekehrt werden können. Umsatz und Ergebnis im Segment Motorräder werden leicht über dem Vergleichswert des Vorjahres liegen. Das Segment Finanzdienstleistungen der BMW Group wird sein Wachstum auch im Jahr 2008 fortsetzen. Zum einen wird die Marktbearbeitung in den etablierten Geschäftsfeldern insbesondere durch eine erweiterte Produktpalette sowie ein umfassendes Eingehen auf die Bedürfnisse von Händlern, Händlergruppen und Endkunden intensiviert. Zum anderen wird die geografische Expansion insbesondere in Osteuropa und Asien weiter vorangetrieben. Durch die Ausweitung des Direktkanals wird das Fremdmarkengeschäft gestärkt. In diesem Zusammenhang soll die Marke up2drive weiter ausgebaut werden. Im Flottengeschäft steht die Integration der erworbenen Flottengesellschaft DEKRA SüdLeasing Services GmbH (jetzt: BMW Fuhrparkmanagement Beteiligungs GmbH) vor dem Abschluss. Darüber hinaus wird das organische Wachstum im Flottengeschäft fortgesetzt. Neben dem Ausbau aller Geschäftsfelder soll der sehr hohe Standard in der Servicequalität auch im Jahr 2008 gehalten werden, um die hervorragende Marktposition zu stärken. Durch die beschriebenen Maßnahmen wird das Geschäftsvolumen im Finanzdienstleistungsgeschäft weiter ansteigen. Gleichzeitig werden im Rahmen eines weltweiten Projekts fortlaufend Maßnahmen zur Steigerung der Prozesseffizienz implementiert. Diese Faktoren lassen auch im Jahr 2008 eine positive Ergebnisentwicklung im Finanzdienstleistungsgeschäft erwarten.

Auch im Geschäftsjahr 2008 werden externe Effekte die Ergebnisentwicklung der BMW Group belasten. Währungseinflüsse, insbesondere aus der fortschreitenden Schwäche des US-Dollars und des japanischen Yen, höhere Kosten für Rohstoffe sowie verschlechterte Refinanzierungsbedingungen durch die allgemeinen Auswirkungen der Kreditkrise stellen im Jahr 2008 die Herausforderungen für die Ergebnisentwicklung dar. Positiv auf das Konzernergebnis wirken dagegen die beschriebenen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Produktivitätsverbesserung. Zudem rechnet die BMW Group mit einem weiterhin stabilen Wachstum in den operativen Geschäftsfeldern, die auch im Geschäftsjahr 2008 dem Ergebnis der BMW Group positive Impulse verleihen sollten. Insgesamt strebt die BMW Group im Geschäftsjahr 2008 eine Verbesserung der Ergebnisqualität an. Diese wird sich insbesondere auch in den für die Konzernsteuerung relevanten Kennzahlen wie Umsatz- und Kapitalrendite niederschlagen. Bereinigt um den Sondereffekt aus der Rolls-Royce Umtauschanleihe im Jahr 2007, beabsichtigt die BMW Group im Geschäftsjahr 2008 ein Konzernergebnis vor Steuern zu erreichen, das über dem des Vorjahres liegt. Im Zuge der strategischen Neuausrichtung des Unternehmens wurden bereits zahlreiche Projekte gestartet, die die Ergebnisqualität künftig weiter verbessern werden. Die BMW Group strebt im Automobilsegment bis 2012 eine Rendite auf das eingesetzte Kapital (Return on Capital Employed, ROCE) von mehr als 26% sowie eine Umsatzrendite von 8% bis 10% an.





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