Commerzbank Ausblick auf 2008 aus dem Geschäftsbericht

Hinweis: dies ist ein Auszug aus dem Geschäftsbericht des Unternehmens. finanzen.net übernimmt keine Gewährleistung für die Richtigkeit des Inhalts.

Für das Jahr 2008 erwarten wir tendenziell einen leichten Anstieg des Zinsüberschusses, da wir insbesondere mit einer steigenden Aktivmarge und erhöhten Einlagenvolumina rechnen. Die Risikovorsorge dürfte 2008 auf ein Niveau von circa 700 Mio Euro steigen, nachdem es im Jahr 2007 in erheblichem Umfang zu Auflösungen im inländischen Mittelstandsgeschäft gekommen war. Auch der Provisionsüberschuss war im Jahr 2007 durch einen positiven Einmaleffekt in der Mittelstandsbank beeinflusst. Dennoch erwarten wir für den Provisionsüberschuss einen Anstieg im laufenden Jahr. Die größte Unsicherheit besteht naturgemäß bei der Prognose des Handelsergebnisses. Aufgrund der hohen Volatilität an den Finanzmärkten ist eine Vorhersage hier nur sehr bedingt möglich. Aus heutiger Sicht gehen wir jedoch davon aus, das Handelergebnis im Jahr 2008 gegenüber dem Vorjahr steigern zu können. Die Verwaltungsaufwendungen dürften geringfügig ansteigen, da wir unsere Wachstumsprogramme zum Beispiel im inländischen Privatkundengeschäft, im Asset Management und in Mittel- und Osteuropa 2008 fortsetzen wollen, um unsere Marktanteile weiter zu steigern. Bei den Kosten besteht aber ausreichend Flexibilität, um auf veränderte Marktbedingungen kurzfristig reagieren zu können. Die Steuerquote war im Jahr 2007 durch einige Sondereffekte beeinflusst. Daher erscheint es zum jetzigen Zeitpunkt wahrscheinlich, dass die Steuerquote im Jahr 2008 wieder leicht ansteigen wird.

Seit Beginn der Subprime-Krise war im Verlauf des Kalenderjahres 2007 ein signifikanter Anstieg der Refinanzierungskosten im Kapitalmarkt zu verzeichnen. Dieser allgemeine Trend hält bislang auch im Jahr 2008 an. Nach der erfolgreichen Einführung einer integrierten Treasury-Organisation für den Commerzbank-Konzern wird eine weitere Optimierung und damit Kostenreduktion der Refinanzierungsstruktur angestrebt. Dies soll insbesondere durch den verstärkten Einsatz von strukturierten Kapitalmarktemissionen, den Ausbau des Einlagengeschäfts und die verstärkte Indeckungnahme von Immobilienfinanzierungen erzielt werden. Insgesamt planen wir die Beibehaltung unseres gesunden Refinanzierungs-Mixes aus Kundeneinlagen und Kapitalmarktemissionen mit dem Schwerpunkt besicherte Emissionen. Die Abhängigkeit vom unbesicherten Kapitalmarkt soll im Jahresverlauf weiter reduziert werden und eine weitere Diversifizierung unserer Investorenbasis nach Typ, Region und Währung erfolgen.

Im Segment Privat- und Geschäftskunden wollen wir auch 2008 in unsere bislang so erfolgreichen Wachstumsprogramme investieren. Dazu gehören zum Beispiel der neue Marktauftritt, das heißt ein klares Leistungsversprechen, unseren Kunden attraktive Produkte und kompetente Beratung zu liefern, sowie eine starke Werbepräsenz. Auch beim Projekt „Filiale der Zukunft“ wollen wir 2008 voranschreiten, also unser Filialnetz weiter unter den Gesichtspunkten Kosteneffizienz und erweitertes Beratungsangebot optimieren. Im Asset Management investieren wir anhaltend in das cominvest-Programm Alpha mit dem Ziel, das verwaltete Vermögen bis 2011 auf 100 Mrd Euro zu steigern. Schließlich planen wir auch die Markt- und Produktoffensive im Rahmen des Wachstumsprogramms comvalue der comdirect fortzuführen und zu intensivieren. In der Mittelstandsbank werden wir neben der Neukundengewinnung im Inland vor allem in Mittel- und Osteuropa Investitionen in weiteres Wachstum tätigen. So werden wir beispielsweise die im Herbst gestartete Expansion der BRE Bank-Onlinetochter mbank in die Tschechische Republik und die Slowakei im Jahr 2008 fortführen und auch die Anzahl der Firmenkundenstandorte in Polen erhöhen. In Deutschland steht der weitere Ausbau unseres Bereichs Financial Engineering im Mittelpunkt, aber auch IT-Investitionen, die maßgeblich durch neue regulatorische Anforderungen verursacht werden. Im Segment Public Finance und Treasury stellt die Einführung des bereits in der Group Treasury genutzten Front Offices in das Treasury der Eurohypo im April 2008 die größte Einzelinvestition dar. Damit wird eine einheitliche Steuerung der Zinsposition des Konzerns gewährleistet. Zudem investieren wir in den Umbau unseres Geschäftsmodells in der Staatsfinanzierung. Im Mittelpunkt steht hierbei die Integration des Geschäfts der Hypothekenbank in Essen in die Eurohypo.

Seit Beginn der Subprime-Krise war im Verlauf des Kalenderjahres 2007 ein signifikanter Anstieg der Refinanzierungskosten im Geldmarkt zu verzeichnen. Nach zum Teil massiven Interventionen der Zentralbanken zum Jahresende 2007 sind die Refinanzierungskosten im Geldmarkt bislang rückläufig. Wir rechnen damit, dass sich diese Kosten im Jahresverlauf etwa auf dem derzeitigen Niveau stabilisieren werden. Die Liquiditätssteuerung in der Commerzbank basiert auf einem integrierten Treasury-Ansatz. Dies erlaubt ein proaktives Management der Liquidität im Konzern hinsichtlich Effizienz und unter Kostengesichtspunkten. Der Commerzbank-Konzern verfügt über eine in allen Laufzeitbändern solide Refinanzierungsstruktur und eine komfortable Liquiditätsausstattung. So wird gewährleistet, dass in jedem der durch das Risikocontrolling der Bank gerechneten Liquiditätsszenarien das Kerngeschäft der Bank ohne nennenswerte Einschränkungen fortgeführt werden kann. In den durch das Risikocontrolling definierten Liquiditätsszenarien wird die Entwicklung der Liquiditätssituation unter normalen und gestressten Marktbedingungen sowie unter der unwahrscheinlichen Annahme einer Rating-Verschlechterung der Commerzbank um eine Ratingstufe im Kurzfrist-Rating beziehungsweise zwei Ratingstufen im Langfrist-Rating für unbesicherte Verbindlichkeiten abgebildet. Um dies zu gewährleisten, wird vom Treasury in allen wesentlichen Finanzzentren ein entsprechender Liquiditätspuffer in liquiden, qualitativ hochwertigen und zentralbankfähigen Wertpapieren gehalten. Wir erwarten weiterhin keine negative Auswirkung auf unsere Liquiditätssituation durch die noch anhaltenden Marktstörungen. Als Basis für eine detaillierte Liquiditätssteuerung verwenden wir ein internes Modell zum Liquiditätsrisikomanagement. Für das Kalenderjahr 2008 planen wir die Zertifizierung unseres Liquiditätsrisikomodells durch die Bankenaufsicht. Die Liquiditätskennziffer des so genannten Grundsatz II – seit Januar 2008 der Standardansatz der Liquiditätsverordnung – war im Jahresverlauf 2007 konstant auf einem komfortablen Niveau, was für das Kalenderjahr 2008 ebenfalls angestrebt wird. Unser Zielkorridor für die Liquiditätskennziffer der Commerzbank AG liegt zwischen 1,08 und 1,15. Ende 2007 lag der tatsächliche Wert für die Commerzbank bei 1,18.

Trotz der sich eintrübenden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind wir für das Jahr 2008 zuversichtlich. Unser Geschäftsmodell hat sich in den zurückliegenden Monaten als robust erwiesen, und wir fühlen uns mit unserer starken Kundenbasis sehr gut im Markt positioniert. Die exzellente Geschäftsentwicklung im Januar bestätigt unsere Erwartungen. Daher gehen wir davon aus, das gute Ergebnis des Jahres 2007 wiederholen zu können, sofern gravierende negative Überraschungen ausbleiben. Wenn es die Märkte erlauben, können wir das Ergebnis des Jahres 2007 sogar übertreffen. Diesen Wachstumspfad wollen wir dann im Jahr 2009 fortsetzen, um nachhaltig unser mittelfristiges Ziel einer mit unseren internationalen Peers vergleichbaren Rendite zu erreichen.





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