Deutsche Postbank Ausblick auf 2008 aus dem Geschäftsbericht

Hinweis: dies ist ein Auszug aus dem Geschäftsbericht des Unternehmens. finanzen.net übernimmt keine Gewährleistung für die Richtigkeit des Inhalts.

Die Investitionsausgaben der Postbank im Jahr 2008 werden sich zum einen auf die Umsetzung gesetzlicher Anforderungen wie Abgeltungssteuer, Basel II und das Projekt Liquiditätssteuerung konzentrieren. Ziel dieses Projekts ist die Implementierung einer optimierten Liquiditätsrisiko-Steuerung orientiert an den Baseler „Sound Practice“. Dadurch wird die Umsetzung der nationalen aufsichtsrechtlichen Vorgaben um internationale Komponenten ergänzt. Zum anderen werden im Rahmen des Projekts „Filiale im Wandel“ weitere Filialen optimiert, mit dem Ziel, die Cross-Selling-Quote nachhaltig zu verbessern und weitere Neukunden zu gewinnen. Darüber hinaus wird die Verschmelzung des AXA-Kollektivs vorbereitet und das Projekt „Fit für Wachstum“ weiter umgesetzt. Weiterhin fortgeführt werden verschiedene IT-Investitionen wie der Ausbau der Payment-Solution-Plattform und die Dekommissionierung und Bereitstellung der IT-Infrastruktur.

Auf der Grundlage ihrer Stärke im Kostenmanagement und ihrer im Markt einzigartigen Vertriebsplattform erweitert die Postbank ihre Value Proposition im Retail Banking. Sie will ihre rund 14,5 Millionen Kunden künftig mit einem höheren Serviceniveau überzeugen und Innovationsführer bei Produkten und Prozessen sein. Hierzu wird sie ihre Vertriebskapazitäten im Privatkundengeschäft insbesondere auf ihre 4,6 Millionen Stammkunden fokussieren. Diese Kunden wickeln ihre Bankgeschäfte vorwiegend über die Postbank ab. Die Postbank will die Zahl ihrer Stammkunden bis 2010 auf 5,2 Millionen Kunden steigern und gleichzeitig deren Potenzial durch intensiveres Cross-Selling stärker ausschöpfen. Gegenüber den weiteren knapp zehn Millionen Potenzialkunden wird sie ein anhaltend hohes Leistungsniveau erbringen.

Dies erfordert insbesondere im mobilen Vertrieb einen weiteren qualitativen Ausbau der Vertriebsmannschaft, den wir bis zum Jahr 2010 mit einer Erhöhung der Beraterzahl von 4.260 am Jahresende 2007 auf 5.000 („5 in 10“) zügig vorantreiben wollen. Zu diesem Zeitpunkt sollen mehr als 60 % der mobilen Berater in der Lage sein, drei bis fünf Produktkategorien zu vertreiben, nachdem dieser Anteil derzeit bei ca. 54 % liegt. An unsere Finanzmanager stellen wir parallel dazu die Anforderung, ihre Produktivität um ca. 40 % gegenüber dem Jahr 2006 zu erhöhen.

Im Filialvertrieb streben wir bis 2010 eine Steigerung der Produktivität um 50 % an, ausgehend vom Jahr 2006 als Berechnungsbasis. Nach erfolgreichem Abschluss des Pilotprojekts im vierten Quartal 2007 werden wir im Rahmen des Projekts „Filiale im Wandel“ nach und nach unsere Filialen neu ausstatten und starten mit ca. 100 Filialen im Jahr 2008.

Im Spargeschäft plant die Postbank mithilfe von attraktiver Produktverzinsung und weiteren verkaufsfördernden Maßnahmen die Einlagevolumen weiter deutlich zu steigern. In der privaten Baufinanzierung erwarten wir insbesondere belebende Impulse von Baumaßnahmen zur Energieeinsparung und einem steigenden Modernisierungs- und Renovierungsbedarf in Deutschland. Die Margen dürften hier allerdings weiter auf dem niedrigen Niveau des Jahres 2007 verharren. Im Versicherungsbereich sollte die zu Beginn des Jahres 2008 erreichte letzte Riester-Stufe für wachsende Abschlusszahlen sorgen. Positive Auswirkungen auf das Wertpapiergeschäft sollten von den Dispositionen privater Kunden im Vorfeld der Einführung der Abgeltungssteuer im Jahr 2009 ausgehen.

Im Firmenkundengeschäft wird sich die Postbank darauf konzentrieren, für bis zu 3.000 ihrer insgesamt rund 30.000 Kunden zu einer ihrer Top-5-Banken zu gehören. Mit einer auch für die Firmenkunden erweiterten Value Proposition werden wir uns hier als Liquiditäts- und Finanzmanagement-Spezialist im Markt positionieren. Den Bestand an Mittelstandskrediten wollen wir bis zum Jahr 2010 auf 5 Mrd € steigern (2,8 Mrd € per Jahresende 2006). Gleichzeitig bauen wir unser profitables Geschäft der gewerblichen Immobilienfinanzierung mit Schwerpunkt Europa gezielt und risikobewusst aus. Insgesamt sollen die Erträge des Ressorts Firmenkunden bis zum Jahr 2010 auf 500 Mio € (372 Mio € in 2006) steigen.

Zur Erschließung weiterer Wachstumspotenziale will die Postbank ihr Transaction Banking in Richtung des europäischen Marktes ausbauen.

Angesichts der dazu erforderlichen Investitionen strebt sie hierzu eine Partnerstrategie an. Bereits in der ersten Jahreshälfte 2008 wird sie den Aufbau ihrer mandantenfähigen Plattform nach SEPA-Standard abschließen. Auch ihre Kompetenzen in der Kreditabwicklung will sie zur Marktfähigkeit ausbauen.

Das Ressort Financial Markets als hochprofessioneller interner Dienstleister im Management von Zins-, Währungs- und Aktienrisiken soll künftig als Innovationsmotor Produkte für die Privat- und die Firmenkunden der Postbank entwickeln. Darüber hinaus werden wir unter Federführung dieses Ressorts nach der bereits im Januar des laufenden Geschäftsjahres durchgeführten ersten erfolgreichen Pfandbriefemission im weiteren Verlauf des Jahres voraussichtlich noch einen Hypothekenpfandbrief und eventuell einen öffentlichen Pfandbrief emittieren.

Für das Jahr 2008 strebt die Postbank weiterhin eine Eigenkapitalrentabilität vor Steuern von über 20 % und eine Cost Income Ratio (im klassischen Bankgeschäft) von unter 63 % an. Auch beim Ergebnis vor Steuern plant die Bank unverändert, die implizite Zielgröße von 1.220 Mio € auszuweisen. Aufgrund des zunehmend kompetitiven deutschen Retail-Marktes, der anhaltend flachen Zinsstrukturkurve und anderer belastender Effekte ist im operativen Geschäft – d. h. vor Sondereffekten – mit einem Ergebnis vor Steuern von 1.100 Mio € bis 1.200 Mio € zu rechnen. Dabei gehen wir davon aus, dass sich die Erträge u. a. infolge der anfänglichen Auswirkungen der neuen Sparstrategie gegenüber 2007 zunächst nur moderat erhöhen, die Verwaltungsaufwendungen jedoch spürbar zurückgehen werden. Bei der Risikovorsorge erwarten wir entsprechend der geplanten Ausweitung des Kreditvolumens einen Anstieg gegenüber dem Berichtsjahr. Bei einer weiteren spürbaren Verschlechterung der Situation an den Kapitalmärkten im Vergleich zu 2007 bzw. einem Übergreifen der Entwicklung auf die Realwirtschaft mit entsprechenden Auswirkungen auf die gesamtökonomischen Perspektiven kann auch die Postbank weitere finanzielle Belastungen nicht ausschließen.

Die Postbank plant, ihr Ergebnis vor Steuern bis 2010 deutlich auf 1.400 Mio € bis 1.450 Mio € und ihr Ergebnis nach Steuern auf 980 Mio € bis 1.015 Mio € zu steigern. Die Planung beruht auf einem kontinuierlichen Anstieg der Erträge bei anhaltend straffer Kostenkontrolle. Die Cost Income Ratio (im klassischen Bankgeschäft) soll sich bis 2010 auf unter 58 % verbessern. Das Ergebnis nach Steuern wird von der beschlossenen Unternehmenssteuerreform profitieren. Danach erwartet die Postbank ab 2008 einen gegenüber der ursprünglichen Planung um 5 Prozentpunkte auf 30 % verminderten Steuersatz. Unter sonst gleichen Bedingungen führt dies zu einer Erhöhung des Ergebnisses nach Steuern und damit des Gewinns je Aktie um ca. 8 %.





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